Das Problem mit den Symbian-Apps

So, vielleicht seid ihr von Google aufmerksam geworden, oder habt einfach mal im Blog nachgeschaut. Das soll keine Moralpredigt werden, es ist mir irgendwie nur ein persönliches Anliegen, für Entwickler, die vielleicht auch Frau und Kind und andere Probleme haben.

Ich bitte euch für eine kurze Zeit, mal Rapidshare, Megaupload, Gsmfreeboard, gulliboard, Installous, Börse.bz und all die anderen zu schließen. Nur ganz kurz. Denkt mal darüber nach. Der Entwickler googlet sich selbst und sieht, es gibt Millionen von Seiten die seine Software gecrackt anbieten, für jeden zugänglich. Wenn er genug Geld hat, steht er vielleicht als Anzeige oben drüber, das wars dann auch. Na super, denkt er sich, wenigstens ist mein Produkt so berühmt, dass es gecrackt wird. Vielleicht denkt er aber auch: Wie soll ich den nächsten Monat überleben?

Mal ein Beispiel

Einige von euch kennen sicher den Freiburger Entwickler Epocware, die machen qualitiv wirklich hochwertige Software. Die Sachen sind in viele Sprachen übersetzt, sie stürzen nie ab und haben keine Bugs. Allerdings sind die Programme schon eine Investition, aber wenn man den Aufwand bedenkt, absolut gerechtfertig. Die Apps von Epocware werden ausnahmlos mit einer Serial , also einer Nummer, die sich NORMALERWEISE mit jeder IMEI unterscheidet, freigeschaltet. Es gibt aber, frag mich nicht, wie das geht, so gut wie immer eine Nummer, die für alle IMEIs gilt. Und, ich glaube, bis auf ein paar brave Leute kauft niemand mehr die Software, obwohl sie wirklich gut ist.

Aber 5 Euro für einen Zip-Öffner zu verlangen, das sieht für die meisten sehr viel aus, natürlich wollen sie aber auch diese geniale Software benutzen (sie ist wirklich genial). Und so fragt der Nutzer sich: Was ist den billiger: googlen oder kaufen. Also googlet er nur einmal Handy Zip, stößt vielleicht beim ersten mal auf eine Demoversion, dann bekommt er die Vollversion. Die Programme von Epocware werden wie gesagt alle durch eine Serial freigeschaltet, früher wurde noch online kontrolliert, ob die stimmt. Und dann guckt Epocware sich am Ende des Monats seine Bilanz an und merkt: Oh, es wurden 5000 Programme freigeschaltet, aber nur 500 gekauft. Hm, wie bezahlen wir denn jetzt Übersetzer, Programmierer, UI Designer und alle anderen, die an der Entwicklung beteiligt waren?

Und da soll sich noch einer über einen zu hohen Preis beklagen.

Nur bei Programmen, die nicht funktionieren, kann man sich über einen zu hohen Preis beschweren, aber mal im Ernst: Viele Entwickler haben einen hervorragenden Support. Man schreibt eine E-Mail, und zack eine Stunde später hat man die Lösung.

Noch etwas: Ist es nicht „pervers“, dass so gut wie jeder Symbian-User, der Zertifikate hat, seins von einer Warez-Seite bezieht? Nur weil das einfacher ist? Ich habe meins auch von solch einer, aber ich bin erschreckt, wie viele Leute dort schon Gravity gecrackt runtergeladen haben: Wenn man die Zahl hat, kann man sich ja mal ausrechnen, was allen diese Seite den Entwickler gekostet hat.

Was tun?

Wer irgendwann noch einmal kostenlose Apps im Ovi Store sehen will, der kaufe bitte demnächst die Software, die ihm gefällt. Und wer irgendwelche Programme wirklich zu teuer findet, der kann ja meinetwegen auch auf dann eben nicht ganz so geniale Software umsteiegen. Noch gibt es Alternativen.

Was denkt Ihr zu dieser Problematik? Gerade bei Symbian-Software finde ich es recht auffällig.

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