Neues vom Apfel – Erste Eindrücke der iOS 5 Beta im Alltag

Da ich mittlerweile im Apple Developer Programm bin, war es mir letzte Woche möglich, mir die erste iOS 5-Beta Software auf mein iPhone 4 zu knallen und diese bis heute zu testen. Damit auch ihr ein wenig davon profitieren könnt, werde ich euch mit meinen Eindrücken versorgen, die natürlich subjektiv zu werten sind.

Bevor wir jedoch tiefer gehen, habe ich euch eine kleine Video-Galerie mit den Funktionen der neuen Apple Betriebssystem-Software zusammengestellt. Viel Spaß beim Ansehen!

Wie ihr sehen könnt, hat Apple sich durchaus nicht nur Kundenwünsche zu Herzen genommen, wie etwa die Möglichkeit mehrere Apple-IDs auf einem Gerät nutzen zu können, sondern hat sich auch bei anderen Herstellern durchaus etwas abgeschaut. Die ganze Diskussion um etwaige Design-Klauereien möchte ich nicht führen, das könnt ihr gerne gesittet in den Kommentaren erörtern. Ich möchte aber anmerken, dass auch wenn Apple zum Beispiel die Notification-Bar von Android abgeschaut haben sollte, ich die Umsetzung so schick wie im neuen iOS sie auf Android lediglich durch Custom-Mods erlebt habe.

Dazu kommt die Möglichkeit, selbst zu definieren, welche Apps sich in dieser Leiste melden dürfen. Apple mag abgeschaut haben, aber in meinen Augen haben die Jungs aus Cupertino dennoch das ganze einfach besser gemacht. Womit wir auf alle Neuerungen zu sprechen kommen die es in der iOS 5 geben wird. Eine Liste der derzeit bekannten Änderungen findet ihr schon mal hier zum nachlesen. Die wichtigesten Dinge die mir aufgefallen sind, erfahrt ihr natürlich auch.

Das Beste und mir wichtigste Feature das ich erleben konnte war eine Stark verbesserte Akkulaufzeit meines iPhone 4. Ich habe in diversen Blogs das Gegenteil, ja ganze Hasstiraden auf die neue, veränderte Akkulaufzeit gelesen. Ich für meinen Teil kann das nicht nachvollziehen. Bei gleichbleibendem Nutzungsverhalten hat sich meine Nutzungszeit um ca. 3 Stunden verlängert, im Stand-By um wesentlich mehr. Dass dabei das Gerät schneller warm wird und dabei auch wärmer als vorher habe ich auch nicht feststellen können.

Weiteres absolutes Plus ist der Performance-Zuwachs. Ich hätte nicht gedacht, dass ein Gerät welches in der letzten offiziellen OS-Version schon so schnell und flüssig läuft, in einer Beta nochmal schneller wird. Nächstes großes Thema aller Beta-Tester, die Stabilität. Es wird von vielen App-Crashes berichtet, von Force-Closes und Apps die erst gar nicht auf der Beta laufen. In meinem Test gab es lediglich zwei Applikationen die mir ab und an mal direkt geschlossen wurden. Blöderweise war eine davon die offizielle Twitter-Applikation,welche ja von Apple tief ins iOS verankert wurde um die Socialnetworking-Komponente zu verstärken.

Fein ist jedoch, dass Twitter einen Adressbuchabgleich fahren kann und jeder Kontakt z.B. einfach um einen Link ins Facebook oder Twitter-Profil erweitert werden kann. Gefällt mir soweit. Ein absolutes No-Go habe ich bis jetzt noch nicht gefunden, jedoch schlage ich Apple vor, einen detaillierten Tour-Guide oder Tutorial-Popups einzuführen. Denn bis ich mal raus hatte, dass die SMS-App „Nachrichten“ auch den iMessenger verbirgt und wo man diesen aktiviert, wars ein gutes Stück. :)

Apple hat nachgedacht und gearbeitet, das merkt man den Features des neuen Major-Release einfach deutlich an. Sowohl auf der Seite der Einstellungen, wo wahnsinnig viel möglich geworden ist, wie etwa die Benachrichtigungen für einzelne Apps in der Benachrichtigungsleiste, selbst erstellte Vibrationsmuster oder privates Surfen im Safari sowie auf der Feature-Seite wo Neuerungen wie AirPlay Mirroring, iCloud und iTunes-freier iPhone Betrieb auf den Nutzer warten.

Abschließend kann ich nur eines sagen, ich habe Android-Final-Releases gehabt, die bei Weitem nicht so stabil, schnell und funktional waren und ich kann jedem Apple-Nutzer nur raten, sich sofern die Möglichkeit besteht, die Beta mal draufzupacken.

Die wichtigsten Schritte sind Apple in meinen Augen gelungen. Das iPhone ohne PC aktivieren, ohne iTunes betreiben und Over the Air versorgen zu lassen ist einfach Pflicht gewesen und das „Team Steve“ hat seine Aufgabe gut gelöst. Ein „reinventing the phone“ ist es freilich nicht geworden, aber man hat zur Konkurrenz aufgeschlossen und gleichgezogen, wenn auch in den Augen vieler mit unfairen Mitteln. Ich für meinen Teil nutze die Beta im Alltag ausschließlich und bin nach wie vor sowohl positiv überrascht, als auch begeistert, auch ohne Apple-Fanboy zu sein.

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