Phicomm Passion ausprobiert

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Die Marke „Phicomm“ war mir bisher gänzlich unbekannt. Der chinesische Mobilfunk- und Netzwerkkausrüster mit seiner Münchner Tochtergesellschaft bietet neben Routern und DLan Geräten auch Smartphones der Einsteiger- und Mittelklasse an. Ich habe mir von den Kollegen aus München das Phicomm Passion kommen lassen und habe es für euch und mich auf Herz und Nieren ausprobiert.

Ob das Dual-SIM Gerät auch auf dem deutschen Markt seine Daseinsberechtigung hat, erfahrt ihr in diesem Bericht.

Das Phicomm Passion macht auf dem Datenblatt eine sportliche Figur. 5 Zoll IPS-Display, Octacore-Prozessor, 2GB Ram, erweiterbarer Speicher und 13 MP Kamera mit Sony Sensor lassen auf ein richtig gutes Gerät schließen, welches mit LTE-Technologie und einem 2.300 mAh starkem Akku ein solides Gesamtpaket für potentielle Käufer ist. Durchforstet man allerdings das Netz nach dem kleinen Androiden, stößt man auf den Test meines geschätzten Kollegen Klaus, welcher wenig gute Haare am Passion lassen kann.

Seit dem Test von Klaus sind allerdings zwei Updates für das Passion erschienen und ich kann euch vorab verraten, dass am Ende nicht mehr viel zum Kritisieren bleibt. Aber fangen wir am Anfang an.

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Handling, Optik, Look & Feel

Als ich das Passion zum ersten mal ausgepackt habe, war ich durchweg begeistert. begeistert von einem lediglich 113 Gramm schweren Smartphone, mit absolut toller Haptik und einem Design, dass mir irgendwie bekannt vorkam. Wenn man nicht genau hinschaut, sieht das Phicomm Passion nämlich aus wie ein Sony der Xperia Reihe. Ich habe mir also mal den Spaß gemacht, und mit Zedge ein Xperia Wallpaper als Hintergrund zu setzen und die optische Täuschung war perfekt.

Das stört mich jedoch in keinster Weise. Ich bin ein absoluter Fan von Sony, wenn es um das Gerätedesign und die Haptik geht. Z1, Z2 und Z3 sind alle durch meine Hand gegangen und die Optik dieser Gerätereihe ist für mich einfach phänomenal. So gefällt mir damit auch das Passion. Aber nicht nur die Optik und die Haptik gehen in Ordnung, auch das Layout passt. Auf der rechten oberen Seite sitzt der Powerknopf, etwas darunter die Dual-Sim Kombischächte.

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An der Oberseite des Gerätes sitzt die Klinkenbuchse, links die Lautstärkewippe und unten am Gerät findet sich der MicroUSB Eingang. Genau so mag ich das. Die Rückseite des Gerätes ist nicht glänzend und die verarbeiteten Materialien sorgen für Anti-Rutsch-Feeling in den Fingern. Das ist für mich bei solch einem Leichtgewicht durchaus wichtig. Das matte Schwarz macht das Passion zu einem dezenten Hingucker, welches noch durch den rostbraunen Farbton des Powerbuttons gestärkt wird.

Insgesamt hat man trotz des geringen Gewichtes und der vielen Plaste am Gerät nicht das Gefühl, einen Billigheimer erstanden zu haben.

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Von Rucklern, Wacklern, Gedenksekunden und Hitze

Wie schlägt sich denn nun die Hardware im Alltag, habe ich mich gefragt, denn die Punktzahlen irgendwelcher Benchmarks sagen für mich herzlich wenig darüber aus, wie ein Gerät in meinen Tagesablauf passt. Für mich ist ein Gerät immer dann gut, wenn es die Aufgaben, die ich am Tag zu bewältigen habe meistert, ohne dass es mich Zeit oder Nerven kostet. Beim Phicomm Passion sind die Fehler, die in anderen Reviews angekreidet werden, wie deftige Lags, ellenlange Gedenksekunden und ruckeliges Multitastking mit den letzten Updates nahezu ausgemerzt worden.

Der kleine Androide zeigt sich in der Benutzung als flüssiges, schnelles und weitesgehend ruckelfreies Smartphone. Lediglich im Multitasking bei größeren Apps, wie etwa Spielen oder Browsertabs mit dicken Seiten offenbart das Passion Schwächen. In einigen Foren wird berichtet, dass das Passion besonders warm wird, bei der Nutzung. Das kann ich nur teilweise bestätigen. Das Gerät wird durchaus warm beim Zocken, aber nicht wärmer als es andere Geräte auch werden. Von verbrannter Haut sind wir da meilenweit entfernt ;).

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Und sonst so?

Neben dem Barometer und dem Pedometer, welches man dem Passion spendiert hat, wartet das Gerät auch mit einem durchaus brauchbaren Akku auf. Bei normaler bis schwerer Nutzung komme ich mit dem Gerät ganz entspannt über den Tag, bei leichter Nutzung hält das gute Stück auch gut und gerne einmal zwei Tage durch. Die Kamera liefert brauchbare Ergebnisse bei guter Beleuchtung ab, neigt aber in schlechtem Licht zu starkem Rauschverhalten.

Ich selbst habe mir vom Sony Sensor und der 13-Megapixel Optik mehr versprochen. Es langt jedoch für den Alltag und die Naheinstellgrenze ist mit rund 15cm ziemlich super. Für Filmaufnahmen ist ebenso gutes Licht wie eine ruhige Hand nötig. Das Passion kommt insgesamt mit schlechtem Licht nicht gut klar und die Belichtungsmessung und der Autofokus lassen sich gerne mal etwas Zeit.

Die Frontkamera reicht mit 5 Megapixeln gerade so für Videotelefonie, aber mit schnellen Bewegungen kommt sie nicht gut zurecht. Auch eine eher durchschnittliche Performance liefern die Lautsprecher ab. Blechern in den Höhen und dumpf in den Tiefen, das typische Audiobild eines chinesischen Androiden der Einsteigerklasse, so tönt es auch aus dem Passion.

Eine gute Lösung, wie ich finde ist der Dual-Sim-SLot, wenngleich die LTE Funktionalität nur auf dem Micro-Sim-Slot verfügbar ist. Auf dem Nano-Sim Kombischacht funktioniert nur GSM. Ich hätte mir das genau anders herum gewünscht, da ich fast nur noch Nano-Simkarten verwende.

Fazit zum Phicomm Passion

Für 290 Euro UVP (Straßenpreis ab 270 Euro) finde ich das Android Leichtgewicht Phicomm Passion insgesamt etwas zu teuer. Der Octacore-Prozessor liefert ebenso unterhalb meiner Erwartungen ab wie die Kamera. Erstaunlich gut hingegen sind Optik, Haptik und Akkulaufzeit des Gerätes. Das Display geht für meine Ansprüche absolut in Ordnung und der WLan-Empfang des Passions ist außerordentlich gut.Für ein paar Kreuzer mehr, kann man statt dem Phicomm Passion ein Oneplus One erstehen und ich für meinen Teil würde wohl auch lieber dazu greifen. Allerdings landet man dann auch direkt bei 5,5 Zoll Größe.

Wer es klein, leicht, subtil und schick mag, der liegt beim Passion richtig. Insbesondere dann, wenn die Dual-Sim Funktion gebraucht wird. Ich hoffe die Kollegen bei Phicomm liefern dem Passion noch ein paar Android-Updates aus und dann ist dieses Mittelklasse Gerät auf jeden Fall eine Empfehlung wert.

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