ProCam 3 für iOS – Smartphone-Fotografie aufgebohrt

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In meiner Anfangszeit mit einem iPhone habe ich stets mit der Stock-Kamera-App von Apple fotografiert. Je anspruchsvoller ich wurde, desto weniger konnte mich diese App zufrieden stellen. Zwar bekam sie mit iOS 7 dann ein paar weitere Einstellungsmöglichkeiten in Bezug auf Belichtung und Fokussierung, aber selbst das war für mich nicht mehr genug.

Ich wollte alles was irgendwie ging verändern können. Dinge wie Weißabgleich, Belichtung, Fokus, Format, andere Dateiformate wie TIFF und die Verschlusszeit konnten mir da nur die Drittanbieter bieten. Die Suche nach einer App, die mit diesen Einstellungsmöglichkeiten einfach und schnell zu bedienen war, hat sehr lange gedauert und einige Euros gekostet. Euros, die ich aber gerne ausgegeben habe.

Hängen geblieben bin ich dann letztendlich bei ProCam, jetzt in Version 3. Angefangen hat es natürlich mit Version 1, welche am 1. September 2012 veröffentlicht wurde. Damals, als Skeuomorphismus noch die Benutzeroberflächen der Geräte geprägt hatte, sah der Entwickler für sich eine Nische für eine Kamera-App, die aussah wie eine echte Kamera und sich dementsprechend auch verhielt. Seitdem wurde ProCam immer weiterentwickelt, bis für mich zum heutigen Stand eine der besten Apps im AppStore geworden ist!

ProCam bietet mir alle Funktionen die ich mir Wünsche und sogar die Möglichkeit verschiedene „Raster“, wie zum Beispiel „golden third“, zu wählen. Natürlich sind die üblichen Verdächtigen wie HDR, Blitz und Countdown dabei, aber ein sehr nützliches Feature bei ProCam gibt es noch: Auslösen via Geräusch. Entweder klatscht man in die Hände, oder gibt anderweitig laute Geräusche von sich.

ProCam 3 Screenshot 1 English 4.7 Screen

Wie bei allen Kamera-Apps gibt es einen Auslöser, hier in Form eines Kreises. Rechts daneben findet man die Kurzwahl für Countdown, Vollbild-Knopf (der Auslöser ist der Viewfinder), Intervall und dem Geräusch-Auslöser. Weiter rechts findet man die etwas tiefergehenden Einstellungen (SET) für die Anzeige des Histogramms, Geotagging oder Stempel (Zeit, Ort und Copyright) usw. Alle Möglichkeiten zum Verändern der Einstellungen aufzuzählen, würde den Rahmen ein wenig sprengen. Es gibt sehr viele Möglichkeiten die App auf seine Wünsche einzustellen.

Links vom Auslöser befindet sich der Format-Knopf, wie ich ihn nenne. Hinter ihm verbirgt sich die Möglichkeit das Ausgangsformat der Bilder die ihr schießt zu verändern. Hier stehen mit 1:1, 4:3, 3:2 und 16:9 gleich vier zur Auswahl. Darüber befinden sich dann die verschiedenen Raster und eine Art Nivellierungssymbol, welches euch verrät, ob ihr das Gerät auch genau in der Waage haltet. Perfekt geeignet für absolut symmetrische Bilder. Auch das „two thirds“ Raster bietet hier eine Art „Nivellierung“.

ProCam 3 Screenshot 2 English 4.7 Screen

Es gibt in diesem Untermenü auch die Möglichkeit zwischen den verschiedenen Modi von ProCam zu wechseln. Es stehen Time Lapse, Video, Foto, Nachtmodus und Burst zur Auswahl. Der Nachtmodus macht so gesehen nichts anderes, als die Verschlusszeiten sehr lang zu halten und die Lichtempfindlichkeit sehr niedrig, um auch um dunkel rauscharme Bilder zu schießen. Hier empfehle ich dann aber unbedingt einen TriPod, oder Einbein zu verwenden.

Eines der besten Features von ProCam ist der TIFF Support. Hier speichert ProCam die Bilder verlustfrei ab. Die Bilder sind dann aber, meiner Erfahrung nach, immer etwas größer als 30 MB pro Bild. Wer viele Bilder schießt, der sollte viel bis sehr viel Speicherplatz auf dem Gerät und / oder in der Cloud haben, um diese Datenmengen in Masse sichern zu können. Dafür bietet TIFF aber eine deutliche Steigerung der Bildqualität. Strukturen können feiner und Details besser dargestellt werden. Testet es selbst und fotografiert im Halbdunkel die Haare von Tieren, eures Freundes oder Freundin mit der Apple App und dann ProCam. ;-)

Weiter links befindet sich die ProCam eigene Galerie. Hier findet man alle Bilder, die Lokal auf dem Gerät abgelegt sind. Man kann, sofern man nicht andere Apps dafür nutzt, direkt in ProCam die Bilder weiter bearbeiten. Neben verschiedensten Filtern sind viele weitere Veränderungen an den Fotos möglich. Angefangen beim Beschneiden, über Schärfe und Unschärfe, bis hin zu Helligkeit, Weißabgleich und Körnungsfilter gibt es genug Möglichkeiten sein Bild zu bearbeiten.

procam 3 screenshot

Eine Ebene höher, also direkt vor dem Auslöser, befindet sich das Stellrad und die einzelnen Optionen die verändert werden können. Dazu zählen AE (Belichtung), Verschlusszeit, ISO (Lichtempfindlichkeit), AF (Fokussierung) und AWB (Weißabgleich). Ein kleiner weißer Balken signalisiert, welche der möglichen Optionen ausgewählt ist. Je nachdem wie man das Gerät hält, dreht sich hier die Schrift mit. Ein wenig weiter oberhalb, sofern man Hochkant-Fotos macht, befindet sich dann ein optionales Histogramm.

Es zeigt an, welche Helligkeitsbereiche von den jeweiligen Farben genutzt werden. Da das Histogramm aber hier auf das absolut notwendigste heruntergebrochen wurde, sieht man hier keine einzelnen Farben, sondern nur ein Gesamtbild.

Jeweils immer am oberen Bildschirmrand findet ihr Informationen über die Auflösung in der ihr die Fotos macht, den Akkustand, Blitz und den noch verbleibenden Speicherplatz.

Was man nicht vergessen darf, ist die Unterstützung für die Apple Watch. Dort kann man das Format (1:1, 4:3 usw) ändern, den Blitz ein-/ausschalten und einen Countdown starten.

Mit ProCam kann man natürlich auch Videos aufnehmen. Die Funktion wird zuerst über den kleinen Pfeil und dann „Video“ angewählt. Im Modus angekommen hat man wieder verschiedene Optionen zur Auswahl. Größtenteils entsprechen sie dem des Foto-Modus, aber hier hat man ab dem iPhone 6 die Möglichkeit 4k Videos aufzunehmen. Die Videos werden an sich mit einer etwas niedrigeren Auflösung aufgenommen und dann etwas skaliert, damit sie dann eine Auflösung von 3840 mal 2560 Pixel haben.

Alles in allem bietet ProCam ein stimmiges Paket an Features an, die schön verpackt und schnell zu erreichen sind. Der ganze Spaß kostet 3.99€ und bisher hat der Entwickler keine „Upgrade“-App veröffentlicht, um noch einmal an der App verdienen zu können. Macht auch nicht jeder.

ProCam 5
Preis: 6,99 €+

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