Samsung Galaxy Gear im Test

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Seit ein paar Tagen habe ich nun das Samsung Galaxy Note 3 und die Galaxy Gear in der „Redaktion“. Da ich privat eine Sony Smartwatch 2 trage, habe ich die Uhr auch ein paar Tage von Sohn 2.0 tragen und bewerten lassen. Der folgende Testbericht ist also in dieser Konstellation entstanden und soll so möglichst unparteiisch die Eindrücke schildern. Die Gear ist auf jeden Fall in meinen Augen ein richtig schönes Stück Design-Technik.

Lieferumfang

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Die Verpackung ist wie bei den letzten zwei Galaxy Flaggschiffen auch im Nature-Style gehalten. In der Verpackung befindet sich die Galaxy Gear, die benötigte Ladeschale und das dazu passende Netzteil mit MicroUSB-Kabel. Des weiteren ist auch ein Quickstarter-Guide und andere dieser „analogen Papierverschwender“ dabei.

Die technischen Spezifikationen

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  • 800 Mhz Prozessor
  • 1,65″ Super AMOLED screen
  • Bluetooth 4.0 + BLE
  • Lagesensor und Gyroskop
  • 4GB Speicher
  • 512 MB RAM
  • 1,9 Megapixel Kamera mit 720p Videofunktion

Zur Gear selbst

Zur Verarbeitung der Gear ist im Grunde nichts Schlechtes zu sagen. Beim Armband allerdings scheiden sich die Geister. Während mir die Abstände des verstellbaren Bandes entweder zu groß oder zu klein sind, haben andere damit keinerlei Probleme. Dazu kommt der dicke Nupsi auf der Rückseite, welcher zugleich das Mikrofon für die Telefonate beherbergt, aber auch aufgrund dieser Position oft beim Tippen am PC stört, da man auf genau diese Stelle den Arm auflegen würde.

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Das Armband wirkt auf den ersten und zweiten Blick recht hochwertig, allerdings musste ich nach knapp 10 Tagen Test feststellen, dass das weiße Armband mittlerweile eher grau/weiß ist, und anscheinend von dunklen Pullovern und Jacken die Farbe etwas annimmt. Da das Band aufgrund der Kamera aber fest mit der Uhr selbst verbunden ist und nicht wechselbar ist, besteht hier keine Möglichkeit des Wechselns.

Schaut man die Specs und die bisher verfügbaren Konkurrenz-Modelle (Pebble, Sony SW2) an, möchte man fast meinen, dass der Preis von fast 250,- EUR schon etwas hoch gegriffen ist. Auf der andren Seite sind aber auch Dinge wie das Display, die Kamera, etc. integriert, welche den höheren Preis teilweise wieder rechtfertigen. Die Laufzeit der Galaxy Gear ist leider nicht gerade überragend. Bei intensiver Benutzung mit Benachrichtigungen von Whatsapp etc. komme ich gerade so über einen Tag mit der an das Galaxy Note 3 gekoppelten Gear. Interessanterweise haben beide Geräte fast immer den identischen Ladestand. Beim LG G2 kommt mit gekoppelter SW2 (die hält gute 3 bis 4 Tage!) fast über 2 Tage und ein Lumia 925 ohne gekoppelte Smartwatch packt auch ganz locker 2 Tage Nutzung.

Da die Gear in meinem Fall nur knapp einen Tag durchhält muss sie Abends in die Ladeschale. Hier ist es mir zweimal passiert, dass ich die Uhr falsch herum eingesetzt habe und die Gear damit natürlich nicht geladen wurde. Leider ist in der Gear kein Anschluss für einen MicroUSB-Stecker vorgesehen und somit ist die Uhr ohne Ladeschale nicht mehr unterwegs aufladbar.

Zum Screen

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Es ist für Samsung typisch ein AMOLED-Display verbaut. Eigentlich muss man dazu fast nichts mehr sagen. Die Farben sind leuchtend, wenn auch ein klein wenig übersteuert, dafür wird man mit sehr viel Kontrast und einem tiefschwarzen Schwarz belohnt. Die Auflösung von 320 mal 320 Pixeln ist auf dem kleinen Bildschirm gestochen scharf und die Bedienung des Touchscreens funktioniert tadellos.

Kamera

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Die Galaxy Gear ist soweit ich weiß die erste Smartwatch mit integrierter Kamera. Die 1,9 Megapixel Kamera ist eine nette Spielerei aber natürlich auch nicht unbedingt nötig. Auf der einen Seite ist sie wirklich gut geeignet um mal eben ein Foto für eine Notiz oder Instagram zu erstellen, auf der anderen Seite könnte man das aber auch mit dem Handy machen und hätte deshalb nicht das hervorstehende Kameramodul am Armband. Zusammenfassend lässt sich zur Kamera sagen, dass die Bilder gerade für Instagram & Co. genügen, aber für mehr würde ich dann zum Smartphone greifen.

Die Videofunktion ist auch eine kleine aber nette Spielerei. Die Cam nimmt hier in 720p auf, und auch hier gilt, dass die Qualität für Vine & Co. genügt. Ein kleines Album auf unserem Google+ Kanal zeigt ein paar der Schnappschüsse mit der Galaxy Gear:

Die integrierte Telefonfunktion der Galaxy Gear ist auf Dauer eher anstrengend. Man ist die ganze Zeit gezwungen den Arm in Richtung Mund zu führen, was auf Dauer dann doch eher ermüdend ist. Aber auf der anderen Seite – wer hat vor mit einer Smartwatch längere und vor allem von jedermann hörbare Gespräche zu führen? Das wählen der Nummer ist sehr einfach gehalten. Entweder man nutzt Svoice oder man geht einfach ins Telefonbuch und pickt sich die passende Nummer raus. Leider erkannte in meinem Test SVoice nicht einmal „Melanie“ oder „Johannes“.

Bezüglich der Sprachqualität habe ich dann in der Stadt einen Versuch gemacht und mit dem Note 3 und der Galaxy Gear telefoniert. Leider erinnert mich der Lautsprecher eher an diese Speaker, die in den Weihnachtsgrußkarten verbaut sind und das Gespräch selbst kam auch beim Gegenüber sehr dumpf rüber. Aber wer läuft schon gern wie Michael Knight durch die Fußgängerzone? :)

Software

Die Galaxy Gear wird mit sehr vielen Features angepriesen. Die meisten davon sind auch sehr gut gelöst. Die Gear zeigt nach der Inbetriebnahme erst einmal nur SMS und E-Mails an. Unter dem Punkt „weitere Benachrichtigungen“ muss man nun noch die Anwendungen wählen, von der man auch auf der Uhr die Benachrichtigungen erhalten möchte. Das folgende kleine Video zeigt sehr schön das Grundprinzip der Gear. Die meisten Dinge werden über Wischgesten geregelt bzw. eingestellt oder aktiviert.

Es gibt extra Anwendungen für die Gear wie Twitter, Foursquare, Facebook und und und. Die Meisten Anwendungen sind sehr simpel aufgebaut und können so auch unterwegs ganz einfach genutzt werden. Es gibt auch von Haus aus kleine Helfer wie einen Stopp-Uhr, Timer, Sprachmemo und die typischen Telefonanwendungen wie ein Nummernfeld und ein Anrufprotokoll. Mir fehlt an der Gear ein kleines Gimmick, wie das doppeltippen zum aktivieren des Displays.

Von Haus aus aktiviert sich das Display der Gear durch drehen des Armes in den „Draufblick-Winkel“ oder durch einen Tipp auf die seitlich angebrachte Taste. Ein tolles Feature ist die Mediensteuerung des Smartphoens von der Uhr aus. Hier kann man beispielsweise auf einer Party das an die Anlage angeschlossene Smartphone über die Uhr am Handgelenk steuern.

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Die Gear hat von Haus aus 9 verschiedene Watchfaces. Sollten diese nicht genügen, so kann man sich aber auch ein eigenes basteln und sich damit von der Masse abheben. Hierfür gibt es einen sehr einfach zu bedienenden Watch-Styler:

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Fazit

Dadurch dass die Gear Samsungs erste Smartwatch ist, kann man sie noch nicht als das Nonplusultra bezeichnen. Andere Firmen haben auch gute Geräte, die teilweise die hälfte des Gear-Preises kosten und – ganz wichtig – kein Galaxy-Smartphone voraussetzen. Aber man darf die Gear auch nicht nur negativ betrachten. Andere Armgelenks-Buttler wie die Pebbles sind hierzulande nur schwer zu bekommen und die Smartwatch aus dem Hause Pearl ist eher mehr Handy als eine Uhr und deswegen nicht unbedingt als DIE wearable Technologie einstufbar.

Ich würde sagen, dass wir noch ein Jahr abwarten und uns die Gear 2 anschauen. Wenn Samsungs Techniker ordentlich aus dem Vollen schöpfen, dürfte die nächste Smartwatch aus dem Hause Samsung mit ein bisschen mehr Kompatibilität und einem klein wenig günstigeren Preis sehr interessant werden. Ich persönlich würde weiterhin eher zur SW2 oder Pebble greifen. Was haltet ihr von der Gear oder anderen Smartwatches ?

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