Samsung Gear S2 in unserem Hands-On + Video

Wir haben uns auf der IFA in Berlin die neueste Smartwatch von Samsung angesehen.

Smartwatch-Vorstellungen von Samsung konnten mir in letzter Zeit nur ein müdes Kopfschütteln entlocken. 7 Modelle in zwei Jahren, keine wirklich durchgehende Designsprache, unterschiedliche Betriebssysteme – für mich war bisher keine geplante Evolution zu sehen, sondern Samsung schien alles zu bauen was geht und hinterher zu schauen, was Erfolg hat.

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Wenn es nach mir geht, könnte die Gear S2 diese Serie beenden. Denn die neueste Smartwatch von Samsung ist die erste, die bei mir einen Greifreflex am Messestand ausgelöst hat.

Samsung Gear S2 offiziell vorgestellt 1. September 2015

Sowohl die normale Uhr als auch das Classic Modell überzeugen auf den ersten Blick mit ihrer guten Verarbeitung. Runde Smartwatches haben es mir sowieso angetan. Die Gear S2 schafft es aber, das Display komplett rund zu machen, ohne dass das Gehäuse an sich allzu dick und klobig wirkt.

„Warum hat da nicht eher jemand dran gedacht?“

Angetrieben wir die Gear S2 vom Betriebssystem Tizen, das in der neuesten Ausgabe ein sehr interessantes Bedienkonzept mitbringt. Die Lünette, also der Rand des Displays, ist drehbar und dient so als Eingabemedium. Ähnlich wie bei der digitalen Krone an der Apple Watch ist es so möglich, die Uhr zu bedienen, ohne mit dem eigenen Wurstfinger das Display zu verdecken. Der drehbare Ring rastet dabei in kleinen Schritten ein und erleichtert die Bedienung ungemein. Das ist wieder einer der Momente wo man sich denkt: „Warum hat da nicht eher jemand dran gedacht?“

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Die normale Edition kommt mit von Samsung vorgegebenen Bändern, an die teurere Classic Version kann man jedes beliebige Armband anklemmen. Die Classic hat außerdem ein hochglänzendes Gehäuse und eine geriffelte Lünette. Ich persönlich mag das matte Metall der normalen Version aber lieber.

Natürlich lässt sich in einem kurzen Hands-On noch nichts zur tatsächlichen Akkulaufzeit oder der letztendlichen App-Unterstützung der Gear S2 sagen. Man könnte auch angesichts der Kampfpreise von Asus den Preis von 349,00€ für das normale Modell als zu hoch empfinden.

Aber bei Smartwatches geht es für mich um drei Dinge: Schnelligkeit, einfache Bedienung und Stil. Ich möchte also alle Informationen schnell angezeigt bekommen, die Uhr darf mir nicht durch undurchdachte Bedienkonzepte im Weg stehen und schön soll sie dann bitte auch noch sein. Alle drei Disziplinen meistert die Gear S2 nach meinem ersten Eindruck mit Bravour.

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Ich bin sehr gespannt, ob die Gear S2 Käufer finden wird und ob Samsung es schafft, langsam mal etwas Kontinuität in das eigene Smartwatch-Lineup zu bringen. Der Smartwatch-Markt ist immer noch jung. Wenn Tizen kontinuierlich weiter entwickelt wird, könnte das Betriebssystem für Samsung zum positiven Unterscheidungsmerkmal im Ozean der Android Wear Uhren werden.

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