Mein Problem mit dem Umweltbonus

Vw Volkswagen Touareg R Header

Seit ein paar Tagen gilt nun der neue „Umweltbonus“ für Elektroautos und Hybrid-Modelle in Deutschland. Bis zu 6.000 Euro gibt es beim Neukauf, wenn das Auto einen Nettolistenpreis von 40.000 Euro nicht überschreitet. Doch selbst wenn der Wert darüber liegt, gibt es immerhin noch bis zu 5.000 Euro.

Umweltbonus: Klimaziele 2030 erreichen

Grundsätzlich finde ich eine Förderung der Elektromobilität gut, aber was mich seit einer Weile stört, ist die Bezeichnung „Umweltbonus“, welche die Bundesregierung auch ganz offen auf ihrer Webseite nutzt. Denn oftmals ist das einfach nur ein netter Bonus beim Kauf von teuren Luxus-Modellen.

Auf die Frage, warum es diesen Umweltbonus für Elektroautos überhaupt gibt, erhält man auf der Webseite der Regierung übrigens eine klare Antwort:

Um die Klimaziele 2030 zu schaffen, müssen in Deutschland sieben bis zehn Millionen Elektrofahrzeuge zugelassen sein.

Es ist also wichtig, dass mehr Elektroautos auf die Straße kommen. Und weil die Modelle mit Elektromotor und Akku gerne mal etwas mehr als ein Benziner kosten, fördert man diese. Das kann vermutlich jeder nachvollziehen und ist gut.

Allerdings ist mir seit gestern ein Kommentar von einem Leser hier im Blog nicht mehr aus dem Kopf gegangen. Im Beitrag zum VW Touareg R schreibt er:

Ein Unding, dass solche Fahrzeuge auch noch gefördert werden…

Umweltbonus: Und die Bahnkosten?

Am Abend hatten meine Freundin und ich noch ein Gespräch, in dem es darum ging, dass sie während ihres Rechtsreferendariats bald eine Station besucht, wo sie zusätzlich zu ihren Kosten für das Bahnticket noch ein Anschlussticket kaufen muss. Da erreicht man irgendwann den Punkt, wo Autofahren kaum teurer ist.

Bei mir im Studium war es auch so, dass ich mein Bahnticket monatlich bezahlen musste. Das variiert von Uni zu Uni, aber warum muss man als Student, der noch kein Geld verdient (theoretisch) überhaupt Geld zahlen, um von seiner Wohnung zur Universität zu kommen? Aber das ist vielleicht ein anderes Thema.

Aktuell ist die Lage also so, dass jemand, der sich noch in der Ausbildung befindet und keine Zeit hat, um nebenbei viel Geld zu verdienen, hohe Kosten für den Weg von A nach B aufbringen muss. Jemand, der sich einen SUV mit 462 PS kauft, aber mal eben 3.750 Euro beim Kauf seines Neuwagens bekommt.

PS: Ich gehe mal davon aus, dass ein VW Touareg R nicht bei den 5.000 Euro dabei sein wird, da die normale Version bereits bei über 60.000 Euro startet.

Umweltbonus: Eher ein „Wirtschaftsbonus“?

Das, was da gerade als „Umweltbonus“ bezeichnet wird, ist in meinen Augen nichts anderes, als die Förderung der Autoindustrie. Versteht mich aber bitte nicht falsch, denn ich finde es grundsätzlich gut, wenn man die Wirtschaft ankurbelt und Deutschland ist abhängig vom Erfolg der deutschen Autobauer.

Es stört mich aber, wenn man einen Bonus von fast 4.000 Euro für einen über zwei Tonnen schweren SUV mit über 460 PS bekommt, nur weil dieser ein paar km rein elektrisch fahren kann. Der Anteil am Klimaziel 2030 wird bei so einem Kauf so gut wie nicht vorhanden sein, damit fördert man kaum die Umwelt.

Vw Touareg R Front Back

Sollte man sich der weltweiten Entwicklung anschließen (immerhin diktiert nicht der deutsche Automarkt die Richtung) und versuchen die Wirtschaft ein bisschen zu fördern? Sehr gerne. Aber statt fast 2000 Euro (staatlicher Anteil bei der oben genannten Summe) in PS-starke SUVs zu stecken, sollte man doch lieber andere Lösungen suchen. Falls es einem um einen „Umweltbonus“ geht.

Ihr dürft das anders sehen, denn die Welt ist bunt und unterschiedliche Meinungen sind gut. Ich muss aber gestehen, dass ich aktuell ein Problem mit dem Wort „Umweltbonus“ habe, wenn solche Autos gefördert werden und ich sehe, wie man viel mehr an anderen Stellen bewirken könnte, wo es Menschen nötiger hätten.

Die Autohersteller müssen dank neuen CO2-Grenzwerten der EU schauen, dass sie umweltfreundlichere Autos verkaufen und ihre Flotte optimieren. Da ist es nicht notwendig, wenn man Hybrid-Autos für über 40.000 Euro fördert. Und wenn man das als Staat tun möchte, dann aber bitte als „Wirtschaftsbonus“.

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