Smoked by Android: Microsoft reagiert nach Niederlage unsportlich (Update)

Anfang des Jahres war Microsoft auf der Consumer Electronic Show 2012 in Las Vegas unterwegs und wollte mit einem kleinen Marketing-Gag beweisen, dass Windows Phone für die täglichen Aufgaben das schnellste OS ist. Man konnte Ben Rudolph von Microsoft rausfordern und wer die Aufgabe schneller erledigte, bekam 100 Dollar geschenkt. Die Videos erregten so eine große Aufmerksamkeit, dass sich Microsoft kurzerhand dazu entschlossen hat eine Werbekampagne daraus zu machen und diese sogar im Fernsehen auszustrahlen: „Smoked by Windows Phone“ war geboren.

Mittlerweile hat man den Wert der zu gewinnenden Preise sogar erhöht und so bietet einem möglichen Gewinner bei manchen Lokalitäten sogar einen limitierten Laptop für 1000 Dollar an. An diesem Wochenende hat sich die bisher positive Werbung allerdings zum negativen gewendet, denn in einem Windows Store in Santa Clara in Kalifornien haben die Mitarbeiter die Niederlage einfach nicht akzeptiert. Sahas Katta ging letzten Sonntag mit seinem Galaxy Nexus und gut vorbereitet in den Store und wollte sich den Gewinn sichern. Eigentlich hätte er die Herausforderung laut seiner eigenen Aussage auch ganz klar gewonnen.

Mal davon abgesehen, dass die Herausforderungen ein Witz sind, da die Mitarbeiter natürlich nicht nur Stärken von Windows Phones raussuchen, sondern sich auch noch so vorbereiten, dass ein Sieg ohne Glück unmöglich ist, bei einer Niederlage sollte man dann auch einsichtig sein. Die Aufgabe für Sahas war folgende: Zeige das Wetter von zwei unterschiedlichen Orten an. Der Witz an der Sache: Der Mitarbeiter im Microsoft Store hatte sich vorher schon zwei Live Tiles auf den Homescreen gelegt und musste somit theoretisch nur das Gerät entsperren. Eine Aufgabe von wenigen Sekunden.

Doch Sahas hatte Glück, denn auf seinem Homescreen befinden sich immer zwei Wetter-Widgets, eins mit der aktuellen Position und eins für Berkeley. Da er vorher auch noch den Entsperrmechanismus deaktiviert hatte, musste Sahas nur den Power-Knopf drücken und war fertig. So schnell konnte die Mitarbeiterin bei Microsoft den Bildschirm natürlich nicht entsperren. Doch der Sieg von Sahas wurde nicht akzeptiert. Die erste Begründung war, dass das Windows Phone das Wetter der aktuellen Position zeigt. Das tat aber natürlich auch das Widget auf dem Galaxy Nexus mit Android Ice Cream Sandwich.

Nach einigen Dikussionen mit dem Manager und scheinbar verwirrenden Argumenten, musste Sahas den Microsoft Store mit leeren Händen verlassen und hat seinen Ärger direkt niedergeschrieben. Er fordert Microsoft erneut raus und möchte eine Revanche. Vielleicht sollten die Rahmenbedingungen aber auch mal von einer neutralen Person geschaffen werden. Ich kann mir auch vorher drei Wetter-Widgets auf den Homescreen legen und das als Herausforderung angeben. Die schlechte PR ist jetzt erst mal da, auch wenn Ben Rudolph von Microsoft die Situation natürlich so schnell es geht aufklären möchte.

Update

Ben Rudolph hat sich auf Twitter bei Sahas gemeldet und bietet ihm den Laptop, ein Smartphone und auch eine Entschuldigung an. Der Druck der Medien war heute aber auch enorm groß. Jetzt wird sich zeigen, wie Microsoft weiter mit dieser Werbekampgne umgehen wird, der Ruf ist erst mal geschädigt.

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