Xiaomi Smart Home: Temperatursensor und smarte Lampe ausprobiert

Xiaomi bietet mittlerweile fast alles an, was Nerdherzen höher schlagen lässt. Die smarte Glühbirne Yeelight und einen Sensor für Temperatur und Luftfeuchtigkeit habe ich mir genauer angeschaut.

Über einschlägige Importhändler lässt sich so einiges an Gadgets bestellen, oft auch so günstig, so, dass keine zusätzlichen Kosten durch den Zoll anfallen. Eine gute Gelegenheit zum Einkauf bieten immer wieder stattfindende Flash-Sales.

Auch bei mir haben sich so schon einige Gerätschaften wie Akkupacks, Anti-Moskito-Gerätschaft, Bluetooth-Lautsprecher, Mi Band, in Ears und so weiter angesammelt. Man schlägt halt immer mal wieder zu.

Ein großer Punkt bei Xiaomi ist: Die Qualität der Produkte ist wirklich immer tadellos und ich bin sehr zufrieden. Aber taugen auch die Gadgets der Smart Home Reihe etwas? Man kann natürlich vieles importieren, aber gedacht sind die Produkte ja nun nicht für unseren Markt und vor allem unsere Sprache. Und genau das ist ein großer negativer Aspekt, wer nicht basteln möchte oder keine Lust auf halbgare Geschichten hat, wird sich eine andere Smart Home Lösung suchen müssen, das steht fest. Aber dennoch besitzen Xiaomis Gadgets irgendwie das gewisse (Design-)Extra und üben, zumindest auf mich, eine große Anziehungskraft aus.

Gearbest war so nett, mir einige Produkte zur Verfügung zu stellen (hier entlang zum Black Friday). Das sind eine smarte Glühbirne, und ein Sensor zur Messung von Temperatur und Luftfeuchtigkeit samt benötigtem Gateway (für die Glühbirne nicht zwingend notwendig). Das Gateway lässt sich modular erweitern, beispielsweise mit Fenstermeldern (Alarmanlage), Bewegungsmeldern, weiteren Temperatur- und Luftfeuchtigkeitssensoren, smarten Steckdosen oder frei belegbaren Action-Buttons. Außerdem ist ein Nachtlicht und ein Internetradio integriert, welches jedoch nur chinesische Sender hergibt, also unbrauchbar ist.

Das was ich hier habe, ist nicht viel, aber ich will mal versuchen euch anhand dessen vielleicht einige Denkanstöße zum Thema zu geben. Der Standpunkt dazu ist, denke ich, stark abhängig von der persönlichen Ausgangssituation. Der Mitzwanziger der Wert auf Lifestyle legt und vielleicht etwas Zeit und Muse zum Basteln hat, geht natürlich anders an das Thema heran, als der dreifache Familienvater der den ökonomischen Nutzen sucht und für große Spielereien einfach keine Zeit hat.

Bei mir verhält es sich so, dass ich Familienoberhaupt einer fünfköpfigen Familie bin, und verantwortlich für den Betrieb eines Hauses. Dieses habe ich gerade komplett saniert, inklusive neuer Heizungsanlage, sowie Fenster und Türen.

Im Zuge so einer Sanierung macht man sich auch Gedanken zu „richtigen“ Smart Home Lösungen. Die sind teilweise echt stark, kosten aber sehr viel und übersteigen daher mein Budget. Man muss sein weniges Geld halt möglichst effektiv einsetzen, da fällt so ein „Luxus“ schnell hinten runter. Aber ich mag solche Spielereien, ihr wahrscheinlich auch ;)

Und wie das mit dem Internet of Things halt so ist, muss man natürlich auch wissen, dass man sich angreifbar macht. Oder besser gesagt, zum Beispiel die Heizung wenn man sie beispielsweise mit smarten Heizkörperventilen ausstattet. Das will halt auch nicht jeder.

Einordnen würde ich Xiaomis Gerätschaften dann auch eher wie Gadgets, als wirkliche Lösungen zur Heimautomation oder Smartification meines Hauses. Aber dafür kosten sie ja auch nicht viel.

Die smarte Lampe

yeelight

Was gleich eingangs auffiel, war die schlechte Wlan-Reichweite. Ich musste buchstäblich in den Keller gehen für die Einrichtung, dort befindet sich nämlich mein Router und die Kellerdecke war wohl schon abschirmend genug, um die Einrichtung erstmal zu verhindern. Einmal im Netzwerk lief sie dann aber rund und machte sich fortan ganz gut für allerhand Lichtspielereien in der dunklen Jahreszeit. Sie reagierte immer fix und die Verarbeitung ist tadellos, finde ich bei einer Lampe zu dem Preis ganz gut.

Gesteuert wird der smarte Lichtspender über die Mi Home-App und die separate Yeelight-App, die jeweils für iOS und Android in englischer Sprache verfügbar sind.

Ein ganz angenehmer Einsatzzweck ergibt sich, wenn man die Birne in die E27-Fassung seiner Nachttischlampe oder zum Beispiel einer Stehlampe im Schlafzimmer schraubt. Passend zum eigenen Rhythmus lässt sich nämlich ein Timer stellen, zu denen die Birne sich dann selbstständig an- und ausstellt. Dem einen oder anderem mag das vielleicht ganz angenehm sein beim Aufstehen.

Auch angenehm, weil vorgefertigt, sind die schon vorhandenen Lichtprofile. Hier stehen zum Beispiel zur Auswahl: Sunrise, Sunset, Night Mode, Romantic oder Movie. Eigene Stimmungen lassen sich ebenfalls hinzufügen. Echt pfiffig ist die Möglichkeit, eine Farbe aus einem geschossenen Foto zu entnehmen und als Favorit zu speichern.

Weitere Funktionen der Lampe sind ein Sleeptimer (0-60 Minuten) und die Möglichkeit ausgefeilte Zeitprogramme zu schalten. Und das finde ich als Hausbesitzer sehr interessant. Treu nach dem Motto „Digital ist besser“ können diese Glühbirnen also die alten Zeitschaltsteckdosen für den Urlaub ablösen und erweitern sie sozusagen auf mein Smartphone.

Und ich kann auch von unterwegs noch mal was schalten falls nötig, das ist schon sehr praktisch, gerade für den aufgerufenen Preis. Aus dem Mobilfunknetz bedient ergab sich ein kleiner Lag, dass ist aber zu verkraften denke ich, funktioniert hat sie zuverlässig.

Die Glühbirne kostet circa 12 Euro und lässt sich also ohne weitere Kosten nach Deutschland einführen.

Der Temperatur- und Luftfeuchtigkeits-Sensor

xiaomi-sensor

Temperatur und Luftfeuchtigkeit spielen in unseren Wohnräumen eine große Rolle. Hat man vor Jahren noch mittels Pflanzen oder Luftbefeuchtern, an Heizungen aufgehängt, versucht der trockenen Luft Herr zu werden, agiert man heute eigentlich gegenteilig. Immer dichtere Häuser, Fenster und Türen machen ein richtiges Lüftungsverhalten unabdingbar.

Zahlen liefert zum Beispiel ein Sensor von Xiaomi. Kostenpunkt sind etwa 7 Euro pro Stück. Zusätzlich benötigt ihr jedoch das Smart Gateway, dieses schlägt gleich mit ungefähr 25 Euro zu Buche. Außerdem benötigt dieser einen Adapter für europäische Steckdosen, der kostet circa 5 Euro. Bis zum Einsatz des ersten Sensors habt ihr also knapp 40 Euro ausgegeben, für eine Lösung die leider (noch) nicht offiziell (jedoch teilweise inoffiziell) ins Deutsche übersetzt ist.

Xiaomi selbst wirbt mit einer hohen Genauigkeit der kleinen Sensoren die sich auf glatten Flächen, zum Beispiel einem Spiegel im Flur, aufkleben lassen. Das kann ich mangels vergleichbarer Geräte nicht überprüfen. Was ich jedoch sagen kann ist, dass es einige Ungereimtheiten gab. Über die App erhält man jederzeit seine Messwerte wenn man sie triggert.

Nun sollte man denken, dass in diesem Moment auch ein Eintrag im Log erfolgt. Nein, tut es nicht. Das macht es schon mal schwierig eine Historie zu führen, falls man zum Beispiel wissen möchte wieviel Luftfeuchtigkeit das Kochen oder das Trocknen der Wäsche im Wohnzimmer so produziert. Ich habe mit etwas Hartnäckigkeit die Werte dennoch relativ genau vergleichen können und stellte fest, dass jene die im Log auftauchen so gar nicht denen entsprachen, die ich nur Sekunden vorher oder nachher mittels Messung feststellte.

Weiterhin lässt sich von dem Temperatur- und Luftfeuchtigkeitsverlauf scheinbar kein Backup machen, nicht auf dem Gerät und auch nicht in der Cloud, selbst in der MiCloud nicht. Mysteriöserweise gab es dann auch in unregelmäßigen Abständen unerklärliche Abfälle bei der Luftfeuchtigkeit. Die einstellbaren Pushbenachrichtigungen bei Ereignissen, wie zum Beispiel „zu hohe Luftfeuchtigkeit“, funktionierten allerdings tadellos, sie schienen in Echtzeit zu kommen.

So taugt der Sensor also nur für eine Momentaufnahme. An einem geschützten Ort im Außenbereich angebracht, könnte er euch zum Beispiel nach dem Aufstehen schon mal die Temperatur draussen mitteilen (falls der im Winter nicht kaputt friert). Ein großes Manko ist natürlich auch die fehlende deutsche Sprache. So wird man nie das volle Potenzial der App ausnutzen können, aus dem ganz einfachen Grund, dass man sie einfach nicht versteht.

Trotzdem hoffe ich irgendwie, dass sich in diese Richtung doch mal was tun wird, denn ich mag die gesamte (sehr umfangreiche) Reihe von Xiaomi einfach.

Eigentlich sollen diese Sensoren ja dazu dienen, kleine smarte Tasks auszulösen. Zum Beispiel, wenn es im Sommer im Schlafzimmer oder sonstwo zu warm wird, den (ebenfalls erhältlichen) Ventilator anschmeissen. Ich habe nun keinen hier, aber ich bin mir nicht so sicher ob das gut funktioniert, vielleicht ist aber auch nur der Log falsch oder mein gelieferter Sensor hat eine Macke. Aber selbst dass wäre ärgerlich genug.

Fazit

Die Yeelight Glühbirne kann gerade vor dem Hintergrund des niedrigen Preises überzeugen und bietet einige interessante Möglichkeiten für ein paar Euro. Außerdem liegen die Apps in Englisch vor und machen auch echt Spaß.

Der Sensor hat mich ehrlich gesagt nicht so vom Hocker gehauen. Das Geld kann man lieber in andere Lösungen investieren, die dann auch gleich eine deutsche Sprache in den Apps bieten.

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