Zolo Liberty+ im Test

Zolo Liberty Plus Header

Anker steigt mit den Zolo Liberty in den Markt für kabellose Kopfhörer ein, doch das für mich spannendere Modell nennt sich Liberty+.

Bei Anker hat man sich in den letzten Jahren mehrere Untermarken aufgebaut, mit denen man Produkte aus anderen Kategorien vermarkten möchte. Eine nennt sich Zolo und dürfte einigen hier schon ein Begriff sein. Mit der Marke Zolo vermarktet man unter anderem Lautsprecher mit Alexa und Google Assistant.

Das Modell Liberty geht allerdings nicht unbedingt in diese Richtung, auch wenn es einen digitalen Assistenten (zum Beispiel Siri beim iPhone) steuern kann. Doch der Fokus liegt auf der Musik, es ist nur nebenbei fähig smarte Aufgaben zu meistern.

Anker verkauft übrigens zwei Modelle der Liberty. Einmal das normale, welches seit Dezember in Deutschland erhältlich ist und aktuell 90 Euro auf Amazon kostet und dann noch das Modell Liberty+, welches einen Preis von 130 Euro besitzt und aktuell auch noch zu diesem angeboten wird. Beim normalen Modell ist der Preis bereits gesunken, hier dürfte er das auch irgendwann. Aktuell ist das Modell aber immer wieder ausverkauft, es soll ab Februar in ausreichender Menge verfügbar sein.

PS: Der Kopfhörer ist aus einer Kickstarter-Kampagne hervorgegangen, welche im Sommer 2017 gestartet wurde und sehr erfolgreich (2,8 Millionen Dollar) war.

Zolo Liberty+: Fazit als Video

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Zolo Liberty+: Preislich im Rahmen

Getestet habe ich beide Modelle, den Liberty schon ein bisschen im Dezember, doch ab Anfang 2018 dann in erster Linie den Liberty+. Es ist mein erstes Modell mit der neuen Bluetooth-Version (5) und darauf war ich gespannt. Der normale Liberty hat noch Bluetooth 4.2, ist nicht mit der Zolo-App kompatibel, besitzt einen minimal kleineren Treiber und ein Ladecase mit halb so viel Kapazität.

Zolo Liberty Plus Test3

Die Unterschiede sind nicht enorm, für mich aber durchaus entscheidend, um den Aufpreis zu zahlen. Anker-Produkte sind außerdem nicht unbedingt dazu bekannt den Preis vom Anfang zu halten, ich denke die 130 Euro werden also bald sinken. In der ein oder anderen kommenden Aktion wird man den Liberty+ sicher auch für knapp 100 Euro bekommen. Aber auch 130 Euro sind im Rahmen.

Die Verarbeitung von Kopfhörer und Case ist jedenfalls gut. Das Modell sitzt nicht perfekt, aber gut im Ohr. Bei In-Ears ist es immer wichtig die Kombination für das eigene Ohr zu finden. Das ist hier nicht so leicht, denn die mitgelieferten Gummi-Überzüge lassen sich schwer wechseln und haben nicht die beste Qualität.

Zolo Liberty Plus Test6

In so einem Fall nutze ich eigentlich immer eigene Ohrteile, die besser sitzen, doch das ist hier nicht möglich, denn dann passt der Liberty+ nicht mehr ins Case. Leider wie bei den AirPods – es ist schön ein kompaktes Case zu haben, in welches der Kopfhörer genau passt, aber das hat eben auch Nachteile.

Nach 2-3 Versuchen habe ich aber eine Kombination gefunden, die ausreichend gut sitzt. Für eine zweite Generation würde ich mir vor allem hier Verbesserungen in der Qualität und Anbringung der Gummi-Flügel wünschen. Mehr Platz im Ladecase ist für mich Pflicht, da ich eigene Ohrstöpsel bei In-Ear-Modellen nutzen möchte.

Zolo Liberty+: Neue und alte Technik

Der Sound ist gut, ziemlich gut sogar. Wenn man die richtige Kombination aus Flügel und Ohrstöpsel gefunden hat. In-Ears können mit der falschen Kombination richtig schlecht und mit der richtigen Kombination deutlich besser klingen.

Die App liefert dazu mehrere Einstellungen und ich habe direkt mal EDM beim Equalizer gewählt, der Bass ist für diese Größe wirklich nicht schlecht. Mehr Bass und volle Lautstärke gehen aber auch auf den Akku, die 3,5 Stunden habe ich nicht erreicht, gute 2 Stunden kommt man aber aus. Reicht für mein Workout.

Zolo Liberty Plus Test2

Für Workouts gibt es übrigens eine IPX5-Zertifizierung. Das ist nicht optimal (das wäre nur wasserdicht), aber es ist besser als nichts. Das mitgelieferte Case sorgt im Falle der Liberty+ für bis zu 48 Stunden Musikgenuss. Damit kommt man, sofern man die 3,5 Stunden nicht erreicht, nicht hin. Es sind ungefähre Angaben, ich denke gute 30 Stunden sind realistisch. Exakt gemessen habe ich es aber nicht.

Was schade ist: Geladen wird über microUSB. Ich würde mich 2018 aber gerne von dem Standard verabschieden. Auf der einen Seite gibt es mit Bluetooth 5 einen ganz neuen Standard, der nur von aktuellen Flaggschiffen unterstützt wird (und nicht mal von allen, da es über Updates noch aktiviert werden muss), auf der anderen Seite gibt es aber einen Standard von 2011, obwohl USB C längst angekommen ist.

Zolo Liberty+: Angenehme Steuerung

Die Einrichtung funktioniert wie bei einem gewöhnlichen BT-Kopfhörer und man kann den kompletten Kopfhörer koppeln (ich hatte auch schon Modelle, wo beide Seiten gekoppelt werden mussten). Es ist nicht so einfach und intuitiv wie bei den AirPods, doch diese Möglichkeit wird Anker auch nie (man benötigt den W1-Chip von Apple und der ist exklusiv für die AirPods) haben.

Zolo Liberty Plus Test4

Verbindungsabbrüche beim Musikhören hatte ich nicht, aber das hier ist auch noch kein Langzeittest. Ich habe erste Erfahrungsberichte gesehen, wo sowas vor kam, doch der Support von Anker ist gut und im Zweifel gibt es ein neues Modell oder Geld zurück. Wo wir bei Abbrüchen sind: Die Verbindung mit der App ist nicht so gut, dort wird sie öfter mal verloren. Aber nicht tragisch, ich habe sie sowieso nur mal kurz für den Test genutzt und dann wieder runtergeworfen.

Die Steuerung über die Tasten an der linken und rechten Seite klappt ganz gut, auch wenn ich am Anfang ständig Siri aktiviert habe. Den Assistent startet man mit einem doppelten Tippen und das ist oftmals mit „Track weiter“ belegt. Das benötigte ein bisschen Eingewöhnung für mich. Leider kann man die Steuerung in der App nicht ändern, das war (als ich von der App gelesen habe) meine Hoffnung.

PS: Ich habe ein paar Nutzer-Rezensionen gelesen, in denen die fehlende Touch-Steuerung bemängelt wird. Der Druck auf ein Ohrteil ist auch nicht optimal, aber ich bevorzuge diese Art der Steuerung (vor allem bei Bewegung im Sport).

Zolo Liberty+: Fazit

Anker hat bei den Liberty+ verdammt viel richtig gemacht. Doch nicht nur hier, auch das normale Modell ist für den Preis einen Blick wert. Und wer kein Bluetooth 5 haben möchte, der kann glaube ich das günstigere Modell wählen. Der Klang ist bei beiden ähnlich, ich konnte keinen wirklichen Unterschied feststellen.

Zolo Liberty Plus Test6

Ich persönlich wollte aber genau so ein Modell. Komplett kabellos, Bluetooth 5, ein ordentlicher Sound mit Bass, gegen Schweiß geschützt und mit akzeptablen Halt für den Sport (in erster Linie nutze ich da In-Ears). Das sind die Zolo Liberty+ und es gibt kaum Schwachstellen. Zumindest keine, wegen denen man von einem Kauf abraten kann. Die Akkulaufzeit könnte besser sein, aber am Ende nutzt man ja sowieso das Case und kann den Kopfhörer immer vollgeladen beim Workout einschalten.

Von meiner Seite gibt es eine Kaufempfehlung, ich werde die Liberty+ nun etwas länger im Sport testen und schauen, ob es mein neues Standard-Modell wird. Das könnte kritisch werden, weil man wie gesagt keine anderen Ohrstöpsel nutzen kann, aber ich werde sehen, ob das am Ende ein K.O.-Kriterium ist. Ein ziemlich guter Einstieg in das Jahr 2018 und ich bin gespannt was noch so kommt, aber an diesem Modell von Anker werden sich nun viele messen müssen.

Anker hat uns für diesen Test ein Testmodell zur Verfügung gestellt. Weitere Details gibt es auf der Zolo-Produktseite. Falls euch interessiert, wie wir Produkte testen, dann schaut hier vorbei. Bei Fragen schreibt uns gerne in den Kommentaren.

Wertung des Autors
Oliver Schwuchow bewertet Zolo Liberty+ mit 4.0 von 5 Punkten.

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