Acer Aspire Switch 10 Convertible ausprobiert

Acer Aspire Switch 10 Header

Mit dem Transformer Book T100 machte ASUS zuletzt vor, wie Windows-Convertibles erfolgreich sein können: Über den Preis und ein gutes Gesamtpaket. Mit dem Aspire Switch 10 will Acer den gleichen Weg einschlagen. Letzteres habe ich seit wenigen Tagen bei mir im Einsatz, nun möchte ich euch einen ersten Eindruck von dem Gerät geben.

Spezifikationen und Lieferumfang

Die technische Ausstattung des Tablets gleicht der anderer Vertreter in diesem Preissegment praktisch durchgehend. Als Prozessor kommt ein Intel Atom Z3745 Quad-Core-Prozessor der aktuellen Bay-Trail-Generation zum Einsatz, der von zwei GB RAM unterstützt wird.  Aufgrund der Prozessorbeschränkung kommt auch hier die 32bit-Version von Windows 8.1 zum Einsatz.

Der Lieferumfang ist ebenso wenig überraschend. Neben dem Tablet und dem Tastatur-Dock finden sich noch das Netzteil mit proprietären Stecker, Kurzanleitungen und einer Lizenz für Microsoft Office 2013 Home & Student.

  • Display: 10,1“ LCD 1.366 x 768 Pixel
  • Prozessor: Intel Atom Z3745 1,3 GHz Quad-Core
  • Speicher: Zwei GB RAM / 32 bzw. 64 GB interner Speicher
  • Akkukapazität: 22 Wh
  • Ausmaße: 262 x 178 x 10,2 mm
  • Gewicht: 585 Gramm
  • Kamera: Zwei Megapixel Frontkamera
  • Ports: 3,5 mm Klinke, microSD, Micro-USB, Micro-HDMI, USB

Haptik, Verarbeitung und Design

Acer Aspire Switch 10 09

Durch die Aluminium-Rückseite fühlt sich das Tablet generell gesagt sehr hochwertig an – vor allem in diesem Preisbereich hat mich das sehr positiv überrascht. Dementsprechend ist die Haptik überaus gut gelungen und auch das Tastatur-Dock steht dem Tablet in nichts nach, wobei dieses aus Kunststoff gefertigt ist. Ferner lässt sich die Rückseite nur minimal eindrücken und auch Knarzgeräusche habe ich bisher keine wahrgenommen.

Ist das Tablet angedockt, wippt es bei der Fingerbedienung darüber hinaus kaum zurück, generell sitzt das Gerät sehr fest im Dock, es wackelt schlicht nicht. Das Design kann ebenfalls überzeugen. Auf den ersten Blick erinnert es definitiv an ein MacBook oder ein Samsung Series 3 Chromebook – in diesem Preissegment kann ich das aber definitiv verschmerzen, denn da ist es am wichtigsten, dass das Gerät zufriedenstellend funktioniert.

Display

Das Display macht insgesamt eine gute Figur. Die Auflösung macht auf dem Datenblatt vielleicht keine herausragende Figur, allerdings finde ich, dass das Ganze noch vollkommen im Rahmen ist – vor allem in der Laptop-Nutzung reicht mir diese Auflösung aus – vor allem eben für den geringen Preis. Das Farbbild gefällt mir ebenfalls und auch die Helligkeit ist mit 350 Nits absolut brauchbar, generell gibt es wenig zu meckern, so lange man sich nicht allzu sehr an der Auflösung stört.

Tastatur, Touchpad und Aufstellmodi

Acer Aspire Switch 10 01

Die Tastatur ist insgesamt sehr flach ausgefallen, der Weg, den die Tasten beim Betätigen zurücklegen daher generell sehr kurz. Der Druckpunkt ist weich gewählt, was ich aber aufgrund der flachen Bauweise nicht als problematisch betrachten würde. Die einzelnen Tasten sitzen auch vergleichsweise fest, sodass sie nicht übermäßig wackeln. Durch den recht ausgeprägten Rahmen des Tablets war es Acer auch möglich, die Tasten ausreichend groß zu gestalten, sodass es sich angenehm tippen lässt. Mir persönlich gefällt diese Tastatur insgesamt sehr gut, ich benötigte kaum Eingewöhnungszeit, um schnell und sicher tippen zu können – das aber sind natürlich sehr subjektive Eindrücke, denn andere bevorzugen z.B. eben längere Wege.

Im Vergleich zum Transformer Book T100 fällt mir beim Aspire Switch 10 vor allem auch das Touchpad positiv auf, denn das ist geräumig und für ein Netbook sehr groß. Des Weiteren fühlt es sich sehr smooth an, sodass die Finger problemlos auf dem Touchpad gleiten können – das ist beim Transformer Book T100 so nicht der Fall, das Touchpad ist dort deutlich frickeliger in der Bedienung.

Das Convertible kann darüber hinaus in insgesamt vier verschiedenen Modi genutzt werden: Tablet, Laptop, Tent und Display nennen sie sich und diese erinnern unweigerlich an Lenovos Yoga-Serie. Im Gegensatz zu dieser Gerätereihe sorgt hier allerdings nicht ein flexibles Scharnier für die Modi sondern die Möglichkeit, das Tablet vorder- und rückseitig zum Tastatur-Dock hin auf selbiges aufzustecken.

Software

Auf dem Aspire Switch 10 ist Windows 8.1 in der 32bit-Ausführung vorinstalliert und im Lieferumfang ist eine Lizenz für Office 2013 Home & Student mit dabei. Letzteres gehört inzwischen bei neuen Windows-Geräten zum Usus, ist aber deswegen nicht minder erwähnenswert. Ebenso schlägt sich Windows 8.1 ziemlich gut, da das Betriebssystem deutlich ressourcenschonender und somit für schwächere Hardware geeignet ist. Ich hatte beispielsweise keine Probleme mit zehn offenen Tabs und einem YouTube-Video in 1080p-Qualität.

Wichtig zu erwähnen ist übrigens auch, dass es ab Werk Probleme bei der Benutzung des Tablets mit dem Tastatur-Dock gibt, sodass dieses nach einer gewissen Zeit offenbar den Dienst quittiert. Hierfür gibt es seit einigen Tagen glücklicherweise ein Firmware-Update, welches über den Acer Live Updater installiert werden kann. Hier gibt es aber das Problem, dass der Acer-Update nicht ganz fehlerfrei läuft, denn um das Update zu installieren, musste ich die Aktualisierung mehrmals ausführen, da der Updater den Vorgang immer wieder erfolglos beendete.

Nervig ist übrigens auch die Menge an Bloatware, die Acer einem mit auf den Weg gibt. Mit dabei sind vor allem verschiedenste Acer-Tools – beim Namen genannt wären das Acer Media, Docs, Photo, Quick Access, Recovery Management, Remote Files, Portal und Video Player. Darüber hinaus wurden noch Spotify und Weblinks zu Lovefilm, Booking.com und eBay mit raufgepackt. Im Vergleich dazu wirkt z.B. das, was ASUS in diesem Bereich anstellt, noch sehr human.

In der Theorie ist Windows 8 perfekt für den Einsatz auf Convertibles geeignet, denn im Netbook-Modus könnte man so auf die Desktop-Umgebung zurückgreifen, während man bei der Tablet-Nutzung die Modern-Apps nutzt. Praktisch schaut das aber auch unter 8.1 Update 1 anders aus, denn ganz offensichtlich hat Microsoft zwar kleine, aber entscheidende Aspekte nicht zu Ende gedacht.

Das beste Beispiel hierfür ist immer noch die virtuelle Tastatur. Betreibt man das Gerät mit angeschlossenem Tastatur-Dock und tippt mit dem Finger auf ein Eingabefeld, öffnet sich automatisch die virtuelle Tastatur. Das mag zunächst vernachlässigbar klingen, ist in der Praxis auf Dauer aber unglaublich nervig, sodass ich persönlich den dafür zuständigen Dienst in der Windows-Verwaltung komplett deaktiviert habe. Das wiederum führt dazu, dass die virtuelle Tastatur überhaupt nicht mehr aktiviert werden kann – die Tablet-Nutzung kann man sich somit sparen.

Erstes Fazit

Acer Aspire Switch 10 02

Wie gesagt: Ich habe das Acer Aspire Switch 10 erst seit wenigen Tagen bei mir im Einsatz und einige Aspekte, wie z.B. die Akkulaufzeit und eventuelle Systemanfälligkeiten, kann ich noch nicht vollends beurteilen. Das, was ich aber bisher schon beurteilen konnte, stimmt mich beinahe durchweg positiv – sofern man das Switch 10 hauptsächlich als Netbook nutzen möchte, denn für den „echten“ Convertible-Einsatz ist Windows 8.1 schlichtweg immer noch nicht alltagstauglich, was mich sehr stört, denn das Potential ist unverkennbar da.

Ich persönlich zielte allerdings ohnehin darauf ab, das Gerät als Netbook nutzen zu wollen, damit ich eine gute Möglichkeit habe, unterwegs zu bloggen. Vor allem von mir, der gerne auf Details herumreitet, mag es daher eventuell komisch klingen, aber ich kann im Endeffekt mit den erwähnten Mängeln leben.

Bei einem Einstiegspreis von rund 350 Euro (bzw. aktuell 380 Euro bei Amazon) kann man hier zudem eigentlich nichts falsch machen. Das Gerät zielt darauf ab „gut genug“ zu sein und die meisten Nutzer gut über den Alltag zu bringen und das wird Acer hiermit erreichen, da bin ich mir bereits jetzt sicher. Im Vergleich zum Transformer Book T100, welches ich nun ebenfalls ein halbes Jahr nutzte, fallen mir dabei vor allem die Tastatur, das Touchpad und das generell niedrigere Gewicht bei höherer Wertigkeit auf, die das Switch 10 auszeichnen. Alles in allem bin ich bisher also durchaus sehr zufrieden.

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