Amazon Echo & Co.: Muss man seine Gäste warnen?

Amazon Echo weiß
Der Amazon Echo

Smarte Heim-Assistenten wie Amazons vernetzter Lautsprecher Echo bzw. Echo Dot erfreuen sich wachsender Beleibtheit. Beim Thema Datenschutz sollte man eventuell genauer hinschauen.

Die in den Geräten verbauten Mikrofone sind für Sprachbefehle jederzeit auf Empfang. Wirklich aktiv aufgezeichnet und übertragen werden Befehle bzw. aufgenommene Inhalte zwar nur, wenn ein entsprechendes Hotword erkannt wurde, aber auch darüber könnte man seine Gäste ja proaktiv aufklären. Immerhin landen die Aufnahmen in der Cloud, auch wenn sie dort vom Nutzer gelöscht werden können.

Die Redaktion von Onlinekosten hat die Rechtsanwälte Christian Solmecke und Thomas Hollweck um eine Einschätzung zur rechtlichen Lage diesbezüglich gebeten. Die Bewertung der Rechtslage fällt dabei leicht unterschiedlich aus, widerspricht sich aber nicht. Die Kernpunkte aus der zur Thematik veröffentlichen Pressemeldung findet ihr anbei.

Rechtsanwalt Solmecke sagt: Gäste müssen informiert werden.

Im Detail es heißt es dazu:

Eine strafrechtliche Verfolgung haben die Inhaber eher nicht zu befürchten“, sagt der Kölner Rechtsanwalt Solmecke. Zivilrechtliche Ansprüche seien aber denkbar, wenn Gespräche ohne Einverständnis aufgezeichnet würden. Gäste müssten über das Vorhandensein digitaler Assistenten informiert werden, wenn ihre Daten erfasst werden könnten.

Es bestehe die Gefahr, dass aufgezeichnete Gespräche Persönlichkeitsrechte verletzen könnten. „Jeder hat das Recht selbst zu entscheiden, welche Informationen er von sich preisgeben möchte“, erklärt Solmecke.

Rechtsanwalt Hollweck sieht das etwas anders, er sagt: Keine generelle Warnpflicht.

Im Detail es heißt es dazu:

Keine Aufklärungspflicht für Nutzer digitaler Assistenten gegenüber Besuchern sieht dagegen der Berliner Rechtsanwalt Thomas Hollweck. Der Käufer dürfe „darauf vertrauen, dass Amazon Echo zwar ständig mithört, hierüber jedoch keine Aufzeichnungen erstellt und keine Datenweitergabe an unbefugte Dritte durchführt.“

Eine Warnpflicht gebe es immer nur dann, wenn „eine ganz konkrete Gefahr droht“. Sind Besucher nicht damit einverstanden, dass Gespräche mitgehört und aufgezeichnet werden, sollte man entsprechende Geräte laut Solmecke abschalten. Thomas Hollweck empfiehlt „in Geschäftsräumen auf die Nutzung von Amazon Echo eher zu verzichten“.

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