Anker Soundcore Wakey: Modernen Radiowecker mit Qi-Ladestation ausprobiert

Anker Soundcore Wakey Front 2

Mit dem Soundcore Wakey möchte Anker euren bisherigen Radiowecker ersetzen. Dafür soll der Lautsprecher unter anderem mit einem integrierten Qi-Ladepad und sattem Sound auf dem Nachttisch überzeugen.

Wir haben den Anker Soundcore Wakey nun mehrere Wochen lang getestet und verraten euch in diesem Testbericht, ob der moderne Radiowecker seine hohen Anschaffungskosten wirklich wert ist.

Seit der Vorstellung der ersten Smart Displays von Amazon und Google gibt es erstmals spannende technische Produkte, die auf unseren Nachttischen Platz finden wollen. Diesen möchte auch Anker für sich beanspruchen, stellt den technisch hoch gerüsteten Geräten jedoch einen modernen, aber deutlich weniger smarten Radiowecker entgegen.

Der neue Anker Soundcore Wakey beschränkt sich nämlich auf die wirklich wichtigen Funktionen eines Radioweckers, soll diese aber besonders gut erledigen. Daher verspricht der Hersteller einen starken Stereo-Klang mit 10 Watt und stellt neben einem Qi-Ladepad auch 2 USB-Anschlüsse zum Laden verschiedener Gadgets bereit. Hinzu kommen noch einige smarte (Ein-)Schlaffeatures, die über die Soundcore-App auf dem Smartphone abgerufen werden können.

Nun aber genug der Produktbeschreibung – kommen wir zu meinen Eindrücken!

Schickes Design und überzeugende Verarbeitung

Anker Soundcore Wakey Front

Habt ihr bislang einen klassischen 08/15-Radiowecker verwendet, wird euch die Größe des Anker Soundcore Wakey vermutlich erst einmal überraschen. Mit Abmessungen von 20 x 9,2 x 8,2 Zentimetern gleicht er eher einem normalen Bluetooth-Lautsprecher und nimmt ganz schön viel Platz auf dem Nachttisch ein.

Das ist aber gar nicht so schlimm, denn optisch schaut der Anker Soundcore Wakey wirklich prima aus. An der Front wird der Korpus aus robustem, weißem Plastik von einem grauen Stoff-Gitter unterbrochen, welches das Display und die Lautsprecher-Öffnung überdeckt. Das LED-Panel scheint leicht gedimmt hindurch, weshalb der Radiowecker nicht direkt als ein solcher zu identifizieren ist.

Unterhalb des Netzes befinden sich auf der Front die Soft-Touch-Tasten, über die der Anker Soundcore Wakey bedient werden kann. Sie haben eine Hintergrundbeleuchtung verbaut, die allerdings nur kurz nach der Benutzung eingeschaltet wird. Das hilft bei der Bedienung bei Dunkelheit und verhindert zeitgleich, dass man nachts von der Beleuchtung der Tasten gestört wird.

Das wäre allerdings gar nicht schlimm, da das LED-Display diese Aufgabe bereits übernimmt. Zum einen blinkt der Doppelpunkt durchgängig, was auf Dauer doch sehr anstrengend ist. Zum anderen stehen fünf Helligkeitsstufen zur Auswahl, doch selbst die niedrigste ist bei Nacht für viele noch zu hell. Da diese Kritik auch von zahlreichen anderen Nutzern geäußert wurde, ist es mir absolut unverständlich, weshalb die Auswahl nicht per Update um dunklere Stufen ergänzt wurde. Das dürfte technisch schließlich möglich sein. Die App hält nämlich eine Option für Firmware-Updates bereit.

Da die Helligkeit meine Freundin sehr störte (ich kam damit klar), entschied ich mich letztendlich dafür, das Display zu deaktivieren. Nun zeigt es die Uhrzeit nur noch an, nachdem eine der Tasten gedrückt wurde. Das ist selbstverständlich eine unpraktische Lösung, wenn man nachts im Halbschlaf nur kurz einen Blick auf die Uhr werfen möchte.

Starker Klang für den Nachttisch

Anker Soundcore Wakey Bluetooth

Bluetooth-Lautsprecher hat Anker bzw. die Marke Soundcore bereits zur Genüge gefertigt. Es ist daher eigentlich kein Wunder, dass der Anker Soundcore Wakey als Speaker deutlich besser als als Radiowecker abschneidet.

Mit seinen beiden 5-Watt-Lautsprechern bringt euch der Anker Soundcore Wakey einen Sound auf den Nachttisch, der herkömmlichen Radioweckern um Längen überlegen ist. Egal ob Höhen, Mitten oder Bässe – sämtliche Töne werden akkurat wiedergegeben, wenngleich es im Tieftonbereich etwas an Druck mangelt.

Die Lautstärke lässt sich so weit hochdrehen, dass selbst mittelgroße Schlafzimmer mit Musik beschallt werden können und wirklich jeder vom eingestellten Alarm geweckt wird. Klanglich würde ich den Anker Soundcore Wakey auf einer Stufe mit Bluetooth-Lautsprechern für um die 50 Euro einordnen. Er ist zwar teurer, kann dafür aber auch noch anderweitig eingesetzt werden.

Bleibt aber die Frage, ob man auf dem Nachttisch wirklich einen solch guten Lautsprecher benötigt. Natürlich ist es nett, mit seinem Radiowecker auch einmal etwas Musik zu hören, rein zum Aufwecken würde aber auch ein schlechterer Speaker genügen. Hätte Anker hier nicht so viel Wert auf die Klangqualität gelegt, wäre der Soundcore Wakey wohl etwas erschwinglicher geworden.

Ohne App geht nichts

Anker Soundcore Wakey App

Den größten Kritikpunkt am Anker Soundcore Wakey stellt in meinen Augen allerdings die mangelhafte Bedienung dar. Das meiste gelingt hier ausschließlich über die Soundcore-App auf dem Smartphone, die immerhin durchaus schick und intuitiv aufgebaut ist. Hier können Wecker gestellt, Radiostationen eingerichtet und zum Beispiel die Displayhelligkeit verändert werden.

Kompliziert wird das Ganze dadurch, dass der Anker Soundcore Wakey nur Bluetooth (5.0) unterstützt. Möchte man eine Einstellung vornehmen, muss man also erst einmal eine Bluetooth-Verbindung herstellen, warten, bis die App den verbundenen Radiowecker erkannt hat, und kann dann erst fortfahren. Dieser Vorgang muss beispielsweise jeden Abend wiederholt werden, falls man auf mehrere Wecker mit unterschiedlichen Weckzeiten angewiesen ist. Diese können übrigens mit einem der festgelegten Alarme oder einem Radiosender als Weckton eingerichtet werden.

Genauso wie bei anderen Bluetooth-Geräten stellt das Smartphone häufig auch automatisch eine Verbindung zum Wakey her, sobald sich dieser in Reichweite befindet. Das kann in einer Studentenwohnung praktisch sein, stört aber ungemein, wenn man mehrere Zimmer besitzt. Da sitzt man im Wohnzimmer und möchte sich ein YouTube-Video ansehen – und plötzlich ertönt der Ton aus dem Schlafzimmer, da das Smartphone mit dem Radiowecker verbunden war.

Einschlaf-Funktion leider unpraktikabel

Praktisch soll außerdem noch die White Noise-Funktion des Anker Soundcore Wakey sein. Innerhalb der App können verschiedene Geräusche zusammengemischt werden, um eine angenehme Geräuschkulisse zum Einschlafen zu erhalten. Zur Auswahl stehen hier beispielsweise Regen, Feuerknistern oder das Zwitschern von Vögeln. Zudem kann ein Timer eingerichtet werden, nach dessen Ablaufen die Geräusche wieder verstummen.

Obwohl die White Noise-Funktion wirklich eine nette Idee ist, erwies sie sich bei mir im alltäglichen Einsatz als unpraktikabel. Möchte man sie verwenden, muss das Smartphone dauerhaft mit dem Radiowecker per Bluetooth verbunden bleiben – obwohl durchgängig ein und dieselbe Sequenz wiedergegeben wird. Ein solcher Bluetooth-Stream könnte auch über eine Drittanbieter-App mit einem normalen Lautsprecher nachgestellt werden – besonders exklusiv ist das Feature in seiner Umsetzung demnach nicht.

Als Konsequenz daraus, dass die Bluetooth-Verbindung bestehen bleiben muss, hat man keine Chance, das Smartphone nachts auszuschalten oder in den Flugmodus zu schicken, um nicht von Benachrichtigungen und Co. gestört zu werden. Mir persönlich war das wichtiger als die White Noise-Funktion, weshalb sie dann doch kaum zum Einsatz kam.

Lädt zuverlässig per Qi und USB

Anker Soundcore Wakey Charging

Kommen wir zu guter Letzt zu einem der Highlights des Anker Soundcore Wakey, das dann auch wirklich überzeugen konnte. Der Zubehör-Hersteller kombiniert nämlich nicht nur einen Radiowecker mit einem Bluetooth-Lautsprecher, sondern hat auf der Oberseite auch noch eine Qi-Ladestation verbaut. Sie lädt Smartphones mit bis zu 10 Watt schnell wieder auf und garantiert mit ihrem gummierten Ring, dass sie während des Ladevorgangs nicht plötzlich herunterfallen.

Auf der Rückseite des Anker Soundcore Wakey sind außerdem noch zwei USB-Ports verbaut. Daran lassen sich weitere Gadgets aufladen, wenngleich die Ladegeschwindigkeit für eine Kabelverbindung mit 5V/2A bzw. 10 Watt nicht allzu schnell ist. Um einige Geräte über Nacht zu laden, reicht das aber allemal aus.

Fazit zum Anker Soundcore Wakey

Anker Soundcore Wakey Front 3

Der Anker Soundcore Wakey versucht vieles zu sein, was ihm aber nur bedingt gelingt. Das beginnt dabei, dass er mit seinem störenden Display bereits seine einfachste Aufgabe als Radiowecker nicht so recht erfüllen mag. Vielleicht könnte hier ein Update Abhilfe schaffen, seit dem Release vor zwei Monaten hat sich in Bezug darauf allerdings nichts getan.

Auch die Bedienung erscheint im Alltag nicht durchdacht und die White Noise-Funktion wirkt letztendlich belangloser, als ich es mir ursprünglich erhofft hatte. Vieles wäre besser, wenn der Anker Soundcore Wakey WLAN an Bord hätte – darauf wurde aber leider verzichtet.

Dennoch hat der moderne Radiowecker von Anker auch seine positiven Seiten. Als Bluetooth-Lautsprecher überzeugt er auf dem Nachttisch mit einem guten Klang und schaut dabei auch noch gut aus. Zudem ist die integrierte Qi-Ladestation recht praktisch und mit den zwei zusätzlichen USB-Ports sollte so gut wie jeder all seine Gadgets über Nacht laden können.

Gepaart mit dem doch ziemlich hohen Preis in Höhe von 99,99 Euro macht es mir das Testergebnis allerdings schwer, eine Kaufempfehlung für den Anker Soundcore Wakey auszusprechen. Zu nah liegt er preislich an den aktuellen Smart Displays, die zwar einige Funktionen wie die Qi-Ladesation vermissen lassen, für mich aber das bessere Gesamtpaket auf dem Nachttisch darstellen.

Dennoch dürfte es einige Käufer geben, für die der Anker Soundcore Wakey das perfekte Produkt darstellt. Seid ihr auf der Suche nach einem Radiowecker mit gutem Klang, einer Qi-Ladestation und hübscher Optik, könnt ihr durchaus zugreifen – solange ihr euch nachts nicht von dem hellen Display stören lasst.

Wertung des Autors
Niklas Jutzler bewertet Anker Soundcore Wakey mit 3.0 von 5 Punkten.

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