Anycubic Photon Mono 4K Resin-Drucker im Test

Anycubic Photon Mono 4k Resin Drucker

Schon wieder eine ganz Weile her, dass ich einen Resin-3D-Drucker unter meinen Test-Fingern hatte. Mit dem Photon Mono 4K ist nun vor einigen Tagen eines der beiden neuesten Modelle aus dem Hause Anycubic hier eingetroffen. In den folgenden Zeilen folgen meine Eindrücke zu diesem Drucker.

Lieferumfang

Anycubic Photon Mono 4k Resin Drucker

Der Drucker selbst ist super verpackt hier angekommen. Alles ist wie immer in passgerecht ausgeschnittenem Schaumstoff eingehüllt eingepackt. Da sollte eigentlich nichts beim Transport passieren. In meinem Fall kam alles tadellos an und konnte in wenigen Minuten schon genutzt werden.

Im Lieferumfang ist dazu selbstverständlich alles, was zum Betrieb benötigt wird. Und das ist eine ganze Menge, denn bei Resin-Druckern muss deutlich mehr auf die Sicherheit geachtet werden, als man es bei normalen FDM-Druckern tun muss. Dazu dann etwas weiter unten noch mehr im Detail.

Neben Drucker, USB-Stick, Spatel usw. finden wir also auch noch eine med. Atemmaske (die taugt sicher nichts), ein Paar Handschuhe (wichtig), Trichter zum Zurückschütten des nicht benötigten Resins usw.

Zum Drucker selbst

Der Drucker selbst ist gut verarbeitet, wenn er auch bei weitem nicht so hochwertig wirkt, wie der Photon MonoSE (zum Test). Die Frage ist, ob man tatsächlich so ein robustes Metallgehäuse wie beim MonoSE benötigt, oder ob auch einfach nur ein Plastik-Deckel auf einem Kunststoffgehäuse wie im Falle des Mono 4K genügt?

Um das ganze vorweg zu nehmen, der Drucker druckt prima auch in dieser Ausführung. Die Druckplatte und das Display sind im Grunde ähnlich und generell ist auch sonst auf den ersten Blick kein wirklich großer Unterschied festzustellen.

Anycubic Photon Mono 4k Display

Das Display ist super ablesbar, die Daten können vom Slicer via USB-Stick zum Drucker transportiert und anschließend ohne angeschlossenen PC gedruckt werden. Das macht Spaß, ist gut durchdacht und funktioniert super.

Während des Druckvorgangs sieht man die aktuelle Schicht, welche belichtet wird, kann den Druck pausieren usw. Also alles wie gewohnt. Beim Pausieren fährt die Plattform ein paar Zentimeter hoch, sodass man sehen kann, ob die gedruckten Elemente auch alle ordentlich an der Druckplattform haften und der Druck so weitergehen kann.

Anycubic Photon Mono 4k Schutzgehaeuse

Als Slicer gibt Anycubic wieder den Photon Workshop 64 dazu. Selbstverständlich auch mit Link, damit die jeweils aktuellste Version heruntergeladen werden kann. Wie immer werden dort nun die STL-Dateien eingefügt und auf der Druckplatte angeordnet. Alles schön übersichtlich gehalten und einfach zu bedienen.

Anycubic Photon Mono 4k Slicer

In den Einstellungen gibt man nun noch an, welches Resin verwendet wird (es gibt schon einige Voreinstellungen) und in welcher Qualität bzw. Auflösung gedruckt werden soll. Die ersten paar Schichten werden etwas länger belichtet, damit das Objekt auch an der aus der Flüssigkeit rausfahrenden Plattform hängen bleibt und grob und kurz gesagt war es das auch schon.

Selbstverständlich gibt es viele unzählige Feinjustierungen, aber das würde den Artikel sprengen. Eventuell kurz angerissen sei aber auf jeden Fall noch das Thema Resin-Sorten.

Hier gibt es mittlerweile doch einiges auf dem Markt. Entweder geruchsarm oder statt mit IPA auch mit Wasser abwaschbar usw. Perfekt drucken wird man nur mit der über die Zeit gesammelten Erfahrung. Es verhält sich im Grunde wie bei den verschiedenen Filament-Sorten bei FDM-Printern. Das eine braucht es heißer, das andere nicht, das andere ne hochtemperierte Druckplatte, das andere nicht usw. Aber vieles klappt auch mit den Standard-Werten.

So ist das auch mit dem Resin. Je nach Vorliebe ist das Objekt dann eben ohne IPA waschbar oder der fertige Druck nachher stabiler usw. Hier hilft nur ausprobieren.

Ein paar Worte zum Thema Resin im Allgemeinen

Wie weiter oben schon angerissen ist das Thema Resin nicht unbedingt ungefährlich. Resin-Drucker haben aber trotzdem eine wundervolle Daseinsberechtigung. Egal ob viele Objekte oder nur ein einzelnes kleines Figürchen auf die Druckplatte gepackt wird, der Druck benötigt durch die Funktionsweise immer gleich lang. Nur die Höhe des höchsten Objekts gibt an wie lange der Druck dauert. Aber ob eine Schachfigur oder 10 Figuren auf einmal gedruckt werden, verändert die Druckzeit nicht.

Das liegt daran, dass laienhaft ausgedrückt im unteren Gehäuse ein Display verbaut ist, welches das im unten durchsichtigen Behälter befindliche flüssige Resin Schicht für Schicht belichtet. Dadurch härtet sich die aktuelle Schicht aus und klebt an der Druckplattform fest. Diese fährt beim Drucken immer runter auf die Bodenplatte, wartet bis die eingestellte Belichtungszeit vorbei ist und fährt wieder ein Stückchen hoch. Danach geht es mit der nächsten Schicht wieder genauso weiter bis das Objekt fertig gedruckt bzw. belichtet ist und kopfüber an der Druckplatte hängt.

Anycubic Photon Mono 4k Schutzgehaeuse

Durch die Funktionsweise können extrem dünne Schichten gedruckt werden. Man sieht also verglichen mit FDM-Drucken am Ende deutlich weniger Rillen. Hier links zu sehen am Straciatella Fucktopus (Resin) mit 0.05er Auflösung und der aus Bronze ist normales PLA Filament mit 0.20er Auflösung. Die Resin-Version ist ungefähr 150 % der orig. Datei und der bronze Fucktopus ist sogar auf 200 % vergrößert.

Anycubic Photon Mono 4k Druck Fucktopus

Lasst euch durch die schwarzen Punkte im #Fucktopus nicht irritieren. Ich hatte von einem vorigen Druck wohl noch etwas schwarzes Resin oder anderen Dreck im Reinigungs-IPA übersehen. Als ich es bemerkt hatte, war das Kind schon in den Brunnen gefallen und ich habe kurzerhand einfach mit Edding noch ein paar Punkte mehr auf das Objekt drauf gemalt. Nun schaut der Kleine sogar witzig aus und brachte mehr Reaktionen auf den sozialen Kanälen als hätte ich ihn ganz normal weiß gedruckt. :) Zu finden ist der Fucktopus jetzt in der Version 2.0 wie immer kostenlos auf thingiverse.

Aber zurück zum Druck. Nachdem der Druck fertig ist, muss das Objekt mit IPA gereinigt und anschließend am besten unter einer UV-Lampe noch gehärtet werden. Das geht natürlich optimal in einer Wash&Cure-Station (ca. 110,- EUR) welche reinigt und anschließend härtet, aber man kann das Objekt auch händisch mit einem kleinen Plastik-Behälter und IPA reinigen und dann in einen günstigen UV-Kasten (ca. 49,- EUR) reinstecken.

Was am Ende bleibt ist viel Abfall. Verschmutztes Reinigungs-IPA, Resin-Reste, welche beispielsweise mit ZEWA aufgenommen wurden, Einweghandschuhe, evtl. Behälter, Trichter – sofern man keine Mehrwegtrichter nehmen möchte uvm.

Dazu immer im Hinterkopf behalten, dass das Material vor der Härtung nicht sehr freundlich zur Haut ist. Deshalb sollten bis zur Härtung immer Handschuhe getragen werden. Das ist enorm wichtig! Ich habe unschöne Fotos von Verätzungen in Foren und Communitys gesehen, wenn der Anwender mal nicht mitbekommen hat, dass etwas Resin auf die Hose getropft und dann durch den Stoff auf die Hat gekommen war.

Anycubic Photon Mono 4k Druck Ohrringe

Was ebenfalls am Ende bleibt ist ein nahezu perfektes Druckergebnis! Man sieht kaum Rillen und selbst sehr filigrane Dinge, wie beispielsweise schicke Ohrringe gelingen problemlos. Man beachte die Aufhänger aus Metall, die teils größer sind als der gedruckte Schmuck selbst. Zum Vergleich: Im Hintergrund das Bäumchen für den Schmuck ist in wieder in FDM PLA mit 0.20er Auflösung gedruckt. Man sieht den krassen Unterschied deutlich, oder?

Und sonst noch?

Vor fast genau einem Jahr habe ich den Anycubic Photon MonoSE inkl. Wash&Cure-Station schon genauer angeschaut und in einen Testbericht inkl. Videos verpackt. Ich verlinke hier gleich im Anschluss das Video und hier geht es zum Testbericht in Schriftform.

Fazit zum Anycubic Photon Mono 4k

Der Anycubic Photon Mono 4k ist für um die 250,- EUR im Handel erhältlich. Mit Angeboten und Rabatten auch noch günstiger. Die Druckergebnisse lassen sich sehen und sind sehr detailreich und Resin ist einfach besonders für filigrane Drucke super geeignet.

Preislich gibt es von Elegoo und ähnlichen Mitbewerbern auch immer wieder ähnliche Modelle. Bisher hatte ich aber nur Resin-Drucker von Anycubic im Haus und kann keine Vergleiche aus dem Alltag ziehen.

Als Hinweis sei noch gesagt, dass Anycubic auch den 6K Resin-Drucker verkauft (vorbestellbar sind sie ja schon), die dann noch eine bessere Auflösung bieten. Je nachdem dürfte sich dann der Kauf eines 4K-Modells noch eher lohnen, da diese dann vermutlich preislich noch interessanter werden.

Wertung des Autors

Michael Meidl bewertet Anycubic Photon Mono 4K mit 4.0 von 5 Punkten.

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Fehler melden2 Kommentare

Bitte bleibe freundlich.

  1. Christian

    Top! Wie immer einfach nur top!

    Die Resin Drucker interessieren mich sich schon eine Weile. Aber eben wie sagst, das Resin ist halt alles anderes als Spielzeug. Die PLA Rolle kann ich hier ohne Probleme stehen lassen. Aber sobald ich ne Werkbank in der Garage habe, sieht es wieder anders aus 😎

    Zuerst muss ich aber meinem Vyber richten. Der hat sich vor ungefähr 4 Wochen mit irgendeinem Print Head Temperature Sensor Fehler angemeldet. Die Ersatzteile aus China sind die Woche erst gekommen.

    1. Danke dir. 👍

      Die Sache mit dem Druckkopf dürfte der Sensor für das Autoleveling sein. Das hatte ich auch schon. Hab ein Ersatzteil aus China bekommen. War in ca. einer Woche da. Danach läuft alles wieder prima.

      Gibt übrigens auch ne neue suuper sexy (Commuinity)-Firmware für den Vyper mit zig coolen Features und neuem Look. Die spiele ich die Tage mal auf.

      Gibt dann selbstverständlich hier einen 3D-Drucker-Roundup dazu. Bitte jetzt noch nicht aufspielen. Ist eben erst aus dem Alpha- in den Beta-Status aktualisiert worden. Soll "bald" als Release rauskommen. Dann tippe ich was dazu.

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