Apple: Der Speicher-Upgrade-Trick

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Apples Umsatz ist hoch, kein andere Smartphone-Hersteller kann hier aktuell mithalten, vor allem nicht wenn es dann um den Gewinn im Anschluss geht.

Doch das liegt nicht nur an den guten Produkten, sondern vor allem auch an einem kleinen Trick von Apple, den man vor ein paar Jahren eingeführt hat. Modelle bietet man wie immer in mehreren Speicheroptionen an, doch beliebte Größen lässt man dann Jahr für Jahr weg. Auch in diesem Jahr macht man das wieder.

Apple: 128 GB sind erst mal Geschichte

Als das iPhone 7 vorgestellt wurde verabschiedete sich Apple beispielsweise von 64 GB und bot das Modell mit 32 GB, 128 GB und 256 GB an. Viele waren die 64 GB allerdings gewohnt und konnten nicht mehr zu 32 GB zurück. Sehr viele Kunden entschieden sich also für das Modell mit 128 GB. Sie hätten aber vermutlich ein iPhone 7 mit 64 GB gekauft, wenn Apple das so angeboten hätte.

Apple macht das übrigens auch bei anderen Produkten wie dem iPad. Und auch die neuen iPhones sind keine Ausnahme. Das iPhone 8 und iPhone X gibt es nur mit 64 GB und 256 GB. 512 GB wie beim iPad Pro wären vermutlich noch zu teuer für Apple und werden eher selten gekauft. Das Einsteigermodell hat also mehr Speicher bekommen, doch das beliebte Modell mit 128 GB fliegt raus.

Es wird nun sehr viele Kunden geben, denen 64 GB nicht mehr ausreicht, denn sie haben sich letztes Jahr für 128 GB entschieden und an die neue Menge gewöhnt. Sie werden nun überlegen zu 256 GB zu wechseln, denn die Einschränkungen bei 64 GB wären einfach zu groß. Das Upgrade kostet auch „nur“ 170 Euro mehr, was für die vierfache Menge an Speicher für einige noch in Ordnung geht.

Doch Apple selbst zahlt natürlich keine 170 Euro drauf, der Unterschied zwischen 64 und 256 GB ist im Einkauf nicht extrem groß. Die Gewinnmarge steigt dadurch und ich gehe fast davon aus, dass das 150 Euro mehr Gewinn sind. Gewinn, bei dem keine Abzüge dazu kommen, denn in der Produktion entstehen keine zusätzlichen Kosten, es wird einfach nur ein anderer Speicherchip in das iPhone eingebaut.

Apple: iPhone X ist eine neue Liga

Doch beim iPhone X hat man hier eine neue Liga erreicht, denn das startet bei sage und schreibe 1150 Euro. Mit lächerlichen 64 GB. Es ist teurer als das teuerste iPhone vom letzen Jahr und besitzt ein Viertel dessen Speicher. Der neue Spruch: „Sag der Zukunft hallo“ wirkt da etwas fehl am Platz. Einige werden da mit Sicherheit zum Modell mit 256 GB greifen, womit wir dann bei 1320 Euro wären. Wow.

Ja, die Entwicklung der Technologie hat viel Geld gekostet und OLED-Displays sind sicher teurer, aber die Gewinnmarge von diesem Modell muss unglaublich sein. Ich vermute, dass es die mit Abstand höchste Gewinnmarge in der Geschichte der Smartphones sein wird. Und das tolle für Apple: Die Produkte sind preisstabil.

Wenn also Apple im Januar 2018 ein neues Rekordquartal feiert, dann liegt das nicht daran, dass das iPhone X unglaublich gut, sondern Apple so unglaublich geschickt bei der Gewinnmarge ist. Ich bin übrigens einer dieser Kunden, die davon betroffen sind. Mich reizt das iPhone X, ja. Auch für 1150 Euro. Allerdings nicht mit 64 GB, da ich aktuell 80 GB nutze. 256 GB sind mir deutlich zu viel (ich nutze die 80 GB seit einem Jahr, knapp 100 GB reichen mir), vor allem bei diesem Preis.

Es ist ein Dilemma, welches von vielen als Abzocke bezeichnet wird. Darüber kann man streiten, aber es ist ein Trick der funktioniert und Apple sehr viel Geld in die Kassen spült. Ganz ehrlich: Ich würde es vermutlich nicht anders machen. Aus Sicht des Kunden ärgerlich, aus Sicht des Unternehmens ein lukrativer Trick.

Bei einem Preis von deutlich über 1000 Euro hätte ich mir aber gewünscht, dass Apple den Trick nicht mehr nutzt und  128 GB und 256 GB anbietet. Für mich ist das beim iPhone X erstmals ein möglicher Grund gegen das iPhone. Denn schon die 1150 Euro sind viel, aber 1320 Euro sind noch mal eine andere Liga.

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