Apple vs. Europäische Kommission

Symbolbild: Der Apple Store in Istanbul

Der Hersteller Apple befindet sich seit heute in einem öffentlichen Streit mit der Europäischen Kommission. Es geht um offene Steuern und sehr viel Geld.

Genau genommen geht es um 13 Milliarden Euro. Die Europäische Kommission ist der Auffassung, dass Apple diese Summe an Irland zahlen muss. Apple soll in den letzten Jahren zu wenig Steuern gezahlt haben. EU-Mitgliedsstaaten dürfen einem Unternehmen keinen steuerlichen Vorteil gewähren, genau das hat Irland jedoch bei Apple getan. Den Vorwurf kann man bei der Europäischen Kommission nachlesen.

Die Nachricht verbreitet sich seit dem Morgen im Netz und sorgt natürlich wieder dafür, dass jeder eine bessere Meinung zu diesem durchaus komplexen Thema hat. Apple kommt hier allerdings oftmals nicht gut weg. Vor allem in Europa ist Apple in die Defensive gerückt. Der böse große Konzern gegen die kleinen Bürger.

Öffentliche Antwort von Apple

Apple hat jedoch schnell reagiert und soeben einen offenen Brief veröffentlicht, in dem man sich zu dem Thema äußert. Kurz: Man wird es nicht akzeptieren und in Berufung gehen. Sowohl Apple, als auch Irland lehnen die Änderung ab. Die böse große Europäische Kommission gegen die kleinen Mitgliedsstaaten.

Wie ihr seht kann man das Thema aus zwei Blickwinkeln betrachten. Apple lässt seine Muskeln spielen und weiß, dass Irland auf das Unternehmen angewiesen ist. Die Europäische Kommission lässt aber ebenfalls ihre Muskeln spielen und drückt ihre Vorstellung von einem Rechtssystem den einzelnen Staaten auf.

Es gibt kein Gut und Böse

Es gibt kein Gut und kein Böse. Ja, Apple hat eine Lücke im System genutzt und sich so vor vielen Steuern gedrückt. Es ist aber auch so, dass wir dieses System genau so aufgebaut haben. Da jetzt mit dem großen Hammer drauf zu hauen ist der falsche Weg. Beide Parteien wollen aber eben erst einmal Stärke beweisen. Auf lange Sicht sollte sich die rechtliche Situation in Europa aber natürlich verbessern.

Am Ende wird es vermutlich so ablaufen, dass öffentlich noch ein paar Warnungen abgefeuert werden und man sich dann hinter verschlossenen Türen trifft, um eine Summe auszuhandeln, die von Partei A an Partei B gezahlt wird. Apple ist hier nicht bessere oder schlechter, als andere Unternehmen und die EK ist auch kein goldener Ritter, der einfach nur für Gerechtigkeit sorgen möchte. Es geht hier um verdammt hohe Summen und da sollte man bei beiden Parteien kritisch bleiben.

Teilen

Hinterlasse deine Meinung