Apple Watch Series 4 im Test: Mein Langzeit-Fazit

Apple Watch Series 4 Header

Seit gut vier Jahren begleitet mich nun die Apple Watch am Handgelenk und seit Ende 2018 hat diesen Platz die Series 4 eingenommen.

Vor knapp einem Jahr gab es hier einen Erfahrungsbericht zu drei Jahren mit der Apple Watch. Mittlerweile trage ich die aktuelle Series 4 an Handgelenk und ich dachte mir, es wäre mal wieder Zeit für eine Art Langzeit-Review.

Dieses Mal will ich das jedoch etwas anders aufbauen und noch weniger auf die Spezifikationen eingehen. Dinge wie Displayauflösung und Akkugröße rücken im Alltag oft in den Hintergrund. In diesem Test will ich in die gleiche Richtung wie Michael bei seinem Bericht über Wear OS gehen.

Wofür nutze ich meine Apple Watch im Alltag eigentlich? Warum ist da vielleicht eine Apple Watch von Vorteil? Und wo zeigt die Series 4 ihre Stärken?

Oftmals verwende ich übrigens Zifferblätter, speziell für Testberichte, weil meins etwas unspektakulär aussieht. Aber das hier ist mein „Homescreen“, bestehend aus dem Wetter, Things (ToDo) und den Ringen für die Bewegung.

Apple Watch Series 4 Watchface

Im Alltag nutze ich mittlerweile 2-3 Homescreens, einen zum Beispiel auch speziell für den Sport. Es geht mittlerweile in Richtung iPhone, doch dazu werde ich in den kommenden Tagen noch mal einen eigenen Bericht bringen.

Apple Watch Series 4 im Test: Fazit als Video

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Apple Watch Series 4 im Test: Der Alltag

  • Eine der wichtigsten Funktionen ist das Anzeigen der eingehenden Nachrichten von meinem iPhone. Die Apple Watch wird damit zum kleinen iPhone am Handgelenk und es ist mir wichtig, dass Nachrichten nicht nur in vollständiger Form angezeigt werden (mit Bild), sondern ich auch darauf antworten kann. Die Series 4 macht hier dank des größeren Displays einen spürbaren Unterschied zu den Generationen davor.
  • Wenn ich eine Smartwatch trage, dann muss der Akku, egal was ich mache, mindestens einen Tag durchhalten. Das klappte bei mir bisher mit jeder Apple Watch. Mit der Series 2 kam ich auf knapp zwei Tage, mit der Series 4 sind die zwei Tage nun locker drin. Drei wären es vermutlich nicht. Am Ende reicht mir aber ein voller Tag, da ich meine Uhr am Abend ablege und nicht damit schlafen kann (sprich auch kein Schlaftracking benötige).
  • Eine Uhr muss auch gut aussehen und einem gefallen und das tut die Apple Watch. Die Größe passt perfekt, vor allem bei der Series 4. Zu einem kleineren Modell würde ich nicht mehr wechseln wollen, 0,2 mm mehr wären am Ende aber auch nicht tragisch. Eine Galaxy Watch und viele Modelle mit Wear OS sind mir oft zu groß.

Apple Watch Series 4 Test5

  • Die Performance bei der S0 war bescheiden, vor allem mit watchOS 1. Doch seit dem hat sich extrem viel getan, seit der S2 mit watchOS 2 bin ich damit zufrieden. Der Sprung von einer S2 mit watchOS 5 zur S4 war nicht gewaltig, aber er war deutlich spürbar und das sorgt nun dafür, dass ich die Watch für noch mehr Dinge nutze. Vor allem Siri ist nun viel schneller und für mich wesentlich angenehmer zu nutzen.
  • Eine Smartwatch muss „smart“ sein und dazu gehört ein Assistent bei mir. Siri ist zwar nicht auf dem Level des Google Assistant, den ich sonst daheim nutze, aber ausreichend am Handgelenk. Dinge wie Licht einschalten, Timer stellen und eine Nachricht an Person XY schicken sind mittlerweile Pflicht bei einer Smartwatch. Ich könnte mit Siri mittlerweile auch auf einem Speaker leben, leider unterstützt der HomePod aber kein Spotify.
  • Ich telefoniere (allgemein) sehr wenig, aber wenn tatsächlich auch öfter mal 1-2 Minuten mit der Apple Watch. Das liegt daran, dass die neuen Speaker der S4 deutlich besser, als die der älteren Generationen sind. Von der Walkie-Talkie-Funktion (die mit watchOS 5 kam), hätte ich mir aber mehr erhofft. Die ist meiner Meinung nach schlecht umgesetzt worden.

Apple Watch Series 4 Test1

  • Sport spielt eine große Rolle in meinem Leben und ich tracke gerne Dinge wie Kalorien, Schritte und den Puls. Hier habe ich die Erfahrung gemacht, dass die Apple Watch eines der besten Messinstrumente auf dem Markt ist. Dinge wie das Schließen der Ringe kann motivieren und die Details, die man sich auf der Watch anschauen kann, nutze ich täglich. Leider gibt es die EKG-Funktion noch nicht in Deutschland, auf die bin ich sehr gespannt. Denn ohne diese ist eine S4 in diesem Bereich nicht besser, als eine andere Apple Watch.
  • Apps gehören bei einem smarten Gerät dazu. Ich nutze sehr wenige, aber die Apps, die ich nutze, sind Pflicht. Das wären einmal eine ToDo-App (Things), meine App für den Saugroboter (Neato), der lokale Müllplan, meine Bank (N26) und Podcasts (Overcast). Gerne hätte ich auch meinen Musikdienst auf der Watch, aber die App von Spotify funktioniert nur in Kombination mit dem iPhone. Da habe ich aber die Hoffnung, dass es sich ändert (sonst werde ich vermutlich irgendwann zu Apple Music gehen).
  • Passend zum letzten Punkt: Seit der S3 gibt es LTE und seit Dezember 2018 auch kostenlos bei O2 dazu. Das nutze ich nun, aber noch nicht häufig. Für mich ist diese Option eher mit Hinblick auf das Frühjahr und den Sommer gedacht, wenn ich wieder öfter laufen gehe und auch mal einen See besuche. Aktuell habe ich eigentlich immer mein iPhone dabei und muss noch nicht unabhängig sein. Es ist aber schön, diese Option zu haben und es funktioniert gut (kostet aber dann auch mehr Akku). LTE ist für mich (noch) nicht Pflicht, aber ich bin gespannt, ob sich diese Meinung nach dem Sommer ändert.

Apple Watch Series 4 Test2

  • Dafür ist ein Bezahldienst mittlerweile Pflicht. Ich habe es ja bereits in einem eigenen Beitrag über Apple Pay aufgeschrieben. Seit der Dienst gestartet ist, nutze ich nur noch die Watch zu bezahlen. Eine Smartwatch ohne so eine Option (oder zumindest mit dem Potenzial dafür) wäre mittlerweile ein K.O.-Kriterium.
  • Ein Punkt, der gerne mal vergessen wird, ist die Taptic Engine. Das ist der Marketingname für den Vibrationsmotor von Apple, den man auch im iPhone oder in MacBooks findet. Den möchte ich nicht mehr missen, denn dieser schafft es mit einem sanften Klopfen auf das Handgelenk über Nachrichten zu informieren. Ich habe schon viele Smartwatches getestet und bisher kam keine auch nur im Ansatz an die Apple Watch heran. Ein kleines Detail, was so entscheidend im Alltag sein kann.
  • Seit der Series 2 bin ich mit der Edelstahl-Version unterwegs und damit sehr zufrieden. Ein Grund ist der Schutz mit Saphirglas (kratzt nicht) und der andere die Farbe. Das Grau der Alu-Version ist mir zu hell. Damit war ich bei der S0 unterwegs, weil ich günstig einsteigen wollte, doch ich würde nicht mehr zurückwechseln. Es sei denn Apple bringt irgendwann eine Alu-Version mit einem matten Schwarz auf den Markt. Das zusätzliche Gewicht der Edelstahl-Version fällt mir nicht auf, selbst beim Joggen.

Apple Watch Series 4 Test6

  • Ab und an würde ich mir Qi als Ladestandard nutzen. Es kommt nicht oft vor, da ich daheim ein Dock für die Apple Watch habe, aber darauf ist man eben angewiesen. Es gibt mittlerweile viele Qi-Lösungen, auch portable, und ich würde die Apple Watch ehrlich gesagt auch gerne damit aufladen können. Warum Apple den Qi-Standard speziell für die Watch angepasst hat, ist mir bis heute ein Rätsel.
  • Ein AOD-Display vermisse ich ebenfalls immer mal wieder, aber da das Display beim Anheben des Handgelenks sehr zuverlässig angeht, hält sich das sehr in Grenzen.
  • Dafür wünsche ich mir seit der ersten Apple Watch eine Option für Watchfaces von Drittanbietern. Wäre mit Sicherheit locker möglich, es dürfte aber andere Gründe haben, warum Apple so ein Feature zurückhält. Eigentlich ist es mein einziger Kritikpunkt bei der Apple Watch geworden.

Apple Watch Series 4 im Test: Warum?

Warum eine Smartwatch? Weil ich mittlerweile sehr viele Dinge am Handgelenk erledige und das Smartphone dadurch deutlich weniger nutze. Und für eine schnelle Antwort auf eine Nachricht, das Tracken vom Sport, bezahlen an der Kasse und vieles mehr, ist es einfach bequemer.

Warum eine Apple Watch? Weil ich mit dem iPhone unterwegs bin und keine andere Smartwatch so gut mit dem iPhone zusammenspielt. Das ist aber nicht nur Schuld der Hersteller, auch Apple blockiert einige Schnittstellen. Aber so ist es nun mal und weil der Stand so ist, gibt es keine Alternative für mich.

Zum Glück bietet Apple meiner Meinung nach das beste Produkt auf dem Markt an. So lange das so bleibt, stört mich diese Exklusivität ehrlich gesagt nicht.

Apple Watch Series 4 Test7

Warum eine Series 4? Da ich von einer S2 komme, kann ich hier auch LTE als Grund nennen. Außerdem macht das größere Display einen Unterschied, der zwar nicht entscheidend, aber für mich groß genug ist. Das trifft auch auf die bessere Performance für Dinge wie Siri und Apps zu.

Das neue Design mit den neuen Komplikationen ist aber ehrlich gesagt der Hauptgrund, mit der schlechteren Performance hätte ich leben können. Aber da ich sie wie gesagt jeden Tag am Handgelenk trage, ist mir das wichtig.

Ich hätte hier auch gerne noch die EKG-Funktion genannt, aber die ist immer noch nicht in Deutschland verfügbar. Ich hoffe, das ändert sich bald.

Apple Watch Series 4 im Test: Das Fazit

Ich will im Alltag weder auf eine Smartwatch, noch auf die Apple Watch und nach mehreren Wochen auch nicht mehr auf die Series 4 verzichten. Selbst so kleine Veränderungen wie ein etwas größeres Display haben auf meinen Alltag einen großen Einfluss, da ich sie auch gerne mal 16 Stunden am Tag trage.

Auch eine Apple Watch ist nicht perfekt, welches technische Produkt ist das schon. Doch mit Blick auf den gesamten Smartwatch-Markt ist sie für mich persönlich ein oder zwei Generationen vor der Konkurrenz. Was aber leider auch daran liegt, dass Google bei Wear OS mehr machen müsste.

Seit der ersten Pebble bin ich mit einer Smartwatch unterwegs und als ich die erste Pebble damals ans Handgelenk gelegt habe, habe ich mir genau sowas vorgestellt. Ein vom Smartphone unabhängiges Gadget, welches die wichtigsten Aufgaben übernimmt. Das Smartphone bleibt in der Hosentasche.

Die Apple Watch ist für mich Fitness-Tracker, Telefon, ToDo-Liste, Wetterstation, Assistent, Bankkarte und vieles mehr in einem Gerät. Und weil die Series 4 die aktuell beste Version davon ist, habe ich mich dafür entschieden.

PS: Ich trage übrigens dieses Modell der Apple Watch (Preisvergleich-Link).

Wertung des Autors
Oliver Schwuchow bewertet Apple Watch Series 4 mit 4.5 von 5 Punkten.

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