Battlefield 1 im Test: Vorsprung durch Vergangenheit

Battlefield 1

Battlefield und Call of Duty sind seit eh und je krasse Gegenteile. In Battlefield gibt es riesige Multiplayer Karten und verschiedene Klassen die jeweils einzigartige Attribute bieten. Zudem fanden die Schlachten meistens in Echtzeit statt. Call of Duty ist das komplette Gegenteil. Minimalistische Karten, bei den meisten Modi ein „Hauptsache-Kill“ Prinzip und ein futuristisches Setting samt Jetpacks und Exo-Skeletten.

Call of Duty hat sich also in die extreme Zukunft getraut – Battlefield ist mit dem neuen, als „1“ betitelten, Teil in der Zeit zurück gereist. Der erste Weltkrieg ist der Zeitpunkt des Geschehens und wahre Begebenheiten sind die geschichtlichen Grundlagen für die Singleplayer-Kampagne. Zusammen mit dem Tutorial gibt es in dieser insgesamt sechs Missionen. Jede dieser Missionen besteht aus zwei bis drei Aufgaben. Insgesamt hat das ganze gut fünf bis sechs Stunden Spielzeit gebraucht.

Die Welt

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Aber die eigentliche Spielzeit für die Kampagne ist nur ein nettes Mitbringsel von Battlefield 1. Der eigentlich wichtige Teil des Spiels ist nämlich der Multiplayer. Server mit Team-Kapazitäten von bis zu 32 Personen pro Team auf riesigen Karten oder wahlweise Teams mit bis zu 20 Personen pro Team auf Maps die einen Teilausschnitt einer eigentlich größeren Map darstellen.

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Aufgrund des Spielprinzips kann man nicht viel zur Welt sagen. Sie ist groß, hat aber klar markierte Grenzen. Wer die überschreitet stirbt nach kurzer Zeit. Zudem gibt es für Spielmodi wie Team-Deathmatch noch kleiner Eingegrenzte Ausschnitte der großen Karten. Die Häuser sind bis aufs kleinste zerstörbar und eigentlich massive Wände zerbrechen wie trockene Kekse, wenn der Kettenpanzer ordentlich ausholt.

Die Fahrzeuge

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Stichwort Panzer. Neben der zeitlichen Szenarien unterscheidet sich Battlefield grundsätzlich von Call of Duty auch darin, dass es hier nutzbare Fahrzeuge gibt. Panzer, Motorräder, Pferde, Flugzeuge, Autos und mächtige Kriegsungeheuer. Sogenannte „Behemoths“.

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Je nach Map ist das entweder ein Panzer-Zug, ein schwer bewaffneter Zeppelin oder ein klassisches Kriegsschiff. Diese werden, je nach Modus, zu bestimmten Zeitpunkten des Spiels dem verlierenden Team zugewiesen. Dadurch kassiert dieses einen riesigen Vorteil, gewonnen ist damit aber noch lange nichts.

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Eine Stufe schwächer sind dann die Panzer. Langsame, grobe Klötze die ordentlich Feuerkraft besitzen. Je nach Modell haben diese Plätze für bis zu sechs Leute die dann jeweils an ein anderes Gewehr gehen können. Bei den Flugzeugen hat man die Wahl zwischen den Typen Bomber, Angriffsflieger und einem für direkte Luftkämpfe.

Pferde, Autos und Motorräder sind hingegen einzig und alleine für schnelle Reisen gedacht. Ein guter Scharfschütze kann diese allerdings schon nach wenigen Metern beenden. Vorsicht ist also angesagt.

Die Klassen

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Nichts Neues. Der Sturmsoldat, der Medic (den anscheinend niemand spielen will), die Unterstützung und der Scharfschütze. Der erste ist der typische Frontler. Leichtes Maschinengewehr, Granaten um auch Panzern an den Kragen gehen zu können und zur Not noch eine Pistole. Der Medic schwirrt direkt dahinter umher. Karabiner mit Einzelschuss, Erste-Hilfe Kit und eine Spritze zum Wiederbeleben.

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Die Unterstützung hingegen besitzt volle Feuerkraft und kann je nach Gewehr auch mit einem Zweibein stabilisieren um die Gegner unten zu halten. Dazu gibt es ein Munitionskit und einen Schraubschlüssel zur schnellen Reparatur von Fahrzeugen. Wahlweise kann man auch einen mobilen Mörser einpacken. Der Scharfschütze glänzt durch riesige Sniper, einer Flare und K-Geschosse mit denen man auch kleinen Fahrzeugen gefährlich werden kann. Jeweils habe ich nur die Standard-Ausrüstung erwähnt. Je nach Geschmack kann man da natürlich noch vieles ändern.

In der Realität spielen online aber 40 Prozent der Leute den Sturmsoldaten, weitere 40 Prozent Scharfschützen, 5 Prozent Medic und 5 Prozent Unterstützung. Die Zahlen basieren natürlich auf keiner Umfrage, aber so habe ich das bisher erlebt. Trübt den Spielspaß sehr.

Besonders, wenn man versucht, mit ordentlich Einsatz eine Runde zu gewinnen und es am Ende an einem Ticket scheitert weil man der einzige Medic war. Aber gut, passiert. Dafür ist der Anblick viel schöner wenn man mit lediglich 8 Kills über dem mit 24 Kills im Scoreboard steht.

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Natürlich folgt man aber auch dem aktuellen Trend: Skins für Waffen. Diese können in den sogenannten „Battlepacks“ gefunden werden. Wer hier sein Glück probieren möchte muss entweder etwas von seinem Ingame Geld opfern oder aber echtes Geld platzieren. Es sei aber gesagt: Die Skins haben natürlich keinen Einfluss auf die Werte eure Waffe.

Die Story

WHOA. Shooter und Story haben bisher nur in sehr wenigen Spielen was Schönes ergeben. Far Cry 3 etwa. Was EA mit Battlefield 1 da aber abgeliefert hat ist unvergleichbar. Und das im positiven Sinne. Das Intro war so ein hartes Brett, dass ich quasi von einer auf die andere Sekunde Angst vor der Wut und der Macht eines Krieges bekommen habe.

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Wie im echten Krieg werdet ihr, statt sanft an die Steuerung des Gewehres gewöhnt zu werden, direkt ohne Vorwissen und/oder Ahnung in ein brodelndes Gefecht geworfen. Die Gegner sind in der klaren Überzahl und eure Munition löst sich in Luft auf. Ihr kämpft so lange ihr könnt – dann ist es vorbei. So weit so unspektakulär.

Die Gänsehaut kommt dann aber spätestens nach dem Tod – den statt einfach neu zu spawnen bleibt der Bildschirm schwarz und ihr bekommt den Namen des Soldaten angezeigt. Dazu sein Geburts- und Todesjahr. Was ihr gerade gespielt habt war also unter Umständen eine ausgedachte Geschichte – theoretisch ist es aber sehr wahrscheinlich, dass vor einigen Jahren ein schutzloser Soldat so sein Leben verloren hat.

Battlefield 1 Tutorial

Auch hier habe ich mich wieder hingesetzt und das Tutorial für euch aufgenommen. Wer sich von den oben beschriebenen Emotionen überraschen lassen möchte sollte sich das nicht angucken.

In den folgenden fünf Missionen könnt ihr dann in verschiedenen Gefechten zur Zeit des ersten Weltkriegs kämpfen. Jeweils dauern diese gut eine Stunde womit man zusammen mit dem Intro auf etwas über fünf Stunden Spielzeit in der Kampagne kommt. Für meinen Geschmack dürfte da gerne noch etwas mehr kommen. Von mir aus auch in Form von DLCs. Würde ich kaufen. Sofort.

Die Spielmodi

Sechs an der Zahl. Neben den üblichen Modi wie Team-Deathmatch, Rush, Eroberung und Vorherrschaft gibt es auch „Operationen“ und „Kriegstauben“. Die alten Modi sind bekannt, dazu werde ich nichts erzählen. Ich erkläre euch kurz lieber was über die Operationen und Kriegstauben.

  • Kriegstauben: In kleinen 20er Teams begebt ihr euch auf kleine Maps die so auch im Modus Team-Deathmatch vorkommen. Das Ziel ist es mit deinem Team insgesamt drei Tauben zu finden, eine Notiz anzubringen und die Taube anschließend sicher vom Spielfeld zu entfernen. Nach jeder erfolgreich verschickten Notiz erhält das jeweilige Team einmalig Unterstützung in Form eines Luftschlags. Zur Demonstration ein kleiner Zusammenschnitt aus drei Runden.
  • Operation: Hier geht es quasi wie im Modus Rush darum kleine Teile einer großen Karte Stück für Stück einzunehmen. Doch statt Funkmasten zu zerstören muss man, was deutlich kniffliger ist, pro Abschnitt zwei Flaggen einnehmen und halten. Dafür gibt es 200 Tickets für das angreifende Team. Sollte man alle verlieren fängt die aktuelle Etappe noch mal neu an – das angreifende Team erhält aber ein Behemoth.

Meine Meinung zu Battlefield 1

Woah! Seit Jahren besitze ich schon Battlefield 3, vor ein paar Monaten habe ich dann auch noch Battlefield 4 gekauft. Als Casual-CsGo Zocker eine nette Abwechslung, aber irgendwie auch nicht das gelbe vom Ei. Riesige, für Neulinge unübersichtliche Karten; komplexes Ausrüstungssystem; starke Fahrzeuge. Im Grunde hat es mir gar nicht gefallen.

Mit der Open-Beta zu Battlefield 1 hat sich aber alles geändert. Plötzlich ist das System viel verständlicher. Die Karten sind durch fehlende Wolkenkratzer oder Ähnliches deutlich flacher geworden und gefühlt ist halt alles deutlich „runder“. Macht einfach einen Haufen Spaß. Bisher habe ich exakt niemanden gefunden der Battlefield 1 nicht mag und ein kurzes Anspielen an meinem PC negiert hat. Vom Battlefield-Hater zum Fan in etwa 4 Stunden Spielzeit während der Beta.

Das Fazit zu Battlefield 1

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Gründe das Spiel zu kaufen: Die Story der Kampagne; der verbesserte Multiplayer; der perfekt eingearbeitete Geschichtskontext (bin kein Fan von alter Geschichte, aber wie EA das in Battlefield 1 rüber bringt ist der absolute Hammer); der Reiz neue Waffen freizuschalten; die Grafik.

Gründe das Spiel nicht zu kaufen: Die Kampagne ist nicht ganz so lang (aber eigentlich ist es ja ein Multiplayer Spiel); Manchen könnte das Fehlen von verschiedenen Visieren nerven. Man muss aber beachten, dass das Spiel halt auf den Jahren 1914 bis 1918 basiert.

Meiner Meinung nach der beste Multiplayer Ego-Shooter 2016. Ehrlich gesagt kann ich mir auch nicht vorstellen, dass irgendwer das in den nächsten paar Jahren toppen kann. Applaus EA, Battlefield 1 ist der pure Wahnsinn.

PS: Don’t be pathethic, play the medic!

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Wertung des Autors

Dustin Reintjes bewertet Battlefield 1 mit 5 von 5 Punkten.

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