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Datensicherung: Meine Backup-Strategie für Fotos

Bild: Pixabay / jarmoluk
Bild: Pixabay / jarmoluk

Alle meine digitalen Fotos ordnen, archivieren und dauerhaft sichern hatte ich mir schon lange Zeit vorgenommen. Von Jahr zu Jahr habe ich das wieder aufgeschoben. Nach mehreren Testläufen mit verschiedenen Lösungen und Diensten bin ich das Thema endlich angegangen. In diesem Beitrag möchte ich euch kurz meine Lösung vorstellen und bin anschließend gespannt, auf welche Backup-Strategien für Fotos ihr setzt.

Ausgangslage

Zunächst einmal war klar, dass ich auf eine Kombination aus lokalem Speicher und Onlinebackup setzen werden. Grundvertrauen in entsprechende Onlinedienste ist dabei natürlich eine Voraussetzung. Ich ordne (fast) alle meine Dateien immer noch auf „althergebrachte“ Weise, wenn man das so sagen kann. Egal ob Dokumente, Musik oder Fotos, alles landet in Ordnern, die logisch benannt werden, bei Fotos meist angefangen mit den Jahreszahlen.

Als lokales Datengrab kommt ein Synology DS212j mit zwei 1 TB Platten zum Einsatz, den ich seit 2012 zufrieden nutze. Nachfolgemodelle sind natürlich mittlerweile zu haben. Die Schlüsselfunktion, die elementar für meine Backup-Strategie ist, ist die App Cloud Sync, die es erlaubt, Daten vom NAS vollkommen automatisch mit diversen Clouddiensten abzugleichen.

sync_01

Mein tagtäglich genutzter Cloudspeicher für alle möglichen Dateien ist nach wie vor Dropbox. Auf Wunsch halte ich auch diesen Dienst synchron mit dem NAS, darum soll es aber hier nicht gehen, es geht mir hier rein um meine Fotos.

Zunächst einmal habe ich Jahresordner für digitale Bilder, aktuell 2006 bis 2015. Diese beinhalten alle Bilder des jeweiligen Jahres und für gesonderte Ausflüge oder Ereignisse nochmal Unterorder. Ich fotografiere fast nur mit dem Smartphone und selten mit einer Canon Eos M. Letztere schaufelt ihre Bilder über eine Eye-Fi-Karte auf meinen Computer, vom Smartphone lasse ich alle Fotos immer automatisch in meine Dropbox laden, die lagern dann also erstmal im Ordner Camera Uploads.

Von dort aus, sortiere ich die Bilder etwas vor, lösche meist unwichtige oder unnötige Bilder direkt wieder. Sowohl Smartphone, als auch die Camera Uploads in der Dropbox räume ich auf diesem Weg unregelmäßig aber mindestens jährlich auf. Ich hatte also dieser Tage alle Bilder von 2015 in dem Camera Uploads und alle Bilder seit 2006 wie erwähnt in meinen jährlichen Ordnen bereits vorsortiert. So viel zur Ausgangslage.

Das Drumherum

Weil ich OneDrive ganz gerne nutze und dort jede Menge Speicher habe, lagere ich alle Bilder dort als Backup ein, also als ZIP und ohne Zugriffsmöglichkeit auf die einzelnen Fotos. Falls mal was schiefgeht, das fordert der Kontrollfreak in mir.

onedrive backup zips

Weitere Bequemlichkeitslösung: Ich kopiere die (ungezippten) Ordner mit den Originalfotos alle, verkleinere jedes Bild auf eine maximale 1920 mal 1920 Pixel Kantenläge (gibt es diverse Tools dafür, einfach draufziehen, warten und mit dem Computer währenddessen die Wohnung heizen), jage sie dann durch einen JPEG-Optimizer und lege sie im Bilderordner meiner Dropbox ab.

Warum? Erstens nutze ich Dropbox (gerade unterwegs) ganz gerne, zweitens nehmen die Bilder so natürlich sehr wenig Platz weg (und ich spare mir einen Dropbox Pro-Account) und drittens spart mir das unterwegs kräftig Datenvolumen, falls ich mal Bilder über das mobile Netz einsehen möchte. Hier reichen die max 1920 Pixel Kantenlänge locker aus, selbst wenn man sie mal woanders auf einem TV anschauen will.

Wie ihr seht, die Dropbox-Sache ist kein Muss, ich finde es aber ganz nett und der Aufwand hält sich in Grenzen, zumindest wenn man das wie ich einmal im Jahr macht.

Sicherung und Sync

Jetzt kommen wir aber zum eigentlichen Backup, was bei mir über Amazon läuft. Für Amazon habe ich mich am Ende aus zwei Gründen entschieden. Prime-User haben dort unbegrenzten Fotospeicherplatz (für zig Formate, sogar RAW + Fotos werden nicht kleingerechnet o.ä.) und die Apps sind in den letzten Monaten endlich brauchbar geworden, sodass der Zugriff auf die Bilder bequem möglich ist. Weiterhin wird Amazon Cloud Drive nun voll vom Cloud Sync meiner Synology unterstützt, das war eine zeitlang nur eine Beta-Funktion.

Zu Amazon Cloud Drive

Ich setzen auf den bidirektionalen Abgleich beim Cloud Sync, alles was ich also auf dem NAS lösche, wird auch in der Cloud gelöscht und andersherum. Zudem habe ich den Upload per Option etwas beschränkt, damit mir der Abgleich nicht irgendwas anderes merklich verzögert.

Screen 2016-01-08 10-19-05

Da Videos voll auf den Speicher angerechnet werden und Amazon neben dem unbegrenzten Fotospeicher nur 5 GB kostenfreien Speicherplatz für den Rest bietet, nehme ich diese vom Sync aus. Das geht ganz einfach per Option.

Screen 2016-01-08 10-22-50

Ich filme sowieso nicht viel, da reicht es also, wenn sie auf dem NAS liegen. Auf den kann ich sowieso über die Synology-Apps jederzeit zugreifen und das Notfallbackup (falls es den NAS mal komplett zerfetzt) liegt ja wie oben erwähnt sowieso gezippt im OneDrive. Die DiskStation hängt übrigens per LAN direkt an der FritzBox 7490, zudem habe ich sie ganz normal ins Dateisystem eingebunden.

disk station nas netzwerk

Der Cloud Sync muss natürlich nicht die ganze Zeit laufen, kann er aber. Kommt eben darauf an, wie wichtig euch ein Live-Abgleich zwischen NAS und Cloud ist. Über den Aufgabenplaner der Synology lässt sich das ganze nach Plan einrichten.

cloud sync task

Fazit

Das ist natürlich nur meine Lösung, die für mich aktuell am besten ist. Auf meine Fotos habe ich also am Ende Zugriff in komprimierter Form über Dropbox, in Notfall-ZIP-Form über OneDrive, in Originalform über den NAS oder Amazon. Über die Synology-Apps bringe ich die Fotos dann wiederum problemlos auf mobile Endgeräte und TV, wobei das genau so auch über die Amazon-Apps und den Fire TV sowie die Smart-TV-App von Amazon klappt. Ich nutze auf jeden Fall lieber die Amazon Drive-App, als die Amazon Photos-Apps. Zwar taugt auch die Photos-App, allerdings ist die mehr zum Stöbern geeignet und ich bin wie erwähnt mehr der Ordnerstruktur-Typ.

Einmal eingerichtet ist der Aufwand nun ziemlich gering. Aktuelle Fotos spiele ich halbjährlich, jährlich oder nach Lust und Laune in dieses System, ansonsten lagern sie erstmal in den Camera Uploads der Dropbox und auf dem Smartphone.

Offene Fragen beantworte ich gerne in den Kommentaren. Wie erwähnt würde mich auch euer Vorgehen für die (dauerhafte) Foto-Sicherung interessieren.

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