/dev Interview – Bruno Hautzenberger zum Thema Android

Lange ist es diesmal nicht her, seit wir das letzte /dev Interview geführt haben. Damals war Rom-Koch Philipp Noack zu Gast. Heute habe ich mich virtuell mit Bruno Hautzenberger getroffen, seines Zeichens App-Entwickler. Eine seiner Apps haben wir vor gefühlten 20 Jahren vorgestellt. Diese App ist eine seiner größten Entwicklungen und ich stelle ihm heute ein paar Fragen rund um Android und die mobile Welt.

Hallo Bruno, herzlich willkommen zu /dev Interview!

Hallo.

Erzähl doch bitte unseren Lesern ein wenig zu deiner Person. Stell dich kurz vor.

Ich bin zumindest bis nächsten Sonntag noch 23 Jahre alt, wohne im südlichsten Bundesland Österreichs, in Kärnten und bin seit 2007 beruflich als Softwareentwickler tätig. In meiner Freizeit blogge ich auf the-engine.at, entwickle Android Apps und fotografiere hobbymäßig alles was mir vor die Linse kommt.

Das klingt nach einem richtig vollen Zeitplan. Bruno, es ist eine Ewigkeit her, da haben wir über den Alpha-Status deiner Android-App „BlackInk“ berichtet. Seitdem ist viel Zeit vergangen. Wie schätzt du die Entwicklung dieser App bis zum heutigen Tag ein?

BlackInk war eine meiner ersten Apps, die ich im Android Market veröffentlicht habe. Deshalb verbinde ich mit ihr einen großen Lernprozess. Wenn ich sie heute erneut von Null an entwickeln würde, würde ich vieles anders machen, was aber nicht heißen soll, dass ich finde die App sei nicht gut. Ich verwende sie selbst täglich in der Arbeit am Galaxy Tab und ersetze so meine Notizblöcke. Ich bekomme immer wieder Feature Requests und Änderungswünsche von Usern die BlackInk im Alltag nutzen und versuche so viel wie möglich in die App einfließen zu lassen. Jedoch muss ich zugeben mit der aktuellen Version manchmal an Grenzen zu stoßen, wobei ich einfach sagen muss, dass das eine oder andere Feature nicht mehr in die App einbaubar ist. Deshalb konzipiere ich bereits die zweite Version von BlackInk, welche vor allem Verbesserungen am Userinterface mit sich bringen soll und sich sowohl an große Tablet Displays als auch an kleine Handy Displays besser anpassen soll.

Das klingt dennoch spannend. War BlackInk auch dein Einstieg in die Android-Entwicklung, oder wie ist das gelaufen?

Nein, bis BlackInk war es ein weiter Weg. Ich entwickle zwar beruflich auch Java aber die Softwareentwicklung für mobile Geräte war ein völlig neues Gebiet für mich. Ich habe unzählige halbe Apps, die ich nie fertig entwickelt habe und viele Stunden des Herumprobierens gebraucht, bis ich mich getraut habe BlackInk zu veröffentlichen. Abgesehen davon, war meine erste App im Market ja auch gar nicht BlackInk sondern Gesture Launcher.

Ah, der Gesture Launcher sagt mir auch was :) Was reizt einen Entwickler für Android-Apps, dabei zu bleiben? Was motiviert dich persönlich zum Programmieren?

Die Entwicklung von Apps für mobile Geräte ist einfach ein sehr spannendes Thema. Denn es ist momentan ein sich sehr schnell entwickelndes Gebiet. Neue Features und immer leistungsfähigere Geräte kommen in so kurzen Abständen, dass einem da nie langweilig wird. Man muss eher aufpassen, nicht eine neue Entwicklung zu verschlafen. Ein weiterer Punkt ist die Community. Ich freue mich über jeden Feature Request und über jeden Kommentar im Blog. Jedesmal wenn ich sehe, dass jemand anderes meine Apps im Einsatz hat und sich dafür interessiert, motiviert mich das, weiter zu machen.

Da wir gerade von Hardware sprechen, welche Geräte nennst du derzeit dein Eigen?

Momentan benutze ich ein HTC Desire und ein Samsung Galaxy Tab. Wobei ich sagen muss, dass ich noch nie so zufrieden mit einem Gerät war, wie mit dem Desire. Ein echt tolles Gerät. Das Galaxy Tab nenne ich eher eine Spielerei. Als Ebook Reader und „Notizblock Ersatz“ ist es super, aber wenn es sich ergibt, werde ich hier wohl bald auf ein neueres Honeycomb Tablet umsteigen.

Sehr gut. Was hast du da ins Auge gefasst?

Ich bin mir noch nicht ganz sicher, aber im Moment tendiere ich zum Galaxy Tab 10.1. Auf ein mögliches Xoom 2 mit Tegra 3 möchte ich nicht mehr warten, egal wie verlockend es klingt.

Ein Tegra 3 Xoom würde mich persönlich sehr reizen, wenn es ein „Google Experience“ Gerät, sprich ein Nexus wird. Wie stehst du als Entwickler zu diesen ganzen Oberflächen, die auf Android aufsetzen?

Wenn ich es mir aussuchen könnte, gebe es nur pure Android, ohne Sense, TouchWiz, Motoblur oder sonst etwas. Denn ich finde Android ist auch ohne diese Modifikationen gut genug und es macht es mir als Entwickler auch nicht leichter, wenn sich Geräte teilweise gravierend anders verhalten. Viele Anpassungen am User Interface von BLackInk musste ich nur machen, weil die App auf Motorola Geräten ansonsten nicht verwendbar gewesen wäre.

Da fällt mir HTC ein, die ihre Sense-Umgebung für Entwickler aufmachen. Wird das etwas werden, mit dem auch du dich beschäftigst?

Ja, ich werde es mir sicher ansehen, aber ich glaube nicht, dass ich in näherer Zukunft extra für Sense entwickeln werden.

Okay. Eine klare Ansage wie ich finde. Bruno, lass uns zusammen in die Zukunft schauen. Zum einen würde ich gerne mehr über deine persönliche nähere Zukunft mit Android erfahren. Zum anderen erwähntest du BlackInk 2. Was können wir sonst von dir noch erwarten?

BlackInk2 ist noch in einer sehr frühen Phase der Konzeption. Ich möchte mir hier Zeit lassen, denn es wird eine umfangreiche App mit vielen Funktionen und vor allem auf die Benutzeroberfläche lege ich diesmal sehr viel Wert, um es gut für Tablets und Handys zu machen. Mit BlackInk2 ist also nicht vor Herbst oder gar erst Weihnachten zu rechnen. Nebenbei entwickle ich gerade ein kleines Tool zum Datenaustausch zwischen mobilen Geräten. Klingt nicht all zu innovativ, aber ich möchte es so gestalten, dass der Kommunikationsstandard offen ist und trotzdem sicher ist, dass jeder einen Client dafür entwicklen kann und somit Daten auch mit PCs oder iPhone oder Win Phone7 Geräten auf dieselbe Weise geteilt werden können.

Ein prima Konzept wie ich finde. Unser Michael hat den Wifi-Direkt-Modus am SGS 2 getestet und ich finde solche Sachen immer sehr spannend. Das führt mich auch zum zweiten Teil der Zukunftsvision. Wie siehst du die Zukunft von Android?

Android hat ja bereits gezeigt, dass es viel Potential hat. 400.000 Aktivierung am Tag sprechen da für sich. Der große Vorteil von Android im Gegensatz zu anderen mobilen Betriebsystemen ist einfach, dass es sich an so viele verschieden Endgeräte anpassen lässt. Neben Handys und Tablets gibt es bereits Multimedia Player und mittels Technologien wie dem Android Open Accessory Kit, dass wir heute auf der I/O sehen durften, kommt Android wohl auch in der Hausautomatisierung zum Einsatz. Das ist ein großer Markt, der sicherlich noch viel Potential zum Wachsen hat.

Ist das was, dass dir so vorschwebt für die Zukunft? Ein Kühlschrank-Android, der bestellt, surfen kann und dir die neuesten Mails vorliest? ;)

Naja ein Kühlschrank der mir Mails vorliest, ist eher nicht meine Wunschvorstellung. Aber das ganze „Going Green“ und Energieeffizient Thema sehe ich hier zum Beispiel als klassischen Einsatzzweck. Denn es wäre doch zum Beispiel ganz gut für meine Stromrechnung, wenn meine Wohnung die aktuelle Wettervorhersage kennen würde, um so zu entscheiden, ob sie jetzt heizen sollte oder nicht und ob es jetzt besser wäre die Rolläden runter zu lassen, damit es nicht heiß wird in der Wohnung und somit die Klimaanlage nich anlaufen muss.

Eine tolle Vorstellung! Dennoch sollte mir mein Kühlschrank die neusten Mails vorlesen können. :D Bruno, wir gelangen langsam ans Ende unseres Interviews. Dennoch würde ich gerne von dir wissen, ob für dich auch ein anderes OS in Frage kommt. Sowohl zum Entwickeln als auch zum Benutzen, wie stehst du z.B. zu iOS oder WP7 ?

Im Moment kann ich sagen, dass ich keinen Grund sehe, weshalb ich meine Entwicklungen von Android zu Gunsten eines anderen Systems aufgeben sollte. Ich werde vorerst sicher bei Android bleiben und das gilt auch für die Nutzung. Die anderen Systeme sind sicherlich nicht schlecht, aber momentan ist Android eben mein bevorzugtes System und das in jeder Hinsicht. Ich kann aber nicht sagen, wie ich in 2 bis 3 Jahren darüber denke. Vielleicht baue ich dann schon Apps für andere Systeme.

Alles klar Bruno, vielen Dank für deine Zeit. Nun darfst du gerne unseren Lesern noch alles an den Kopf schmeißen oder mit auf den Weg geben, was du möchtest!

Ich glaube, ich möchte mich einfach nur bedanken. Bei jedem der mit seinem Feedback und Interesse meine Motivation hebt und mich so weiter entwickeln lässt und natürlich bei dir, dass ich heute dieses nette Interview geben durfte.

Sehr gerne. Ich danke dir für das Interview und wünsche dir ein schönes Restwochenende!

Dir auch so viel!

Es ist immer wieder toll, mobile Systeme und das tägliche Geschehen einfach mal durch eine andere Brille zu sehen und Bruno hat uns diese nun aufgesetzt. Wenn ihr Fragen habt, dann knallt sie in die Kommentare und ich denke wir bekommen auch noch Antworten darauf. Ich freue mich sehr auf BlackInk 2, denn auch BlackInk hat bei mir einen festen Platz auf meinem Android-System.

Nach wie vor suche ich noch DRINGEND einen Symbian-Entwickler, einen Windows Mobile / Windows Phone-Entwickler sowie einen iOS-Entwicker, der sich ein paar Fragen stellen lässt. Solltet ihr also Lust haben, meldet euch bei uns!

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