Exklusiver Vorabtest des bada-Smartphones Samsung S8500 Wave

Im Rahmen meiner Tätigkeit als German Samsung Developer Advocate habe ich ein Vorseriengerät des ersten Handys mit Samsung neuen Betriebssystem erhalten: Das Samsung Wave! Bereits auf dem Mobile World Congress in Barcelona hat Samsung sehr viel Werbung für dieses Gerät und bada selbst betrieben und damit einige Neugier auf sich gelenkt. Ich kann euch sagen: die Neugier ist berechtigt.

Verarbeitung / Hardware / Technik

Das Samsung Wave kommt in einem schicken und schlanken Metallgehäuse her. Das Wave wiegt gerade mal 116 Gramm und bietet einen wertigen Eindruck. Das Metall ist überall perfekt verarbeitet und nichts wackelt oder knartscht.

Der interne Speicher ist 2 GB groß – es kann durch microSD-Karten um bis zu 32 GB erweitert werden. Die Lautsprecher haben eine sehr gute Qualität, welche sogar dem Motorola Milestone ebenbürtig, wenn nicht sogar überlegen ist. Wer nicht jedem seine Musik aufdringen möchte, findet einen 3.5 mm Klinkenstecker zum Anschluss von externen Kopfhörern, welche ebenfalls ein gutes Signal abliefern.

Das Highlight der Hardware ist für mich ganz klar der Display, der durch die geringe Größe bei sehr vielen Pixeln (800×480 Pixel) eine enorme Schärfe und Farbechtheit bietet – selbst das Desire, Nexus One und Milestone können da nicht mithalten. Auch Multitouch ist problemlos möglich und läuft zum Beispiel im Browser sehr flüssig.

Die 5-Megapixel Kamera macht brauchbare Bilder (inkl. LED), ein Highlight ist jedoch die Videofunktion – in einer 720p Auflösung können tolle Videos aufgenommen werden, bei denen sogar der Ton überzeugt, zudem ist es möglich mit der Frontkamera Videotelefonie zu betreiben.

Bei wenig Benutzung hält der Akku durchaus 48 Stunden und länger aus, ohne geladen werden zu müssen. Interessant ist, dass bereits Bluetooth 3.0 integriert wurde – aktuelle Geräte setzen zum Großteil noch auf 2.1. Bluetooth 3.0 zeichnet sich durch eine höhere Übertragunsgeschwindigkeit aus. WLAN wird bis zu 802.11n angeboten, HSDPA jedoch nur mit bis zu 3.6 MBit/s.

Im Inneren werkelt eine 1 GHz CPU (Eigenentwicklung von Samsung), welche vermutlich auch im Samsung Galaxy-S verwendet wird.

bada

Für einen Android-User wie mich ist bada erstmal etwas befremdlich – vom Interface her ähnelt es einer Mischung aus Symbian und dem iPhone oS. Wenn man sich jedoch erstmal an bada gewöhnt hat, lernt man einige Vorzüge kennen. Das TouchWiz-Interface läuft bereits in der Vorserien-Version, welche mir vorliegt sehr flüssig und Abstürze kommen einen nie unter. Bei bada werden App-Launcher und Widgets getrennt angeordnet – so gibt es mehr Übersicht und vor allem ein nettes Feature: Widgets sind frei positionierbar.

Das eigentliche Highlight von bada selbst ist jedoch die Social-Media-Integration – der sogenannte Social Hub bindet Dienste wie Facebook und Twitter direkt in verschiedene Applikationen ein. So kann zum Beispiel in den Kontakten auch noch der Twitter-Account angezeigt werden und die Direct Message kann per Push abgerufen werden. Gerade für Entwickler bieten sich hier tolle Kombinationsmöglichkeiten, auf die ich sehr gespannt bin.

Zur Zeit kann aber jedoch nur ein Account jeder Art eingebunden werden – Multi-Account-User von Twitter und Co. werden also noch etwas warten müssen, bis dies möglich sein wird.

Kalender und E-Mail Accounts können per Exchange, Googlemail und Yahoo eingerichtet werden, zusätzlich steht natürlich auch POP3 zur Verfügung. Leider kann jedoch nur jeweils der Hauptkalender synchronisiert werden – Nutzer mit mehreren Kalendern müssen also noch auf eine andere Lösung warten.

Viele Leute wird es freuen, dass bada bereits jetzt Flash und DIVX fähig ist – es wird also ein komplettes Multimedia-Sortiment angeboten.

Apps

Anders als bei Android werden bei bada bereits einige Apps mitgeliefert – so ist zum Beispiel eine schicke ToDo-Liste vorhanden, ein Twitter und Facebook-Client vorinstalliert, sowie das Spiel Asphalt 5. Während beim Nexus One Asphalt 5 gerne etwas ruckelt, läuft es auf dem Wave enorm flüssig – hier liegt wohl der Vorteil der Umsetzung von bada in C++.

Der Market von bada, genannt Samsung Apps, ist zur Zeit nur mit Test-Applikationen gefüllt, jedoch werden mit Sicherheit bald die ersten interessanten Apps erscheinen, denn Samsung hat eine Developer Challenge gestartet, welche mit hohen Geldpreisen honoriert wird.

Mein persönlicher Eindruck

Inzwischen ist bei mir die erste Euphorie verflogen und der Alltag mit dem Wave eingekehrt. Nach mehr als zwei Wochen habe ich die Vorteile von bada schätzen gelernt und möchte nun ein paar nennen. Zum einen ist da der Lockscreen, welcher in verspielter Weise auf verpasste Anrufe und SMS hinweist – es müssen Puzzle-Teile eingesetzt werden.

Dann ist da die gute Gesprächsqualität und die tolle Videokamera, welche ich gerne zwischendurch nutze.

Fazit

Mit bada steht ein sehr interessanter Konkurrent für die übrigen mobilen Betriebssysteme in den Startlöchern, welcher mit dem Samsung Wave einen würdigen und eindrucksvollen ersten Paukenschlag vollführt.

Sollte Samsung weitere Geräte mit dieser Qualität an den Markt bringen, glaube ich durchaus an gute Martkanteile und weitere Probleme für Windows Mobile und Co.

Hier nochmal das Video vom Samsung Wave, welches für mobiFlip.de auf der CeBit 2010 gefilmt wurde.

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