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Google Play Filme und die Preisnörgler

Da ist man mal ein paar Tage im Urlaub und schon startet Google die Filme im Play Store. 😀 Ich kam erst heute dazu, mir das Angebot mal genauer anzuschauen und war ehrlich gesagt etwas überrascht von der heftigen Kritik vieler Nutzer, was die Preise angeht. Erst wird ewig genörgelt, dass Google seinen digitalen Filmverleih auch hierzulande starten soll und dann ist es vielen zu teuer?

Ich mein was haben denn manche Nutzer erwartet? Oder besser gesagt, bevor man wild auf Google losdisst, sollte man sich eventuell mal die Vergleichsangebote im Netz anschauen. Sony, Media Markt, iTunes, Maxdome und Co., es gibt jede Menge digitale Verleiher, die allesamt keine besseren bzw. teilweise noch schlechtere Preise machen können. Das liegt einfach an den Lizenzvorgaben seitens der Studios, an die sich alle halten müssen, warum man da nun auf die einzelnen Anbieter einprügelt, verstehe ich ehrlich gesagt nicht.

Ich gehe ja noch soweit mit, dass man nun die Google Play Filme mit Maxdome (nutze ich selbst bereits eine Weile) und Co. preislich vergleicht, wenn dann aber die ersten Nutzer kommen und mit lokaler Videothek und deren Preise anfangen, dann finde ich das schon ziemlich weit hergeholt. Zwar handelt es sich im Kern um ein ähnliches Ziel, nämlich am Ende einen schönen Film zu schauen, aber ansonsten haben die Geschäftsmodelle doch recht wenig miteinander gemeinsam.

Wenn ich mir bei Google Play den Film „John Carter – Zwischen zwei Welten“ in HD ausleihen möchte, kostet mich das 4,99 Euro. Eine kurze Suche bei World of Video und Co. zeigt mir recht schnell, dass ein Film der Preisklasse A zwei Euro pro Tag kostet. Normale DVDs sind etwas billiger, bieten aber natürlich auch kein HD, den SD-Film bekomme ich auch bei Google für 3,99 Euro.

Dafür habe ich den Film, egal in welcher Version, immer verfügbar, kann ihn nach Kauf und Bezahlung 30 Tage lang an einem beliebigen Tag schauen und dann für 48 Stunden nutzen. Ich muss weder das Haus verlassen, noch Angst vor Überziehung haben, ich muss bis auf meine Hand im Grunde nichts bewegen. 😀 Für mich persönlich ist vor allem eines wichtig, ich kann mich absolut spontan entscheiden, von einer Minute auf die andere. Ja, das ist mir 1 Euro mehr wert.

Es wird immer Videothekfans geben und selbst die müssen sich ihre Blu ray und Co. Scheiben wohl irgendwann am 24 Stunden Automaten um die Ecke ausleihen, weil eine Videothek nach der anderen pleite geht. Wer auf 1080p und Mehrkanalsound absolut nicht verzichten kann, der muss seinen Hintern derzeit noch vor die Tür setzen, sich für knapp 16 Euro, um bei unserem Beispiel zu Bleiben, seine heimischen Regale daheim weiter vollbauen, oder Dienste wie Lovefilm nutzen.

Ich würde aber behaupten wollen, dass diese Nutzer nicht den Massenmarkt darstellen und die Anbieter ohnehin auch das Streaming irgendwann verbessern. Maxdome und Lovefilm bieten seit Kurzem bereits 1080p-Streaming an, wie wir alle wissen, herrscht in solchen Märkten meist keine lange Ruhe, neue Entwicklungen, um Ton noch besser zu übertragen werden wohl folgen.

Ob die Preise nun fair oder unfair sind, ist wohl immer persönliche Ansicht. Ich gehe gerne ins Kino, das ist nicht sonderlich billig, aber lohnt sich meist. Auch für Filme, die mich immerhin locker über 1,5 Stunden unterhalten, oder Emotionen und Spannung wecken zahle ich gerne 5 Euro. Alleine schaue ich meist eh nicht, also sind es in (meinem) besten Fall 2,50 Euro pro Person. Ob eine lokale Videothek wirklich günstiger zu betreiben ist, als ein Onlineangebot vermag ich nicht zu beurteilen, da die Verleihbuden reihenweise (vor allem in kleinen Städten) dicht machen, aber wohl nicht.

Die Preise werden weiter sinken, wenn die großen Studios und Verleiher dies zulassen. Google, Maxdome und Co. werden die Preise nicht ohne Sinn künstlich hochhalten, denn sie wollen ja, dass wir Umsätze generieren oder noch besser, Abos abschließen. Technikfreunde, die echte Medien bevorzugen werden nicht so schnell aussterben, unsere Nachfahren in zwei Generationen aber nicht mehr verstehen können, dass wir zum Ausleihen von Filmen mal das Haus verlassen haben.

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