Testberichte

Gymwatch: Ein Fitness-Tracker für das Fitness Studio im Test

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Seit ein paar Wochen habe ich den Gymwatch, einen Fitness-Tracker für das Fitness Studio im Test. Es wird Zeit für ein paar Eindrücke und ein Fazit.

Fitness-Tracker gibt es mittlerweile wie Sand am Meer und immer wieder kommen neue Produkte dazu. Vor allem in den letzten Monaten sind zahlreiche Gadgets auf den Markt gekommen. Man muss sich also von der Masse abheben, wenn man die Kunden für sich gewinnen will. Und dafür gibt es unterschiedliche Ansätze.

Bei Gymwatch war genau dies das Ziel bei der Entwicklung des ersten Trackers, der nur für das Krafttraining im Fitness Studio entwickelt wurde. Wer ein Gadget für das Handgelenk erwartet, welches Schritte zählt, ist hier falsch. Der Gymwatch misst euren Erfolg im Studio. Zum Beispiel die Wiederholungszahl bei einer Übung.

Der Tracker wird wahlweise am Arm oder Bein getragen, je nachdem welche Übung ihr gerade macht. Über eine App wird das Training begleitet und ein virtueller Coach überwacht eure Ausführung. Hier gibt es dann zum Beispiel einen Hinweis, wenn ihr eine Übung zu langsam/schnell, oder aber auch falsch ausführt.

Ich betreibe seit einer Weile Kraftsport und bin ein Fan von Fitness-Trackern, daher habe ich mir diesen auch mal genauer angeschaut. Mich hat interessiert, wie er sich trägt und vor allem, wie präzise die Technik im Gymwatch ist. Doch bevor wir dazu kommen, hier mal noch ein kurzes Video, welches euch das Gadget zeigt.

Verarbeitung und Haptik

Der Gymwatch ist im Grunde nur ein kleines Stück Plastik, welches man sich mit einem Gummiband an den Arm oder das Bein bindet. Das klappt gut.Man kann zwei unterschiedliche Bandgrößen wählen. Der Tracker sitzt fest und verrutscht nicht. Die Verarbeitung ist in Ordnung, besonders hochwertig wirkt er aber nicht.

Doch das ist auch gar nicht das Ziel des Gymwatch. Der Tracker soll funktionieren und kein modisches Accessoire für den Alltag sein. Man trägt den Tracker nur im Fitness Studio. Und dafür reicht er aus. Die kommende Generation, falls so eine geplant ist, könnte aber für meinen Geschmack auch etwas kleiner ausfallen.

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Der Tracker lässt sich schnell anlegen und abnehmen, was wichtig ist, da man ihn bei einem Training, je nach Trainingsplan, auch mal an anderen Stellen des Körpers anbringen muss. Dieser Wechsel kann nervig sein, doch nur so kann der Gymwatch die entsprechende Übung genau überwachen und aufzeichnen.

Bei der einen Übung befindet sich der Tracker zum Beispiel am Oberarm, bei einer anderen wiederum am Unterarm oder Bein. Trainiert man alles in einer Einheit, ist der Wechsel stellenweise nervig. Splittet man sein Training allerdings, wie ich das mache, ist das durchaus in Ordnung. Man gewöhnt sich auch daran.

Wie genau ist die Aufzeichnung?

Ich war nach meinem ersten Training erstaunt, wie genau der Tracker die Übung mit der entsprechenden Wiederholungszahl erkennt. Ich habe diverse Übungen getestet und so gut wie immer wurde eine Wiederholung erkannt. Man muss dem Tracker aber sagen, welche Übung man gerade macht. Das passiert über die App.

Dort legt man sich vor dem Training einen Plan an, oder man wählt einen Plan von den Entwicklern des Trackers aus. Es sind nicht alle Übungen vorhanden, ich würde aber mal behaupten, dass der Gymwatch die gängigsten Übungen beherrscht. Ist eine Übung nicht vorhanden, kann man sie jedoch auch nicht eintragen.

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Die App

Die Idee, die Umsetzung und die Präzision des Trackers haben mich in den ersten Minuten von meinem Test überrascht. Positiv. Das hat auch die App, allerdings nicht positiv, sondern eher negativ. Lange Ladezeiten, häufige Abstürze und ein eher bescheidenes Design haben mich abgeschreckt. Ich wollte das alles nach und nach im Studio testen und ausprobieren, musste mich dann aber erst mal daheim und in Ruhe mit dem Gymwatch und der App auseinander setzen.

Vor allem mit dem Trainingsplan. Den muss man am PC (geht über den Browser) erstellen. Ein spontanes Training über die App ist eine Zumutung. Zumindest war das am Anfang so, ich habe den Tracker seit Dezember, es hat sich auch einiges getan und mittlerweile läuft das alles schon etwas runder.

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Es ist zwar möglich spontan ins Training zu gehen und ein spontanes Training zu machen, aber es läuft nicht immer rund. Und das hält einen auf. Vor allem, wenn man nur schnell sein Training durchziehen will kann das störend sein.

Das ganze Produkt befindet sich noch in einer Art Beta-Test. Dieser ist sehr weit fortgeschritten, doch der große Schwachpunkt ist in meinen Augen die App. Die Benutzung war in meinem Test leider viel zu oft unzufriedenstellend.

Spontanität

Ich persönlich habe einen Trainingsplan, den ich verfolge. Alle darin enthaltenen Übungen kann ich bei Gymwatch hinzufügen. Das ist soweit kein Problem, wenn man sich die Zeit nimmt, das einmal in Ruhe am Rechner zu machen. Der Plan wird dann im Konto gespeichert und kann auch mobil abgerufen werden.

Das Problem ist aber, dass ich auch gerne variiere. Das heißt die letzten beiden Übungen spontan austausche, oder auch eine dran hänge. Nicht jedes Training läuft exakt gleich ab. Spontan ist aber nicht die Stärke des Gymwatch und das liegt an der App. Hier benötigt es eine wesentlich simplere App.

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Fazit

Beim Gymwatch handelt es sich um einen soliden Fitness-Tracker, der mit 150 Euro aber auch nicht günstig ist (wenn man bedenkt, dass er nur für das Studio entwickelt wurde). Die Verarbeitung ist solide und der Tracker trägt sich angenehm. Hier gibt es in meinen Augen nicht wirklich viel zu meckern. Vor allem wenn man bedenkt, dass der Tracker auf dem Markt der Wearables einzigartig ist.

Wenn da nur nicht die App wäre. Die Idee und Umsetzung des Gymwatch finde ich gelungen, die App zerstört den positiven Eindruck aber wie ich finde. Sie passt nicht zu meinem Training. In meinen Augen richtet sich der Tracker an eine sehr kleine und spezielle Zielgruppe. Womöglich zu klein, als dass der große Durchbruch auf dem Massenmarkt folgen wird. Das ist aber nur schwer zu sagen.

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Eine Kaufempfehlung auszusprechen fällt schwer. Da muss man schon ein großer Fan von Kraftsport und bereit sein, neue Techniken zu testen, die erst nach und nach weiterentwickelt werden. Ein fertiges Produkt bekommt man hier in meinen Augen noch nicht geboten. Dafür aber etwas Einzigartiges, was es so auf dem Markt nicht gibt. Ob einem das 150 Euro wert ist, muss man dann selbst wissen.

Die Jungs von Gymwatch arbeiten momentan mit Gym Aesthetics zusammen, die Sportklamotten verkaufen und mir für den Test eine kleine Auswahl zugeschickt haben. Diese steht ihr auf den Bildern in diesem Artikel. Den Gymwatch-Sensor gibt es entweder direkt bei den Entwicklern, oder auch über bei Amazon.

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