Hybrid-Tarife: Deutsche Telekom startet Angebot ab März bundesweit

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Die Deutsche Telekom startet nun bundesweit den Betrieb der neuen Hybridtarife und vereint somit die Nutzung von Festnetzkapazität und LTE. Die neue Technik soll ohne Drosselung für den Endverbraucher genutzt werden können und Kunden zu gute kommen, die eine schwache DSL-Leitung nutzen.

Bereits auf der IFA 2014 stellte die Deutsche Telekom nach eigenen Angaben den weltweit ersten Hybrid-Anschluss für den Endkundengebrauch vor. Der Hybrid ist eine Mischung aus DSL und der LTE-Technik, um dem Kunden die bestmögliche Leistung zu ermöglichen. Für die Nutzung ist lediglich ein spezieller Router notwendig, der wie bei der Telekom üblich entweder monatlich gemietet werden kann oder aber mit einem Einmalpreis erworben werden kann. Die Verfügbarkeit von LTE und DSL am jeweiligen Standort wird natürlich vorausgesetzt.

Entlastung des LTE-Netzes

Die Technik ist simpel. Der Hybrid-Router nutzt in erster Linie die DSL-Leitung für den Datentransport. Bei Bedarf wie z.B. bei großen Dateien oder Streaming wird LTE dazugeschaltet, um dem Kunden eine höhere Geschwindigkeit anbieten zu können, die über die langsamere, aber wesentlich weniger Schwankungen ausgesetzten DSL-Leitung nicht realisiert werden kann. Gleichzeitig soll durch den Hybridtarif das LTE-Netz entlastet werden, um nicht alle Datenverbindungen über LTE verschicken zu müssen.

Hybrid

Keine Drosselung für den Endverbraucher

Laut Unternehmen handelt es sich bei den neuen Magenta Zuhause Hybrid-Tarifen um Festnetzprodukte, auch wenn eine Mobifunkkomponente zugeschaltet wird, und somit bietet die Telekom die neue Technik ohne Drosselung an. So profitieren nunmehr auch Kunden von den neuen Tarifen, für die HD-Streaming und Highspeedinternet, bisher ein Fremdwort war. Lediglich wenn LTE von mehreren Kunden einer Funkzelle genutzt wird, kann die Bandbreite nachlassen, da LTE nach wie vor ein „Shared Medium“ ist und somit die maximale Geschwindigkeit unter allen Nutzern aufgeteilt wird.

Nutzung nur für Festnetzkunden

Laut Telekom steht die Nutzung aber nur für den Festnetz-Bereich zur Verfügung und somit werden alle Nutzer, die die LTE-Simkarte des Routers auch mobil nutzen wollen, enttäuscht sein. Die Simkarte kann zwar entnommen werden, aber sie wird in keinem anderen Endgerät nutzbar sein. Die Telekom möchte zweifelsohne den Missbrauch der Technik vermeiden und den Kunden durch Multisale ans Unternehmen binden.

Einen Überblick des neuen Portfolios findet ihr im folgenden Schaubild:

Hybird Tarif

Notwendige Technik derzeit nur bei der Telekom

Der zur Nutzung der neuen Tarife benötige Router wird derzeit nur von der Deutschen Telekom angeboten. Der von Huawei gefertigte Router unterstützt die Vectoring-Technologie mit bis zu 100 Mbit/s und LTE Cat4 mit bis zu 150Mbit/s. Auch die Nutzung einer externen  LTE-Antenne ist möglich, um die Leistung noch weiter zu verbessern. Der Hybrid-Router kann entweder monatlich für 9,95 Euro gemietet werden oder für 249,95 Euro einmalig erworben werden. Ohne entsprechenden Tarif werden sogar 399,95 Euro für das Gerät fällig.

Speedport-Hybrid-Front

Ich stehe den neuen Angeboten etwas kritisch gegenüber, da er Endverbraucher langsam aber sicher den Überblick verliert und die Grenzen zwischen Mobilfunk und Festnetz/Internet dermaßen verschwimmen, dass die Sparten nicht mehr klar getrennt werden können. Eine differenzierte Betrachtung wird immer schwieriger. Inwieweit die Technik in ländlichen Regionen zum Erfolg führt, muss man abwarten.

Durch die neue Technologie wird in bestimmten Regionen ein besserer (V)DSL-Ausbau überflüssig bzw. wohl nicht mehr in Angriff genommen. Nutzen aber zu viele Nutzer einen Hybrid-Anschluss, kann es auch wieder zu Geschwindigkeitseinbußen kommen. Somit bietet man den Kunden in der Theorie zwar bestimmte Leistungen an und kann eventuell sogar von einer Versorgung mit bis zu XYZ Mbit/s sprechen, das Ganze könnte sich aber auch zu einer Mogelpackung entwicklen.

Wären die neuen Hybrid-Tarife für euch interessant?

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