Instagram: Nutzer wollen chronologische Timeline, kommt aber nicht

Als Instagram die chronologische Timeline einstellte war der Ärger groß. Doch man hat keinerlei Interesse an dieser Situation etwas zu verändern.

Bei Facebook, Instagram (und vielleicht bald WhatsApp) ist eins wichtig: Die Nutzer spielen kaum eine Rolle, sie sind nur dazu da, um imposante Zahlen für Werbekunden zu präsentieren. Hat man damit kein Problem, wird man mit den Apps zufrieden sein.

Und was ist für die Werbekunden wichtig? Nutzer, die möglichst viel Zeit in einer App verbringen und dadurch auch möglichst viel Werbung sehen. Laut Instagram sind die Nutzer mit einer nicht-chronologischen Timeline länger in der App unterwegs.

Man weiß, dass eine chronologische Timeline ganz oben auf der Wunschliste von vielen Nutzern steht, doch die kommt nicht mehr zurück. Warum? Ehrlich Antwort: Es wäre nicht gut für die Werbung in Instagram. Aus diesem Grund wird man auch keine Option einbauen, bei der die Nutzer die Timeline selbst einstellen können.

Instagram: Der Algorithmus bestimmt alles

Der Algorithmus von Instagram bestimmt, was ihr seht. Und das wird so bleiben, da muss man sich keine falsche Hoffnung machen. Instagram behauptet, dass man mit dem Algorithmus bis zu 90 Prozent der Posts von Freunden und der Familie sieht.

Das soziale Netzwerk sagt aber nicht, wer dazu gehört. Eine Fanseite kann also auch gerne mal als Freund eingestuft werden. Mit einem chronologischen Feed würde man übrigens nur 50 Prozent der relevanten Beiträge von Freunden sehen, so Instagram.

Da wir aber nicht wissen, wie Instagram die Freunde definiert, ist so eine Aussage mal ganz trocken gesagt Müll. Beiträge von echten Freunden werden bei mir jedenfalls nicht hoch gerankt. Beiträge von berühmten Personen, die nach ein paar Minuten bereits 200 Kommentare und 5000 Likes haben sind aber oft ganz oben dabei.

Vielleicht funktioniert der Algorithmus bei mir nicht, aber ich zweifle eher die Aussage von Instagram an. Der Algorithmus ist so ausgelegt, dass ich möglichst lange online bleiben soll. Verlasse ich die App, ist das schlecht für Instagram.

Das Ranking bevorzugt also Beiträge, bei denen ich eher auf Like klicke oder sogar die Kommentare lese. Und je mehr ein Beitrag diskutiert wird, desto höher rankt er. Klingt logisch. Das Argument mit Posts von Freunden und Familie ist Schwachsinn.

Instagram: Die Faktoren für den Algorithmus

Der wichtigste Faktor beim Algorithmus: Euer Interesse an der Person oder Seite. Dann kommt der Zeitfaktor ins Spiel, je aktueller desto besser. Und erst dann kommt der Faktor „Beziehung“ für das Ranking von einem Beitrag ins Spiel.

Hier noch ein paar Aussagen von Instagram:

  • Eine extra Option für eine chronologische Timeline ist zu komplex, denn die Nutzer vergessen welche sie gewählt haben.
  • Beiträge werden nicht versteckt, alle werden angezeigt.
  • Fotos oder Videos werden nicht bevorzugt, am Ende hängt das aber auch davon ab was ihr euch vielleicht lieber anschaut.
  • Wer zu häufig postet wird nicht bestraft.
  • Business-Accounts werden nicht in der Timeline bevorzugt.
  • Shadowbanning gibt es nicht (Strafe für zu viele oder seltsame Hashtags)

Und noch eine spannende Frage: Sorgen die Instagram Stories dafür, dass die Nutzer weniger durch die Timeline scrollen? Diese Frage wollte man nicht beantworten, man sagt nur, dass die aktive Zeit bei Instagram allgemein steigt. Ich vermute mal das kann als „ja“ interpretiert werden, denn die Stories bekommen in letzter Zeit deutlich mehr Aufmerksamkeit (Features), als die normalen Beiträge.

Ich habe kein Problem, wenn Unternehmen wie Facebook irgendwelche Änderungen vornehmen, die mir nicht gefallen. Ich muss den Dienst ja nicht nutzen (was ich bei Facebook schon lange nicht mehr mache und bei Instagram ignoriere ich mittlerweile die Timeline – allerdings nicht jeden Tag). Mich stört aber ein bisschen, dass man am Ende immer mit dem „Freunde und Familie“-Argument beim Algorithmus ankommt.

Instagram ist ein Unternehmen und muss die Werbekunden zufrieden stellen. Das ist oberste Priorität. Die Nutzer spielen natürlich auch eine Rolle, aber Features werden nicht eingebaut, wenn es der Werbung schadet. So einfach ist das.

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