Interview: Ex-Chef von Parship und Elitepartner zweifelt Geschäftsmodell des Onlinedatings an

Ich liebe mein Leben (…) aber der Richtige fehlt noch!“ Und den wird sie vielleicht auch gar nicht finden, kann sich Arne Kahlke vorstellen. Und er sollte es wissen.

Wer online auf Partnersuche geht, kommt an Parship und Elitepartner nur schwer vorbei. Die beiden Dienste sind führend auf dem deutschen Markt, auch in der TV-Werbung sind sie seit Jahren präsent. Beide gehören inzwischen zur selben englischen Investmentgesellschaft, beide wurden sie einst von Arne Kahlke geführt. Elitepartner gründete der Manager sogar. Heute ist er beim Immobilienvermittler Wimdu. Über sein ehemaliges Betätigungsfeld reflektiert er in einem Interview mit der Onlineausgabe des  Zeit-Magazins. Dabei klingen durchaus kritische Töne an.

Große Auswahl macht nicht glücklicher

Arne Kahlke spricht erstaunlich zurückhaltend über das Konzept des Onlinedatings: „Maximale Freiheit und maximale Optimierung führen nicht zu maximalem Glück“, sagt er zum Beispiel oder, eine riesige Auswahl befördert nicht unbedingt stabile Beziehungen. Frauen kosteten die Verfügbarkeit vieler wartender Männer oft über Gebühr aus, ausgetüftelte Matching-Methoden helfen nicht, wenn Menschen sich falsch darstellen (nicht mit Vorsatz) meint Kahlke.

Viele Menschen haben einen verzerrten Blick auf sich selbst, meint der Ex-Chef der beiden Marktführer.

Ist also das ganze Modell für die Tonne?

Eine halbe Million Beziehungen habe er sicher gestiftet, meint er, ja, das sei ein gutes Gefühl. Ein interessanter, stellenweise leicht ernüchternder Lesetipp.

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