Lass stecken! – Das Abenteuer mit der Ladebuchse

Als ich zum ersten mal die Futurama Folge gesehen habe, in der Bender stromsüchtig ist und seine Suchtkollegen fragt „Ist dafür überhaupt ne Buchse vorgesehen?“ habe ich noch herzlich gelacht. Zum Lachen ist mir aber nach dem Erwerb eines HTC Tattoo nicht mehr zumute.

Neues Smartphone – neuer Anschluss! Die Politik und die Industrie haben meiner Meinung nach gar nichts vor. Zwar sind sie in einer Absichtserklärung darüber einig geworden, dass sie vorhaben bis 2012 das einheitliche Laden aller mobilen Enbdgeräte per microUSB zu realisieren, aber der Kunde fühlt sich doch in seinem Glauben an diese Abmachung recht verloren. Die meisten Hersteller schaffen es ja nicht einmal, innerhalb der eigenen Geräte ein einheitliches Ladegerät zu etablieren.

Vergleicht mal Beispielsweise den BlackBerry Storm 1 mit dem BlackBerry Bold, so könnte man glauben es steckt reine Absicht und reine Schikane hinter dem Konzept der Ladeadapter von RIM. Einmal mini-USB, einmal micro-USB. Wozu? An der großartig unterschiedlichen Bauweise und der enormen Platzeinsparung glaube ich nicht mehr. Dennoch bleibt mir mitterlweile nur noch, 3 verschiedene USB/Ladekabel und einen billig-eBay USB-Ladestecker mit mir herumzutragen – Danke Apple, LG, Motorola, NEC, Nokia, Qualcomm, Research in Motion (RIM), Samsung, Sony Ericsson und Texas Instruments.

Unser Vizepräsident der EU-Komission meint sogar

„Ich freue mich sehr, dass die Industrie eine Einigung erzielt hat, die den Verbrauchern das Leben sehr viel leichter machen wird. Ich bin auch sehr froh, dass diese Lösung im Zuge der Selbstregulierung gefunden wurde. Die Kommission hält die Einführung von Rechtsvorschriften folglich nicht für erforderlich.“


Auch der Branchenverband Bitkom empfindet dies als positiv

„Diese einheitliche Lösung für Handys hilft den Verbrauchern und der Umwelt. Handynutzer brauchen in Zukunft kein zusätzliches Ladegerät kaufen, wenn sie ein neues Mobiltelefon erwerben. Das spart Geld und schont Ressourcen.

Das heisst im Klartext, wenn die Hersteller es schaffen, ist es supertoll, aber eine rechtliche Grundlage schafft die EU dazu nicht. Super! Ja nichts verbindlich machen, denn könnte jemand auf die Idee kommen diese Verbindlichkeiten einzufordern. Was bleibt also dem User? Abwarten und sich beim Zählen der verschiedenen Ladeanschlüsse amüsieren. Ob da wohl eine vierstellige Zahl rauskommt?

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