Meater+ ausprobiert: Das smarte Fleischthermometer

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Meater+

Okay, ich weiß was ihr denkt. Wieder eins dieser „smarten“ Gadgets ohne Sinn aber dafür mit Bluetooth und App! Dachte ich zuerst auch, aber vielleicht ist der neue Meater+ dann doch einen Blick wert.

Fleisch ist für viele Menschen die beste schlechteste Sache der Welt. Einerseits köstlich, andererseits ethisch kaum zu vertreten, wenn man an die moderne Massentierhaltung denkt. Mein persönlicher Kompromiss besteht darin, immer öfter Fleisch aus kontrollierter Haltung und lokaler Herkunft zu kaufen. Das Problem dabei: Gutes Fleisch ist teuer.

Und wenn ich mir ein schönes Steak gönne, möchte ich nicht, dass es durch die falsche Zubereitung zur Schuhsohle verkommt.

Da kommt der Meater+ ins Spiel. Dabei handelt es sich um ein Fleischthermometer mit Bluetooth und App. Das Thermometer kommt an die dickste Stelle im Fleisch und überwacht dann außen- und Innentemperatur.

Ein Alarm auf dem Handy zeigt an, wann die ideale Innentemperatur erreicht ist. Wir haben freundlicherweise einen Meater+ (bereits die zweite Generation des Geräts) zum Test erhalten.

Fleisch zubereiten mit dem Meater+

Fleisch und Garmethode auswählen

Der Meater+ soll zur Zubereitung diverser Fleischarten geeignet sein. Egal, ob ihr ein Rindersteak, Schweinebraten, Fisch oder Lamm zubereiten wollt, für viele Fleischarten und Zuschnitte gibt es in der App bereits abgespeicherte Programme, die ihr bei Bedarf auch ändern könnt. So lässt sich recht schnell das gewünschte Programm zusammentippen.

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Der Meater+ begleitet das Kochen diverser Fleischsorten

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diverse Garstufen sind einstellbar

Als einziger Fleischesser meines Haushalts lohnt es sich nicht, einen großen Braten zu machen, also habe ich für diesen Test ein Rumpsteak vom lokalen Gallowayhof besorgt.

Gargut vorbereiten

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Das Thermometer kommt dann an die dickste Stelle im Fleisch und wird in der App gekoppelt. Ich nutze hier die „reverse sear“ Methode, bei der das Fleisch zuerst bei niedriger Temperatur im Ofen gegart und anschließend kurz in der Pfanne gebräunt wird.

In der App gibt es diverse Videos mit Rezepten und Tipps für die Nutzung des Thermometers. Diese sind alle auf Englisch, aber gut verständlich.

Fleisch garen

Also Steak gesalzen und gepfeffert und bei 100 Grad ab in den Ofen.

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Die App hält euch während des Garvorgangs auf dem Laufenden

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Ist die Zieltemperatur erreicht, erklingt ein Alarm

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Die Neuerung des Meater+ gegenüber dem Vorgänger ist übrigens, dass die kleine Aufladestation aus Bambus jetzt das Bluetooth-Signal des Thermometers verstärkt, damit ihr beim Kochen nicht in der Küche bleiben müsst. Das Signal hielt bei mir im Test ca. 5m Luftlinie bis ins Wohnzimmer durch.

Mit einem „Meater Cloud“ Account lässt sich der Garvorgang sogar im Web oder per Alexa überwachen!

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Ist die gewünschte Kerntemperatur erreicht, ist das Fleisch bereits gar, aber vollkommen unansehnlich. Was jetzt noch fehlt, ist das eigentliche Braten. Das Fleisch darf sich kurz ausruhen (auch das zeigt die App an) und die Pfanne wird vorbereitet. Das Thermometer kann dann entfernt werden.

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Grillpfanne, Thymian, Rosmarin, Knoblauch, Butterschmalz (nicht im Lieferumfang des Meater+ enthalten)

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so hab ich mir das vorgestellt

Meine Gedanken zum Meater+

Ich muss zugeben, vor dem Test war ich nicht besonders überzeugt vom Meater+ und hielt das Gerät eher für ein günstiges Gimmick. Der Meater+ meint es aber ernst. Die App ist prima umgesetzt, gibt mir viele Informationen zum Garzustand und lässt mich praktisch ohne Vorwissen ein gutes Stück Fleisch solide zubereiten. Auch die vielen Rezeptvideos und Anleitungen sind toll. Zudem erhält der Meater+ regelmäßige Updates. :D Gemüse hat der Meater+ übrigens nicht im Programm.

Die Sonde besteht aus Edelstahl und ist solide verarbeitet, aber leider nicht spülmaschinenfest. Die Ladestation besteht aus Bambus und verstärkt das Bluetooth Signal, allerdings ist das auch bitter nötig. Ich könnte mir nicht vorstellen, mich stundenlang neben den Braten zu hocken, nur damit mein Fleischthermometer den Empfang nicht verliert.

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Im Test ist mir auch aufgefallen, dass die Ladestation anscheinend ständig Strom verbraucht. Die mitgelieferte AAA-Batterie war nach 2 Wochen mit sehr sporadischer Nutzung jedenfalls leer. Mal schauen wie lange der Eneloop Akku hält, der jetzt drin steckt.

Für die gebotene Verarbeitung und App finde ich den Preis von aktuell deutlich über 100€ sogar gerechtfertigt. Die Zielgruppe des Meater+ dürfte allerdings sehr klein sein. Echte Fleischfans wissen wahrscheinlich auch ohne Thermometer, wann das Fleisch gut ist. Und wer selten Fleisch kocht, wird vor dem Preis eher zurückschrecken.

Wer allerdings noch eine Geschenkidee für den technikaffinen Fleischfreund in der Familie sucht, könnte mit dem Meater+ zu Weihnachten gut fahren.

Wo kauft ihr euer gutes Fleisch?

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