Mercedes-Benz EQA: 5 Eindrücke nach dem ersten Wochenende

Mercedes Benz Eqa Lader

Nach zwei Wochen mit einem Plug-In-Hybrid war mir klar: Meine Zukunft, und das ist eine persönliche Sichtweise, ist rein elektrisch. Der Audi Q3 ist weg und wurde vom Mercedes-Benz EQA abgelöst, den ich bereits ein paar Tage fahren konnte.

Der Audi Q3 ist ein sehr gutes Auto und die 250-PS-Hybrid-Kombo für viele sicher auch perfekt im Alltag, aber ich will dann doch keine Zwischenlösung. Nach dem Q3-Testwagen werde ich vermutlich nur noch reine Elektroautos testen.

Ein EQA-Test folgt noch, aber ich möchte mehr Eindrücke vor dem lange Test teilen. Während meiner Testphase schreibe ich eine Notiz auf dem iPhone und hier habe ich mir mal 5 Stichpunkte ausgesucht, die mir bisher aufgefallen sind.

Mercedes-Benz EQA: Ein wendiges Auto

  • Ich wusste, dass der EQA kein e-tron ist, aber nach den großen Boliden bin ich derzeit froh mal wieder ein kompaktes Elektroauto zu fahren. Der EQA wirkt größer, als er ist, da er mit SUV-Optik daher kommt. Ich weiß nicht, ob das schon als Kompaktklasse durchgeht, aber in der heutigen Zeit sicher schon. Was mich hier aber wirklich begeistert, ist der Wendekreis. In den letzten Wochen musste ich mit so ziemlich jedem Auto bei uns in der Tiefgarage beim Einparken neu ansetzen, trotz 360-Grad-Kameras. Der EQA hat einen Wendekreis wie mein Golf und das ist für mich ein großer Pluspunkt.

Mercedes Benz Eqa Wendekreis

  • Die Ladeleistung ist mit 100 kW auf den ersten Blick nicht beeindruckend, aber auch ich habe das lange Zeit falsch eingeschätzt. Es zählt nicht, wie hoch der Maximalwert ist, sondern wie die Ladekurve verläuft. Und hier hatte ich bei den ersten zwei Ladevorgängen am Schnelllader noch gut 90 kW bei über 70 Prozent. Und auch bei 90 Prozent waren es noch 70 kW. Das ist gut, denn da gibt es einige Kandidaten, die schnell Energie in den Akku pumpen und dann nach hinten zügig abfallen. Da hat mich der EQA positiv überrascht, auch wenn es beim Start natürlich auch gerne 150 kW liefern dürfte.
  • Die Power ist mit 140 kW (190 PS) und 375 Nm beim Start durchaus gut, aber vor allem ab 100+ km/h ist das für diese Preisklasse (es geht bei ca. 50.000 Euro los) eher „okay“. Es gibt einen Sportmodus, aber der holt nur kurz beim Beschleunigen etwas mehr heraus, wer viel Autobahn fährt, der sollte vielleicht die Version mit Dual-Motor und 215 kW (292 PS) im Auge behalten. Das klingt jetzt vielleicht für einige komisch und ja, die Power reicht im Alltag locker aus, aber ich schaue mir immer gerne vergleichbare Modelle in dieser Preisklasse an.
  • Ich liebe „One Pedal Driving“, denn mit vielen Elektroautos kann ich im Alltag oft komplett ohne Bremse fahren. Das macht Spaß, ist deutlich angenehmer und ein Punkt, warum ich ein Elektroauto einem Verbrenner vorziehe. Der EQA bietet eine ordentliche Rekuperation an, allerdings muss man diese nach jedem Start (über die Wippen am Lenkrad) erhöhen und selbst bei der höchsten Stufe (die sich gut fährt) stoppt er nicht komplett und rollt weiter. Man muss also leider weiterhin die Bremse im Alltag tätigen. Ich weiß nicht, warum Mercedes das macht, aber da hätte man ruhig noch einen Schritt weiter gehen dürfen.

Mercedes Benz Eqa Felge

  • Noch kurz zur Reichweite, zu der man nach einem Wochenende aber noch kein Fazit ziehen kann. Wie erwartet ist der Verbrauch nicht gerade gering, aber es hängt natürlich auch von der Situation ab. Eine normale Fahrt mit viel Autobahn kostet viel Akku, vor allem ab 100 km/h wird es schwierig. Ein EQS verbraucht bei 130 km/h (laut dem ersten Test) nur die Hälfte auf der Autobahn. Auf der Landstraße mit 70 bis 100 km/h und ohne viele Ampeln kann der EQA dann aber auch effizient sein, wie die meisten Elektroautos. Doch was mich stört: Mein EQA ist eingefahren und gibt eine Reichweite von ca. 300 km an, was durchaus hinkommt. Mercedes wirbt aber weiterhin mit 493 km, da man auf der Webseite den NEFZ-Wert nimmt. Selbst der WLTP-Wert ist unrealistisch, doch die Angabe des NEFZ-Wertes ist falsch. Vor allem tut man sich keine Freude damit, denn der unerfahrene Kunde denkt dann „Wow, da kann ich ja fast 500 km fahren, das ist wie mit dem Verbrenner“. Doch der Alltag sieht dann komplett anders aus und er ist eventuell enttäuscht.

Mercedes-Benz EQA: Ein erstes Fazit

Ich mag den Mercedes-Benz EQA, mehr als erwartet. Das liegt wohl daran, dass die Größe für mich optimal ist und der Wendekreis perfekt in meinen Alltag passt. Ein großer und schwerer SUV macht zwar auf der Autobahn mehr Spaß, aber wenn ich mal ehrlich mir selbst bin, ist das zu 99 Prozent verschwendeter Platz.

Ich weiß, das ist subjektiv. Ihr müsst mir jetzt nicht in den Kommentaren schreiben, dass ihr zu der Ausnahme gehört, die unbedingt ein größeres Auto benötigt.

Mercedes Benz Eqa Ionity

Das mit der Reichweite ist für eine Verbrenner-Plattform eigentlich okay und da habe ich auch nicht mehr erwartet. Das Platzangebot im Innenraum ist dennoch gut und die Ladeleistung hat mir besser als erwartet gefallen. Über die Optik meines Testwagens kann man streiten, ich würde ihn ganz anders konfigurieren.

Mal schauen, wie es sich mit MBUX in den kommenden Tagen verhält, aber ich bin bisher froh, dass CarPlay dabei ist. Leider noch nicht kabellos und mit USB-Slot vorne (obwohl es auch zwei in der Mittelkonsole gibt, aber die laden nur), aber ich finde CarPlay bis heute eine optimale Lösung für den Alltag im Auto.

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