Nokia Q2 2012: 1,4 Milliarden Verlust, 4 Millionen Lumia-Smartphones und Windows Phone 8 als Katalysator

Vor zwei Tagen gab es hier von meiner Seite einen kleinen Kommentar zu Nokias Zukunft auf dem Smartphone-Markt und wie bereits angekündigt gibt es heute die entsprechenden Zahlen zum zweiten Quartal 2012 der Finnen. So langsam aber sicher kann man anfangen sich richtig Sorgen um das Unternehmen zu machen, auch wenn die Börse in Helsinki teilweise positiv auf die Bekanntgabe reagierte, so muss man auch sagen, dass die Aktie von Nokia gestern mit einem sehr niedrigen Stand geschlossen hatte und der leichte Anstieg auf keinen Fall ein Anlass zum Feiern ist. Der Umsatz ging im Vergleich zum Vorjahr um 19 Prozent von 9,3 auf 7,5 Milliarden zurück und der Verlust beträgt für dieses Quartal 1,4 Milliarden Euro. Im Vergleich zum Vorjahresquartal rutschen die Finnen also noch tiefer in die roten Zahlen.

Insgesamt konnte man 83,7 Millionen Handys verkaufen, davon 10,2 Millionen Smartphones. Vier Millionen Lumia-Smartphones waren es im zweiten Quartal, seit dem Launch des Lumia 800 konnte man bis heute also über 7 Millionen Windows Phones verkaufen. Ein Vergleich mit anderen Unternehmen wie Samsung oder Apple spare ich mir an dieser Stelle, die Verkaufszahlen sind zwar klar angestiegen, aber wenn man sich das Quartal anschaut nicht gut genug.  Der große Wiedereinstieg in die USA ist nicht gelungen, dort konnte man sogar nur 600.000 Smartphones verkaufen und in Anbetracht der Werbekampagen von Nokia und AT&T für das Lumia 900 ist das eher mager. Im Vergleich zum Vorjahresquartal musste Nokia übrigens einen Rückgang von 5 Millionen Einheiten verzeichnen, immerhin hat sich der Absatz von „einfachen“ Handys leicht (71,8 auf 73,5) gesteigert.

„We shipped four million Lumia Smartphones in Q2, and we plan to provide updates to current Lumia products over time, well beyond the launch of Windows Phone 8. We believe the Windows Phone 8 launch will be an important catalyst for Lumia.“ Stephen Elop

Nokia bekommt auch in diesem Quartal wieder 196 Millionen Euro als Unterstützung von Microsoft und düfte damit mehr bekommen, als man Microsoft für die Nutzung des OS zahlt. Die Rechnung wird natürlich erst langfristig für Microsoft aufgehen, momentan gilt es einen angeschlagenen Partner zu unterstützen und den Marktanteil von Windows Phone zu steigern. Nokia ist ein sehr wichtiges Element in dieser Strategie. Doch die Aussichten sind schlecht, vor allem mit der Ankündigung von Windows Phone 8, welches Stephen Elop übrigens als Katalysator für das Lumia-Lineup sieht, dürfte man die aktuellen Windows Phones uninteressant gemacht haben. Das dritte Quartal wird also nicht anders aussehen und die Hoffnung ruht mehr den je auf Windows Phone 8 und einem neuen Lineup. Immerhin ist man hier zuversichtlich und glaub das wird das Ende der Krise einleiten.

Bis jetzt scheint der Wechsel auf Windows Phone nicht aufzugehen, zwar hätte man auch nicht wie bisher weitermachen können, allerdings geben solche Zahlen den Kritikern natürlich genug Grundlage für eine Diskussion.  Vor allem Stephen Elop wird diese über sich ergehen lassen müssen, denn die gesteckten Ziele für 2012 hat man bis jetzt nicht erreicht. Stellebabbau, rote Zahlen, unerfüllte Ziele und auf kurze Sicht ein bescheidener Blick in die Zukunft. Finanziell kann man das zwar noch eine Weile mitmachen, spätestens mit Windows Phone 8 müssen dann aber wieder Erfolge her. Ich habe vor ein paar Monaten gesagt, dass man nach dem zweiten Quartal 2012 ein erstes Fazit ziehen kann und das ist meiner Meinung nach klar negativ zu bewerten. Jetzt schauen wir mal wieder in die Zukunft, in einem Jahr kann das schon anders aussehen. Natürlich nicht nur im positiven Sinne.

via the verge slashgear heise grafik statista quelle nokia (PDF)

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