ottonova: Eine digitale Krankenversicherung

Ottonova

Das StartUp N26 hat sich damals aufgemacht, einen sehr konservativen Markt mit digitaler Technik aufzumischen. Mit ottonova scheint dieser Prozess nun auch endlich im Versicherungssektor anzukommen.

Das zentrale Verkaufsargument des Anbieters ist ganz klar die Ausrichtung auf digitale Prozesse, denn sämtliche Aktionen laufen virtuell und vorzugsweise über die zugehörige App ab. Man kann zwar auch mit diesem dünnen weißen Material und einem Plastikröhrchen voll Tinte kommunizieren, aber das entspricht sicherlich nicht dem Sinn dieser Versicherung. 😉

Eine solche Denkweise macht nicht nur den Alltag der Versicherten einfacher, sondern garantiert auch eine schnelle Integration von Innovationen. Der Abschluss einer ottonova Versicherung findet natürlich ebenfalls digital, über die wirklich ansprechend und übersichtlich gestaltete Website statt (das kriegen selbst sehr große Versicherer leider nicht richtig hin).

Kein Papierkram und Reminder für Arztbesuche

Was ich an N26 beispielsweise liebe, sind die Statistiken, da sie einen sehr guten Überblick über sämtliche Ausgaben ermöglichen. Bei ottonova gibt es ein Pendant: In einer Timeline werden alle in Anspruch genommenen Leistungen erfasst und mit weiteren Informationen angereichert. Auch die ganzen Abrechnungen lassen sich digital einsehen.

Man merkt also schon, dass alle bürokratischen Prozesse nicht nur ohne Papierkram, sondern auch möglichst schnell und simpel abgewickelt werden. Zieht man beispielsweise um, muss man die neue Adresse lediglich in der App hinterlegen. Über einen integrierten Dokumentenscanner lassen sich zudem alle Unterlagen wie Arztrechnungen oder ähnliches digitalisieren und direkt an die Versicherung übermitteln.

Nützlich finde ich auch, dass der Versicherte über die App an Vorsorgetermine erinnert wird. Schön wäre natürlich, wenn das in Zukunft auch für die bevorstehenden Arzttermine funktioniert. Noch kurz zum Datenschutz: Alle Daten werden TLS v1.2 verschlüsselt übertragen und auf Servern in Deutschland AES256 verschlüsselt abgespeichert.

Integrierter Concierge Service und digitaler Arztbesuch

Wirklich interessant wird die ganze Sache vor allem durch den Concierge Service. Er ist rund um die Uhr erreichbar und hilft dem Nutzer bei sämtlichen versicherungstechnischen Angelegenheiten. Hat man zum Beispiel ein medizinisches Problem, kann man dieses einfach mit dem zuständigen Mitarbeiter besprechen. Er sucht dann einen passenden Arzt aus und vereinbart einen Termin.

Hat man jedoch keine Lust auf das Wartezimmer oder möchte einfach Zeit sparen, kann der Concierge auch einen digitalen Arztbesuch initiieren. Hierbei wird der Versicherte per Videochat mit einem Arzt verbunden und kann sich fachgerecht beraten lassen.

Stellt der Arzt dann eine Diagnose, erhält der Patient eine eventuelle Krankschreibung kurze Zeit später auf sein Smartphone. Um diesen „Medical Service“ anbieten zu können, kooperiert ottonova mit dem Schweizer Unternehmen eedoctors.

Gegründet wurde das Münchener Unternehmen bereits 2015. Die über 50 Mitarbeiter arbeiten neben dem Hauptsitz in München auch noch in einem Berliner Ableger. Um das alles zu finanzieren, musste der Versicherungsdienstleister bis dato über 40 Millionen Euro an Investitionskapital einsammeln. Falls ihr euch übrigens auch, fragt woher der Name kommt: Er ist angelehnt an Otto von Bismarck, der seinerzeit die erste Krankenversicherung „erfunden“ hat.

Ich finde das Konzept von ottonova extrem interessant und bin mal gespannt, wie es sich auf dem Markt behaupten wird. Ich hoffe aber sehr, dass auch bei anderen Versicherungen das Potenzial der Digitalisierung endlich großflächig eingesetzt wird.

Was haltet ihr von dem Konzept bzw. habt ihr eventuell bereits Erfahrungen mit ottonova?

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