Pebble Time: Erfolgreiches Marketing dank Kickstarter

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Wie erwartet präsentierte Pebble gestern mit der Time die mittlerweile dritte Generation der Smartwatch. Das Startup entschied sich, wie beim ersten Modell, wieder für Kickstarter. Eine durchaus kluge Entscheidung.

Seit einem Tag kann man die Pebble Time jetzt bei Kickstarter unterstützen und schon nach weniger als 20 Minuten war klar: Das Projekt wird ein voller Erfolg. Nicht nur, dass man den gewünschten Betrag von 500.000 Dollar locker erreichte, auch die erste Million war schnell erreicht. Seit dem kann man dem Projekt auf Kickstarter zuschauen, wie es immer mehr Unterstützer gewinnt.

Aktuell steht die Pebble Time bei knapp 9 Millionen und die 10 Millionen wird man heute mit Sicherheit auch noch knacken und somit sogar noch mal den Rekord der ersten Pebble einstellen. Es hat mich ehrlich gesagt gewundert, dass man erneut zu Kickstarter geht, denn immerhin ist das Startup in den letzten Jahren gewachsen und hat Erfahrung gesammelt. Doch es gibt dem Team nicht nur Sicherheit, es ist vor allem ein kostenloses Marketing.

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Das Crowfunding-Projekt geht noch einen Monat und schon jetzt ist man auf einem guten Weg, das erfolgreichste Kickstarter-Projekt zu werden. Dies hat den Effekt, dass man immer wieder kostenloses Marketing bekommt und so immer mehr Leute auf die neue Pebble aufmerksam werden und immer mehr Leute sich ein Modell kaufen werden. Passend dazu hat man 30.000 weitere Einheiten hinzugefügt, die noch im Mai 2015 ausgeliefert werden sollen.

Ein erstes Update mit ein paar Reaktionen gibt es auch schon und ich bin mir sicher, dass heute nach den 10 Millionen ein weiteres folgen wird. Und man hat außerdem auch angekündigt, dass es im Laufe des Monats weitere Details geben soll. Das Projekt wird so also nicht in der Versenkung verschwinden und ich bin mir sicher, dass man sich ein paar Ankündigungen genau aus diesem Grund aufgehoben hat. Pebble hält ganz gezielt Details zurück.

Doch wer kann es ihnen verübeln. Kickstarter hätte man mit Sicherheit nicht mehr für die Time gebraucht, und das sorgte auch für Kritik von vielen Seiten, doch der Schritt war gut durchdacht und wie man sieht genau richtig.

Ich habe mir seit gestern ein paar Gedanken zur neuen Pebble gemacht und ich war, wie viele von euch auch, erst mal weniger begeistert. Als Fan der Steel, die für mich die beste Smartwatch ist, hatte ich große Erwartungen. Vielleicht waren diese einfach zu groß. Der erste Eindruck ist jedenfalls weiterhin sehr gemischt. Ich weiß noch nicht, ob mich die Pebble Time überzeugt hat.

Auf der einen Seite ist da das neue Display, farbig, genauso gut lesbar, mit einer neuen Benutzeroberfläche, die verdammt gut aussieht und der neuen Timeline, deren Idee ich ebenfalls großartig finde. Dann ist da aber auch die Hardware. Plastik, ein Gummiarmband (kann man wechseln) und der doch wirklich sehr große Rahmen rund um das Display sorgten für einen negativen ersten Eindruck. Die neue Pebble sieht besser, als die erste Pebble aus, aber sie kommt meiner Meinung nach nicht an die Steel heran.

Pebble Time Arm

Pebble wird es jedenfalls nicht leicht haben in diesem Jahr. Selbst wenn es auf Kickstarter 100.000 Unterstützer und mehr werden, das Budget von Apple, Samsung und Co. ist größer und es besteht die Gefahr, dass man immer in der Nische bleiben wird. Und die Pebble Time sieht auch so aus, als ob sie da erst mal gar nicht raus möchte. Man scheint sich damit zufrieden zu geben.

Ich denke, und das ist reine Spekulation, dass in diesem Jahr noch eine etwas hochwertigere Version folgen wird. Bei diesem Modell ist man, wie schon bei der ersten Pebble, Beta-Tester. Neue Hardware, neues UI, alles neu. Sobald Pebble die Basis aufgebaut hat, wird sicher ein weiteres Modell folgen. Mit diesem haben aber eben viele, wie auch Ich, zum Start gerechnet.

Um auf den eigentlichen Punkt zurück zu kommen, Pebble hat mit der Time bisher alles richtig gemacht. Liefern kann man noch nicht, daher verkauft man sie erst mal über eine Crowdfunding-Plattform. Das hat den hübschen Effekt, dass man weiterhin Aufmerksamkeit bekommt. Ich bin aber mal gespannt, ob die Pebble ein Nischenprodukt bleiben wird, oder ob man mit der neuen Time vielleicht sogar neue Rekorde aufstellen wird. Gründer Eric ist sich jedenfalls sicher, dass neben der Apple Watch und Android Wear genug Platz für die Pebble ist. Doch das entscheiden am Ende wie immer die Konsumenten.

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