Research In Motion: Wie lange geht das noch gut?

Ich beobachte den Mobilfunkmarkt jetzt schon seit ein paar Jahren und bin mit Marken wie Siemens, Nokia oder RIM aufgewachsen. In den letzten Jahren hat sich aber so unglaublich viel geändert und wer sich mal den Juni anschaut, der merkt wie schnell die Entwicklung in diesem Markt ist. Und ein Ende ist vorerst nicht in Sicht. Während Google mit seinen Partnern den Smartphone-Markt anscheinend immer mehr dominiert und Apple mit seinem iPhone weiterhin sehr erfolgreich ist, kämpfen Unternehmen wie Microsoft, Nokia und RIM um jedes Prozent Marktanteil. Nokia hat immer mal wieder versucht das Schiff zu wenden, jedoch nie den Mut gehabt alle Karten auf Maemo oder die Weiterentwicklung MeeGo zu setzen. Stattdessen gab es die Partnerschaft mit Mircosoft, die sich auch nicht so optimal wie anfangs vermutet entwickelt. Aber immerhin tut sich etwas bei den Finnen.

Bei den Kanadiern in Waterloo habe ich allerdings ein schlechtes Gefühl, welches die aktuellen Meldungen der letzten Tage bestätigen. 518 Millionen Dollar Verlust bei einem Umsatz von 2,8 Milliarden, das ist ein Rückgang von 33 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. 5000 Stellen möchte man in diesem Zusammenhang in den kommenden Monaten abbauen, das Unternehmen muss an allen Ecken und Enden sparen. Die Aufteilung in zwei Abteilungen wird immer wahrscheinlicher. Doch wie kommt man aus dieser Krise wieder raus? Eine kurzfristige Antwort hat man nicht, denn die negativen Schlagzeilen hören nach diesen Zahlen nicht auf: Blackberry 10 kommt erst im nächten Jahr. Ursprünglich war ein Release bis zum Ende des Jahres geplant und mit dem lukrativen Weihnachtsgeschäft hätte das ein guter Neuanfang für das Unternehmen werden können. Wie gesagt: Hätte.

Jetzt dauert es wieder länger, auch wenn zum ersten Touchscreen-Smartphone dann auch relativ zeitgleich ein Modell mit einer Qwertz-Tastatur erscheinen soll. RIM möchte nicht einer von vielen sein, ein Wechsel zu Android oder Windows Phone ist daher ausgeschlossen, auch wenn Microsoft dem Unternehmen (wie auch bei Nokia) anscheinend einen lukrativen Deal vorgeschlagen hat. Doch n Waterloo möchte man es selbst probieren, die Zeit spielt allerdings gegen das Unternehmen. Bis zum ersten Smartphone mit Blackberry 10 vergehen noch gut 6-9 Monate und bis dahin ist Windows Phone 8, das iPhone der sechsten Generation und auch schon eine neue Generation an Android-Smartphones mit Jelly Bean auf dem Markt. Wir werden den Erfolg des ersten BB10-Smartphones also erst in gut einem Jahr beurteilen können. Auf diesem sehr schnelllebigen Markt ist das eine halbe Ewigkeit.

Microsoft CEO Steve Ballmer had approached RIM in recent months, looking to strike a partnership similar to the one the software giant has with Nokia Oyj, the sources said. Under that partnership, Nokia will use Microsoft’s latest Windows operating system on its smartphones. In such a scenario, RIM could also look for Microsoft to buy a stake in the company and fund marketing and other expenses, the sources said. However, this option is not attractive to RIM because it would mean the end of the Waterloo, Ontario-based company’s technology independence, they said.

Wie lange geht das noch gut und was ist die richtige Strategie? Ich persönlich würde mir einen weiteren Mitbewerber mit einem starken OS wünschen, der Microsoft, Google und Apple ordentlich Durck machen kann. Konkurrenz belebt bekanntlich das Geschäft. RIM hat in den letzten Jahren allerdings geschlafen und dieser Fehler trifft sie jetzt hart. Noch sind die finanziellen Mittel da und ein rapider Rückgang wie bei Symbian ist auch noch nicht in Sicht, RIM fehlt allerdings auch ein finanziell gut aufgestellter Partner, der in der Not aushelfen und ein paar Monate überbrücken kann. Ich bin mir nicht mehr sicher, ob das noch die richtige Strategie ist, die Entwicklung von Blackberry 10 dauert einfach zu lange. 2012 wird jedenfalls ein spannendes Jahr für Research In Motion und man muss bedenken: Blackberry 10 ist auch kein Garant für sofortigen Erfolg auf diesem unvorhersehbaren Markt.

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