RHA T20 In-Ear-Kopfhörer Testbericht

RHA T20 Header

Nachdem ich erst vor wenigen Wochen meinen Testbericht zu den RHA T10i veröffentlichte, hat der schottische Entwickler bereits den Nachfolger präsentiert, der sich „RHA T20“ nennt. Auch diese In-Ear-Kopfhörer habe ich zum Testen bekommen und während sich äußerlich relativ wenig getan hat, gab es vor allem im Inneren einige Neuerungen, die den (ohnehin schon hervorragenden) Klang noch weiter verbessern sollen.

Während mein Testbericht zu den T10i als Alltagstest über einen längeren Zeitraum ausgelegt war, werde ich dieses Mal darauf verzichten, da ich beispielsweise davon ausgehe, dass sich Wertigkeit, Materialien und Haltbarkeit der Komponenten im Großen und Ganzen weder positiv noch negativ verändert haben. Für sinnvoller halte ich in diesem Fall also eine Art Vergleich zum Vorgängermodell, bei dem ich der Frage nachgehe, ob die T20 den höheren Anschaffungspreis denn wert sind.

Eines sei vorweg gesagt: Ich werde in diesem Testbericht verschiedene Aspekte nicht im Detail betrachten, denn das habe ich ja zuletzt erst in meinem Bericht zu den RHA T10i gemacht. Dieses Mal lege ich den Fokus auf Veränderungen zum Vorgänger sowie das Klangbild mitsamt eines kleinen Vergleiches zu den T10i. Für tiefergehende Eindrücke meinerseits zu Design, Hardware, Langlebigkeit und derlei Dingen empfehle ich euch also meinen Testbericht zu den T10i, sofern ihr den noch nicht gelesen habt.

Technische Ausstattung und Lieferumfang

RHA T20 09

  • Treiber: DualCoil dynamisch
  • Frequenzbereich: 16-40,000Hz
  • Impedanz: 16 Ohm
  • Empfindlichkeit: 90dB
  • Nennleistung/Hochstleistung: 2/5mW
  • Gewicht: 39g
  • Kabel: 1,35m, multicore OFC
  • Anschlüsse: 3,5mm
  • Lieferumfang: T20 In-Ear-Kopfhörer, Tuning-Filter mit Halter, 6 x Dual-Density-Ohrstöpsel (2 x S, 2 x M, 2 x L), 2 x Doppelflansch-Ohrstöpsel (1 x S, 1 x L), 2 x Schaumstoff-Ohrstöpsel, Edelstahl Ohrstöpsel Halter, 1 x Kabel-Clip, Transporttasche, Schnellanleitung

Design, Hardware und Zubehör

RHA T20 04

Das grundlegende Design ist im Vergleich zum Vorgänger fast unverändert geblieben. Lediglich das Kabel ist nun in schwarzer, statt grauer, Farbe gehalten und auch die Ohrbügel sind beim neuen RHA-Vorzeigemodell komplett schwarz und auch etwas schlanker. Letzteres ist übrigens mein einziger Kritikpunkt im Vergleich zu den T10i, denn hier könnte es natürlich sein, dass diese auf längere Zeit hin nicht ganz so widerstandsfähig sind, als die der Vorgänger. In meiner bisherigen Testzeit konnte ich jedoch keine solchen Ergebnisse nachvollziehen.

RHA T20 02

Weiterhin sind die Treibergehäuse, der Splitter sowie der Klinkenstecker sind aus rostfreiem Edelstahl gefertigt, auch das Design blieb in diesen Aspekten unverändert. Das ist aber bei weitem nichts schlimmes, denn zum einen finde ich diese noch immer unheimlich schick und zum anderen wird da sehr wahrscheinlich nichts kaputt gehen. Das nun schwarze Kabel hat ebenfalls die gleiche Dicke und vermittelt so ein sehr sicheres Gefühl bei der alltäglichen Nutzung. Bei den RHA T20 fehlt im Vergleich zu den T10i die Mediensteuerung, die ich sehr zu schätzen lernte. Hier gehe ich zwar davon aus, dass in nächster Zeit noch eine i-Version folgen wird, allerdings ist es natürlich trotzdem etwas schade, dass man bei diesen Earbuds gar keine Möglichkeiten zur Steuerung an die Hand bekommt.

Beim Zubehör ist es im Grunde die gleiche (ausgezeichnete) Geschichte: Weiterhin gibt es einen Klip, acht Paar zusätzliche Aufsätze aus verschiedenen Materialien und in jeweils zwei Größenausführungen, damit möglichst jeder den idealen Tragekomfort für sich finden kann, was natürlich auch dem Sound weiter auf die Sprünge hilt. Darüber hinaus sind auch die austauschbaren Filter wieder mit dabei, mit denen sich das Klangbild verländern lässt. Insgesamt kann ich hier also nur sehr wenig potentiell beanstanden, denn es ist eben im Großen und Ganzen das Gleiche, wie zuvor, wobei RHA äußerlich vor allem an Design-Details schraubte.

Klangbild und -filter

RHA T20 03

Selbstredend ist das austauschbare Filtersystem auch dieses Mal wieder mit an Bord. RHA gibt das Klangbild ausgeglichener an, als das der T10i und im Vergleich beider Kopfhörer sind hohe Töne beim T20 mit den Reference-Filtern tatsächlich noch ein bisschen präsenter. Becken und Co. drücken aber nicht in den Mitteltonbereich hinein. Stimmen und Gitarren verlieren also nicht an Präsenz und bleiben einwandfrei. Genauso verhält es sich bei Basstönen: Diese kommen ausgesprochen knackig rüber und beeinträchtigen nicht den mittleren Tonbereich

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RHA T10i vs. THA T20

Unterschiede sind insgesamt also vor allem in höheren Tonbereichen zu identifizieren. Diese bemerkt man im direkten Vergleich auf jeden Fall, allerdings sprechen wir hier nicht von weltverändernden Unterschieden. Wer die Songs, die man präferiert hört, gut kennt, wird Unterschiede jedoch definitiv feststellen können. Die neuen DualCoil-Filter, auf die RHA nun setzt, scheinen also ganze Arbeit zu leisten. Insgesamt hört man ein ausgeglicheneres Klangbild bei den T20 heraus, was mir persönlich doch sehr zusagt.

Auch die austauschbaren Klangfilter erledigen ihren Job wieder zuverlässig. Im Direktvergleich zu den Filtern der T10i fällt mir hierbei allerdings auf, dass diese das Klangbild etwas stärker verändern. Mit dem Bass-Filter drücken Tieftöne also deutlich stärker und der Treble-Filter betont Hochtöniges mehr, als beim „alten“ Modell. Allerdings kann ich auch dieses Mal sagen, dass die Klangbilder mit beiden Filtern nicht zu sehr in eine Richtung gezogen werden. Der Hörer bleibt also von dröhnigem und matschigem Bass verschohnt und auch zerrende Hochtöne treten nicht auf.

Fazit

RHA T20 01

Nachdem mich die RHA T10i bereits sehr stark beeindruckten, schaffen es die T20, mir sogar noch ein Stück besser zu gefallen. Das wiederum sollte aber auch nicht überraschen, schließlich handelt es sich hier um einen direkten Nachfolger, bei dem man das grundlegende Konzept beibehielt und dieses weitergehend optimierte. Der Sound ist alles in allem besser, druckvoller, aber sehr distinktiv und dediziert, sodass diese In-Ear-Kopfhörer den besten Sound wiedergeben, den ich bisher aus dieser Geräteklasse gehört habe.

Das will aber natürlich auch bezahlt werden. Bei Amazon liegen die T20 bei aktuell 230 Euro und somit 50 Euro über den T10i. Wie gesagt: Der Sound ist insgesamt besser, allerdings würde ich einen Mehrpreis von 30 Euro im Vergleich zum Vorgänger für angebrachter halten – 50 Euro sind für meinen Geschmack eine Spur zu viel. Wer den preislichen Unterschied aber nicht scheut, bekommt das wohl momentan beste Gesamtpaket, das mir im Bereich rund um 200 Euro bekannt ist.

Das sind alles in allem wahrlich starke Worte, allerdings bin ich von den Kopfhörern an sich bis aufs Mark überzeugt worden während meiner Testphase und ich bin gespannt, wie weit RHA das Spiel bei den früher oder später anstehenden Nachfolgern treiben wird. RHA ist kein Audio-Unternehmen, dass auf den heutigen Mainstream-Hörer geeicht ist, sondern eines, das auf seine Soundstruktur Acht gibt und darauf aus ist, es stetig zu verbessern – die T20 sind der beste Beweis dafür!

RHA T20 07

Wertung des Autors
Charles Engelken bewertet RHA T20 mit 4.8 von 5 Punkten.

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