Samsung Galaxy S20 Ultra im Test

Samsung Galaxy S20 Ultra Kamera Header

Das Flaggschiff-Jahr 2020 ist gestartet und Samsung macht wie so oft den Anfang.  Heute gibt es mein persönliches Fazit zum Galaxy S20 Ultra.

Viele – inklusive mir – haben die Samsung-Smartphones in den letzten zwei Jahren zwar gelobt, aber auch angemerkt, dass sie etwas „langweilig“ wurden. Samsung packte im Prinzip alles rein, aber kein Feature, mit dem man sich richtig abheben konnte.

Beim Samsung Galaxy S20 Ultra ist das anders, denn das ist das „Pro-Modell“ von Samsung in diesem Jahr und um zu zeigen, dass Pro nicht ausreicht, ist es direkt das erste Ultra-Modell. Inklusive Funktionen, die eher selten auf dem Markt sind.

Samsung Galaxy S20 Ultra Header

Es gibt zum Beispiel eine Kamera mit 108 Megapixel, die aber im Gegensatz zu der von Xiaomi das Pixel Binning mit 9 Pixel betreibt. Es gibt ein OLED-Panel mit 120 Hz, das im Gegensatz zu dem von Asus eine richtig gute Qualität hat. Und auch sonst hat man alles verbaut, was man finden konnte. Aber Zahlen sind ja bekanntlich nicht alles.

Ich habe das Samsung Galaxy S20 Ultra in den letzten Tagen im Alltag genutzt und will euch heute mein persönliches Fazit liefern. Marktstart war übrigens letzten Freitag.

Samsung Galaxy S20 Ultra: Die Spezifikationen

  • Hersteller: Samsung
  • Modellbezeichnung: Galaxy S20 Ultra
  • Preis: ab 1349 Euro
  • Verfügbar: 13. März 2020
  • Größe: 166,9 x 76 x 8,8 mm
  • Gewicht inklusive Akku: 220 g
  • Betriebssystem: Android 10
  • Akku: 5000 mAh
  • Display: 6,9″ OLED-Display (QHD+, 120 Hz)
  • Kamera: Quad-Kamera (108 + 48 + 12 MP + ToF)
  • Speicher: 128 GB
  • CPU: Exynos 990
  • RAM: 12 GB

Das sind nicht alle Spezifikationen des Samsung Galaxy 20 Ultra. Auf der offiziellen Webseite von Samsung bekommt ihr weitere Informationen zum Smartphone.

Samsung Galaxy S20 Ultra: Test als Video

Samsung Galaxy S20 Ultra: Das Display

Ich habe mir ein paar Punkte herausgesucht, auf die ich gezielt eingehen möchte, einer davon ist das Display. Was aber auch daran liegt, dass das mein Highlight bei diesem Modell ist, denn das OLED-Panel besitzt nicht nur eine gute Qualität, ist hell und hat tolle Blickwinkel, es ist dank 120 Hz auch sehr flüssig.

Wo ich mir noch nicht ganz sicher bin: Ob ich einen großen Unterschied zwischen 90 und 120 Hz sehe. Aber ich sehe ihn im Vergleich zu 60 Hz und das ganz eindeutig. Für mich gehören 90+ Hz nun zum Standard und Samsung spielt ganz oben mit.

Samsung Galaxy S20 Ultra Test11

Was mir egal war: 120 Hz kann man derzeit nur mit FHD+ nutzen, wer QHD+ möchte, der muss mit 60 Hz leben. Ich sehe aber kaum einen Unterschied zwischen FHD und QHD und habe daher überwiegend FHD+ mit 120 Hz genutzt. Ein Update soll jedoch demnächst QHD+ mit 120 Hz ermöglichen, das nur als Randnotiz.

Was mir positiv aufgefallen ist: Das Display ist nun weniger stark an den Seiten gebogen und das gefällt mir sehr gut. So eine ganz leichte Biegung finde ich sogar nicht schlecht, denn damit wirkt der sehr dünne Rand noch dünner. Ich bin froh, dass Samsung von den stärkeren Biegungen weg ist und hoffe andere werden folgen.

Was ich festgestellt habe: Ein kleines Loch oben in der Mitte ist meine bevorzugte Art bei einem Display. Der Nachteil ist, dass dort nur eine Kamera reinpasst und man keinen 3D-Sensor verbauen kann, aber optisch gefällt mir diese Lösung am besten. Ich frage mich mittlerweile sogar, warum das Loch beim S10-Lineup rechts war.

Samsung Galaxy S20 Ultra: Das Design

Das Design empfand ich schon beim ersten Eindruck etwas langweilig, sowas ist aber natürlich subjektiv. Es hätte dem Ultra-Modell jedoch gut gestanden, wenn man die ein oder andere Farbe, Keramik oder irgendwas Ausgefallenes gewagt hätte.

Das normale S20 und S20+ gefallen mir besser, vor allem mit den Farben. Ich mag zwar schwarze Smartphones, aber irgendwie fühlt sich das S20 Ultra eben langweilig an.

Samsung Galaxy S20 Ultra Test13

Der Kamerabuckel ist extrem groß und wagt sehr weit aus dem Gehäuse, das ist für mich definitiv kein schönes Element. Klar, in der heutigen Zeit müssen wir damit leben, aber Modelle wie ein Huawei Mate 30 Pro oder Apple iPhone 11 Pro wirken da für mich etwas eleganter. Die Kanten vom Buckel sind auch etwas „scharf“.

Es wirkt für mich nicht so, als ob man sich hier Gedanken gemacht hätte, sondern einfach akzeptiert, dass es eben einen großen Buckel gibt. Dieses „Space Zoom“-Branding wäre für mich als Minimalist jetzt auch nicht unbedingt nötig gewesen.

Das Samsung Galaxy S20 Ultra ist nicht hässlich, versteht mich da nicht falsch, vor allem die Front wirkt modern, aber die Rückseite kann da irgendwie nicht mithalten.

Samsung Galaxy S20 Ultra Test6

Eine andere Sache ist die Größe durch das 6,9 Zoll große Display und Gewicht mit über 200 Gramm. Mir persönlich wäre es viel zu groß und zu schwer. Aber auch das ist eine subjektive Angelegenheit. Nur schade, dass das große Ultra-Modell eine teilweise deutlich bessere Ausstattung, als die S20-Modelle bekommen hat.

Aber dazu kommt noch ein eigener Bericht die Tage.

Samsung Galaxy S20 Ultra: Die Kamera

Das Highlight beim Marketing ist die Kamera mit 108 Megapixel. Die Zahl ist in der heutigen Zeit zwar nebensächlich, aber die Kamera ist wirklich ein Highlight.

Die Fotos sind extrem scharf und selbst mit 10-fachem oder sogar 20-fachem Zoom bekommt man noch akzeptable Ergebnisse. Der 100-fache Zoom ist für mich eine reine Spielerei, die man mal ausprobiert und dann nie wieder nutzt, weil die Fotos damit zu verwaschen aussehen. Nett, aber für mich am Ende eher überflüssig.

Samsung Galaxy S20 Ultra Test1

Bei den Nachtaufnahmen kann das S20 Ultra nicht ganz mit Huawei, Apple und Google mithalten, aber es liefert sehr gute Ergebnisse. Bei schlechtem Licht rauschen die Bilder etwas mehr als von Konkurrenzmodellen, schlecht sind sie jedoch nicht.

Grundsätzlich war ich mit der Kamera im Test sehr zufrieden, sie ist schnell, macht gute und scharfe Fotos, zeigt ihre Stärke beim Zoom, der große Sensor lässt viel Leicht rein und auch wenn Samsung mit der Software gerne mal etwas zu viel Sättigung (für meinen Geschmack) reinpackt, so würde ich sie als Stärke bezeichnen.

Die Frontkamera macht übrigens auch sehr gute Bilder und Videoaufnahmen sind akzeptabel. Nicht so gut wie bei Apple, aber bei gutem Licht dicht dran und besser als beispielsweise bei Huawei. Zu 8K kann ich aber nichts dagen, damit filme ich nicht.

Samsung Galaxy S20 Ultra: Die Akkulaufzeit

Nutzt man das Samsung Galaxy S20 Ultra mit dem 5000 mAh großen Akku mit einer mittleren Displayhelligkeit und 60 Hz, kommt man sehr lange damit aus. Doch auch mit einer höheren Helligkeit von über 80 Prozent und 120 Hz kam ich noch gut klar.

Das betrifft aber nur die Nutzung des Gerätes, im Standby habe ich teilweise extrem schlechte Werte gesehen. Manchmal waren da über Nacht fast 20 Prozent weniger Akku im S20 Ultra. Manchmal lag es am Vormittag einfach nur auf dem Tisch im WLAN und man konnte zuschauen, wie der Akku an Prozentpunkten verliert.

Samsung Galaxy S20 Ultra Test8

Für mich gehört die Akkulaufzeit dadurch mit zur schlechtesten auf dem Markt, vor allem bei dieser Größe und diesem Gewicht. Das S20 Ultra hat zwar ein großes Display mit 120 Hz, aber das war bei mir nicht das Problem, das war der Standby-Modus.

Schade, aber vielleicht kann Samsung das mit Software optimieren. Da ich aus den USA viel positives Feedback gehört habe, müsste es am Exynos-Chip in Europa liegen.

Abgesehen davon bietet das Flaggschiff alles, was man sich wünschen kann: Schnelles Laden mit bis zu 45 Watt, kabelloses Laden und Reverse Charging sind vorhanden.

Samsung Galaxy S20 Ultra: Die Software

Die Performance vom Samsung Galaxy S20 Ultra ist super und vor allem mit 120 Hz wirkt das extrem flüssig. Basis ist Android 10 mit One UI 2.1 und mit One UI hat mich Samsung zwar nicht zu einem Fan der eigenen Oberfläche gemacht, aber wenn ich da an TouchWiz-Zeiten denke, ist das mittlerweile sehr angenehm.

Mein Favorit wäre immer noch pures Android oder sowas wie OnePlus und Motorola machen, aber die Oberfläche von Samsung gefällt mir besser als die von Huawei, LG oder Xiaomi. Und sie ist ganz gut für dieses unglaublich große Smartphone optimiert, da viele Inhalte in die untere Hälfte des Displays gepackt wurden.

Samsung Galaxy S20 Ultra Test12

Doch was ich von nun an kritisiere, wenn wir in einer Liga von 1100, 1200 oder wie hier sogar über 1300 Euro angekommen sind: Den Support. Ich erwarte bei Modellen für 200 Euro keine drei Major-Updates, aber beim Galaxy S20 Ultra schon.

Android 10 ist vorinstalliert, Android 11 wird sicher Ende 2020 kommen und Android 12 kommt dann vermutlich Anfang 2022. Doch in dieser Preisklasse und mit Blick auf die Nachhaltigkeit, erwarte ich von Modellen in dieser Preisklasse nun mindestens drei Major-Updates. Bei dieser Summer kann man mehr Support erwarten.

Samsung Galaxy S20 Ultra: Sonstiges

  • Ein guter Virbationsmotor ist etwas, was früher gerne unterschätzt wurde und bis heute noch unterschätzt wird. Der Sensor von Samsung ist nicht so fein wie die Haptic Engine von Apple, aber er kommt nah heran. Einer der besten Sensoren im Bereich der Android-Smartphones, den ich bisher genutzt habe.
  • Die Gesichtserkennung ist solide. Nicht besonders schnell und sie schwächelt bei schlechtem Licht, aber sie reicht aus. Ich würde dennoch einen 3D-Sensor bevorzugen, denn…
  • … beim Fingerabdrucksensor unter dem Display scheint sich seit dem S10 nichts getan zu haben. Die Fehlerquote war schon 2019 relativ hoch bei mir, das blieb auch beim Note 10 so und beim S20 Ultra ist es nicht besser. Vielleicht sollte sich Samsung dann doch von der Ultraschall-Technik verabschieden.
  • Ich würde euch gerne etwas zu 5G erzählen, kann ich aber nicht, da es das in meiner Gegend nicht gibt. Doch ich finde es schön, dass das nun zum Standard in dieser Preisklasse gehört, denn viele nutzen ihr Smartphone sicher auch mehrere Jahre und damit ist man für die Zukunft gerüstet.

Samsung Galaxy S20 Ultra Test4

  • Meiner Meinung nach sind 128 GB in der Basisversion beim Ultra-Modell etwas zu wenig, bei einem Preis von 1350 Euro hätten es ruhig auch 256 GB sein dürfen.
  • Der untere Speaker vom S20 Ultra ist sehr gut, der obere im Bereich der Hörmuschel aber sehr schlecht. Das klingt manchmal etwas unausgeogen und so, als ob der zweite Speaker gar nicht vorhanden sei.
  • Der Klinkenanschluss fehlt nun auch beim Galaxy-S-Modell, womit wir gerechnet haben, da sich Samsung schon 2019 beim Note davon trennte. Vor zwei Jahren machte man sich noch über Apple lustig, nun ist man auch dabei. Ist mir aber egal, da ich seit vielen Jahren kein Kabel mehr genutzt habe und komplett mit Bluetooth-Lösungen unterwegs bin.
  • Samsung hat etwas viel Software vorinstalliert, wie zum Beispiel die Apps von Microsoft, Facebook oder Netflix. Man nutzt den hohen Marktanteil aus, um ein paar Euro zu verdienen, kann Apps aber teilweise nicht löschen, sondern nur deaktivieren.

Samsung Galaxy S20 Ultra: Mein Fazit

Es fällt schwer, beim Samsung Galaxy S20 Ultra große Kritikpunkte zu finden. Es wäre mir persönlich zu groß und das mit der Akkulaufzeit muss man irgendwie noch in den Griff bekommen (oder sich in Zukunft einfach von den Exynos-Chips trennen), aber grundsätzlich kann ich das neue Flaggschiff empfehlen.

Die Preise, bei denen wir mittlerweile angekommen sind, sind natürlich eine andere Sache. Aber da muss jeder selbst wissen, ob er bereit ist, so viel Geld auszugeben. Das kann ich nicht beurteilen. Was man bei Samsung aber sagen kann: Die Preise sinken recht zügig, da lohnt es sich manchmal 3-4 Wochen zu warten.

Samsung Galaxy S20 Ultra Test7

Was ich aber auch sagen muss: Das Samsung Galaxy S20 Ultra bietet zwar alles, was man sich vorstellen kann und momentan auch mehr, als die Konkurrenz, aber die legt jetzt erst richtig los. Und da Samsung sein Highlight (das Display) an andere verkauft, werden da bald sehr ebenbürtige Modelle für weniger Geld folgen.

Samsung hat meiner Meinung nach das geliefert, was sich viele geünscht haben: Ein Smartphone, welches alles besitzt, was man einbauen kann. Doch ich konnte kein Highlight finden, mit dem man sich abhebt und was andere nicht 2020 haben werden.

Bei Samsung selbst bewirbt man übrigens die Kamera und hier speziell den guten Zoom. Der ist ein Highlight und kann auch beim 10-fachen Zoom noch überzeugen, aber das mit dem 100-fachen Zoom ist dann eben doch reines Marketing.

Samsung Galaxy S20 Ultra Test2

Von meiner Seite gibt es jedoch eine klare Kaufempfehlung, denn eine große Schwäche habe ich nicht gefunden – oder zumindest keine, die man nicht via Software fixen kann. Ich persönlich würde aber dennoch die nächsten Wochen abwarten und schauen, wie sich die Konkurrenz schlägt, denn diese wird 2020 verdammt hart werden.

Samsung hat die Messlatte für das neue Jahr wie immer hoch angesetzt, doch das spiegelt sich auch im Preis von über 1300 Euro wieder. Es werden einige Modelle auf uns zukommen, die vielleicht mit dem Galaxy S20 Ultra mithalten können, jedoch deutlich günstiger starten. Diese werden wir ebenfalls hier beobachten.

Wertung des Autors
Oliver Schwuchow bewertet Samsung Galaxy S20 Ultra mit 4.5 von 5 Punkten.

mit Affiliate-Links [?]Teilen


Hinterlasse deine Meinung
Du kannst auch als Gast kommentieren (Anleitung). DISQUS respektiert „Do Not Track“ und bietet einen Datenschutz-Modus an.