Der Durchbruch für Foldables? Samsung Galaxy Z Flip 3 im Test

Samsung Galaxy Z Flip 3 Header

Samsung will in diesem Jahr endlich den Durchbruch mit Foldables erreichen und vor allem das deutlich preiswertere Galaxy Z Flip 3 soll dabei helfen.

Das große und schwere Fold kostet weiterhin 1800 Euro, wenn man mehr Speicher möchte, dann sind es sogar 1900 Euro. Klar, die 2000 Euro knackt man nicht mehr und die Preise sinken mittlerweile zügig, aber das ist weiterhin eine Ansage.

Das neue Flip ist da schon deutlich attraktiver mit 1050 Euro und selbst die große Version ist mit 1100 Euro nicht viel teurer. Da werden wir ganz schnell die magische Grenze von unter 1000 Euro sehen und das ist sicher auch nur der Anfang.

Doch wie gut ist so ein Foldable im Jahr 2021? Ich durfte mir das Samsung Galaxy Z Flip 3 im Alltag anschauen und habe gemischte Gefühle. Ich mag es irgendwie, wie auch das erste Flip, aber ein altes „Problem“ bleibt für mich bestehen.

Video: Durchbruch für Foldables?

Abonnieren-Button YouTube

Samsung Galaxy Z Flip 3: Die Spezifikationen

  • Hersteller: Samsung
  • Modellbezeichnung: Galaxy Z Flip 3
  • Preis: ab 1049 Euro
  • Verfügbar: ab 27. August
  • Größe: 72,2 x 166 x 6,9 mm (offen)
  • Gewicht inklusive Akku: 183 g
  • Betriebssystem: Android 11
  • Akku: 3300 mAh
  • Display: 6,7″ (OLED, 120 Hz)
  • Kamera: Dual-Kamera (2 x 12 MP)
  • Speicher: 128 oder 256 GB
  • CPU: Snapdragon 888
  • RAM: 8 GB

Das sind nicht alle Spezifikationen des Samsung Galaxy Z Flip 3. Auf der offiziellen Webseite bekommt ihr noch mehr Informationen zum Android-Smartphone.

Samsung Galaxy Z Flip 3: 10 interessante Punkte

  • Die Verarbeitung und Haptik ist mittlerweile kein Problem mehr. Das neue Flip fühlt sich gut und hochwertig an, es liegt dank der matten Oberfläche gut in der Hand und ist für mich auch optisch ein sehr ansprechendes Gerät. Ihr seht hier die mattschwarze Version, ich würde aber vermutlich sogar die schwarzgraue Kombination wählen.
  • Das Display auf der Innenseite ist schön hell, hat gute Blickwinkel und es ist ein sehr gutes OLED-Panel von Samsung selbst. Die 120 Hz sieht man und das erwarte ich bei dem Preis auch, aber die Oberfläche fühlt sich weiterhin noch recht „weich“ an, da es eben keine Glasschicht als Schutz darüber gibt. Kratzer könnten also ein Problem werden, aber daher packt man Displays bei Foldables auch auf die Innenseite. Die Einkerbung (dort wo das Display gefaltet wird) sieht man übrigens weiterhin und man spürt sie auch immer wieder, aber man gewöhnt sich auch daran und das bleibt ein kleiner Nachteil, mit dem man weiter leben muss.

Samsung Galaxy Z Flip 3 Display

  • Das Display außen ist nun deutlich größer und sinnvoller und es zeigt eigentlich auch alles Wichtige an. Sei die Uhrzeit, das Wetter, Benachrichtigungen und mehr, man kann hier weitere Widgets hinzufügen. Wenn ich das richtig sehe, gibt es noch keine von Drittanbietern, aber das wird hoffentlich kommen. Das zu kleine Display außen war bei der ersten Generation ein Nachteil, jetzt ist es genau richtig.
  • Die Dual-Kamera ist gut, teilweise sogar sehr gut. Aber es ist nicht der Stand, den man von Flaggschiffen für über 1000 Euro im Jahr 2021 kennt. Es gibt eine gute Hauptkamera und eine solide für Ultraweitwinkel-Aufnahmen. Diese Kameras gibt es bei einem Samsung Galaxy S21 Ultra, OnePlus 9 Pro, Xiaomi Mi 11 Ultra und Co. in besser und dazu gibt es dann oft noch einen guten Zoom. Hier muss man klare Abstriche machen, bei der Kamera ist das eher gehobene Mittelklasse.

Samsung Galaxy Z Flip 3 Display Aussen

  • Die Kamera auf der Innenseite ist okay, aber ich finde es schade, dass sie hier noch nicht unter dem Display zu finden ist (wie beim neuen Fold). Der Fokus bei den Foldables liegt auf den großen Displays innen und da hätte ich mir die neue Kamera unter dem Display auch im Flip gewünscht.
  • Es gibt Stereo-Lautsprecher, aber wie so oft, wenn der obere/linke Lautsprecher in der Hörmuschel untergebracht wurde, klingen diese eher okay. Der untere Lautsprecher klingt gut und klar, doch der obere kann hier nicht mithalten und so entsteht eben nicht der beste Stereo-Effekt.
  • Einen Fingerabdrucksensor unter dem Display gibt es hier nicht, auch wenn wir das von Galaxy-Flaggschiffen so kennen. Hier ist der Sensor im Powerbutton an der Seite, wie auch bei Sony, untergebracht. Der Sensor ist gut und schnell, könnte aber für kleinere Hände grenzwertig hoch platziert sein, denn ich habe große Hände und komme gerade so bequem dran. Face Unlock gibt es auch (habe ich daher auch überwiegend genutzt), basiert aber eben nur auf einer simplen Kamera und ist daher nicht so sicher (aber sehr schnell).

Samsung Galaxy Z Flip 3 Boden Header

  • Die Ladegeschwindigkeit ist mit 15 Watt doch eher bescheiden für das Jahr 2021 und Android, dafür gibt es aber Qi für kabelloses Laden. Die Rückseite fühlt sich ehrlich gesagt fast wie Aluminium (wie der Rand auch) an, ist aber mattes Glas. Die Akkulaufzeit ist leider eher bescheiden, vor allem wenn man oft das große Display mit höherer Helligkeit und 120 Hz nutzt. An intensiven Tagen müsste ich sogar Zwischenladen, was bei Android-Flaggschiffen eigentlich nicht mehr passiert (bei mir).
  • Eine der größten Neuerungen ist eine IPX8-Zertifizierung. Das bedeutet, dass zwar kein Schutz gegen Staub besteht, dafür sind das neue Flip und Fold aber wasserdicht. Und das ist ein wichtiger Schritt für diese Kategorie.
  • Android 11 ist die Basis und Samsung pflegt das OS mittlerweile auch sehr gut und hat eine gute Update-Politik, derzeit sogar die beste auf dem Markt. Die meisten Apps sind für das längere Display angepasst, doch wie bei Sony hat so ein Seitenverhältnis auch den Nachteil, dass es einige Apps gibt, die (zum Teil) nicht angepasst sind. Beim Fold wäre das für mich schlimmer, doch da es ein „normales“ Smartphone ist, welches man eben nur zusammenklappt, stört mich das hier nicht so sehr.

Samsung Galaxy Z Flip 3: Mein Fazit

Ich war am Anfang kein Fan von Foldables, wurde es dann aber, nachdem ich sie im Alltag genutzt habe. Allerdings habe ich nach diversen Geräten für mich ganz klar festgestellt, dass der Fold-Formfaktor mit dem großen Display auf der Innenseite der beste ist. Er bietet mir nämlich auch einen echten Mehrwert im Alltag.

Samsung Galaxy Z Fold 2 Display

Womit wir beim „Problem“ sind, welches ich am Anfang angesprochen habe. Das Samsung Galaxy Z Flip 3 ist ein normales Smartphone und es ist auch schön dünn (so dünn und schmal wie ein iPhone 12), aber eben auch sehr lang. Und diese Höhe ist für mich leider, wie auch bei Sony, kein echter Mehrwert im Alltag.

Ja, bei Twitter und Co. muss man mal weniger scrollen und bei einer Mail sieht man mehr, aber das war es auch schon. Aber das Flip ist doch dafür kompakt? Ja, aber es ist zusammengeklappt eben auch doppelt so dick wie ein iPhone 12. Das, was man in der Höhe „gewinnt“ geht also in der Dicke wieder „verloren“.

Samsung Galaxy Z Flip 3 Dicke

Der Flip-Formfaktor sieht cool aus und macht Spaß im Alltag, gar keine Frage, und das Samsung Galaxy Z Flip 3 wirkt mittlerweile auch ausgereifter, aber ein normales Android-Flaggschiff hat ein besseres Display ohne Knick, mehr Akku, eine bessere Kamera, ist gegen Staub geschützt und noch viele andere Vorteile.

Ich mag das Samsung Galaxy Z Flip 3, aber nur, weil es irgendwie cool ist und mich an das alte Motorola Razr erinnert, was ich geliebt habe. Im Alltag war es für mich kein Vorteil, denn es beult die Hosentasche nicht besser, sondern nur anders aus. Das Smartphone wird im Alltag etwas kürzer, dafür aber doppelt so dick.

Samsung Galaxy Z Flip 3 Klapp Header

Und was ist mit der Tatsache, dass man es wie einen kleinen Laptop hinstellen kann? Ja, das geht. Aber wofür? Für ein Foto? Das ging bei mir bisher auch so. Und einen Videocall mache ich nicht auf diese Art. Und selbst wenn, wie oft macht man das im Alltag dann wirklich mit dem Smartphone und nicht mit dem PC?

Es freut mich, dass die Foldables besser und günstiger werden und ich hoffe auch 2021, dass Samsung daran festhält und wir 2022 eine neue Generation sehen. Und das Flip ist wieder ein gutes Smartphone geworden, kann aber weiterhin nicht mit den Smartphones mithalten, die man sonst in dieser Preisklasse bekommt.

Samsung Galaxy Z Flip 3 Header

Und lohnt es sich auf eine bessere Kamera und Co. zu verzichten, nur damit man das Smartphone zusammenklappen kann? Es mag Menschen geben, die das mit Ja beantworten und die werden zufrieden sein, denn in dieser Kategorie ist es das beste Gerät. Für mich persönlich ist aber der Fold-Formfaktor spannender.

Die Sache ist nur die: Das neue Samsung Galaxy Z Flip 3 ist mittlerweile durchaus okay, wenn es um den Preis geht. Das neue Samsung Galaxy Z Fold 3 ist da aber noch ein ganz anderes Level. Wir nähern uns also langsam dem Massenmarkt und ja, bitte lasst die Note-Reihe sein Samsung und fokussiert auch auf Foldables.

Kommt über diesen Affiliate-Link ein Einkauf zustande, wird mobiFlip.de u.U. mit einer Provision beteiligt. Für Dich entstehen dabei keine Mehrkosten.


Fehler melden12 Kommentare

Bitte bleibe freundlich.

  1. Felix sagt:

    „Das neue Samsung Galaxy Z Fold 3 ist da aber noch ein ganz anderes Level.“
    Wen wundert es, kostet laut der UVP auch „nur“ 700€ mehr. Da muss es auf einem anderen Level sein. Man zahlt beim Fold/Flip eben 200-300€ mehr als bei einem vergleichbaren Smartphone ohne Klappfunktion. Das wird wahrscheinlich auch die nächsten Jahre noch so sein.

  2. Marko sagt:

    Ich finde beide Faltgeräte durchaus interessant und "cool". Für meinen persönlichen Nutzen erscheint mir das Flip am sinnvollsten, da ich im Grunde kein Tablet brauche. Allerdings ist der alltägliche Nutzen zu weit von der damaligen Razr Zeit abgewichen und man müsste das Gerät für alles ständig aufklappen. Also zwar "cool" aber auf Dauer zu umständlich.

  3. Steffen sagt:

    Ich habe mir das Flip 3 im Saturn bzgl. Kamera angeschaut. Die Fotos finde ich auf dem Niveau des S8. Im Vergleich zu meinem P30 Pro war der Text auf einem Plakat in ca. 6 m Abstand bei 10-fach Zoom überhaupt nicht lesbar, während der Text beim P30 Pro sehr gut lesbar ist. Also für mich keine Option.

  4. Jonas sagt:

    Ich bleibe dabei und die Foldables sind erst in 2-3 Jahren richtig marktreif! Die Dinger sind noch nicht einmal richtig erforscht d.h. getestet und was weiß man schon über die Scharniere ob die beim dritten aufklappen brechen? Ich weiß ja nicht recht.

    1. elknipso sagt:

      Sehe ich auch so, sehr interessantes Konzept mit Zukunft, aber aktuell noch nichts wirklich marktreif ist für den massenmarkt.

  5. Johannes der Säufer sagt:

    also ne Freundin (Otto) hat mir ein TikTok Video geschickt wo es um das Z Flip 3 ging und fragte mich was so ein Handy bringt? es hat im Prinzip keinen Nutzen ausser dass man es klappen kann es dann klobig ist nen miserablen Akku samt mittelmäßiger Kamera hat und man es wegen jedem bisschen aufklappen muss. slebst bei meinem Fold 2 sieht sie wenig nutzen auch wenn man es als Tablet nutzen kann aber sie braucht eh kein Tablet also wozu? sie hat jedes Argument meinerseits entkräftet. ich hab das Fold 2 auch nur weil ichs kann und weil ich immer das neueste will ob sinnvoll oder nicht aber im Prinzip is dieser FaltTrend noch nicht da und die Leute brauchen es einfach nicht.

    1. Skox sagt:

      Eine Freundin mit einem tiktok Video ist mit Sicherheit nicht der Maßstab. Nur weil sie aus ihrer (und deiner Sicht) die Argumente entkräften kann, heißt es nicht, dass es für jedes Argument wieder ein Pro Argument gibt. Klar sind die Handys nicht für jedermann, aber das ist eher noch am Preis und der jungen Technik geschuldet.

    2. Hannah sagt:

      Nomen est omen…

    3. Arjoma sagt:

      Wer kein Tablet braucht, für den ist es vermutlich nix – so ein Gerät zu dem Preis mit den weiterhin vorhandenen Kompromissen (gerade Dicke und Gewicht) ist logischerweise nicht für jeden etwas.

      Aber manchmal muss man neue Sachen erst mal erleben / probieren. Gerade so ein neuer Formfaktor. Bisher hieß ein Tablet ein zusätzliches eher großes und unhandliches Extragerät, das also extra mitgenommen, geladen, mit separaten Apps, ggf. SIM-Karte ausgestattet, geupdatet etc. werden musste.

      Beim Fold ist nichts davon der Fall. Man hat das kompakter und leichtere Tablet inkl. Apps, Spielen, Datentarif etc. immer dabei.

      Mein nächstes Smartphone wird ein Foldable in dem Stil sein. Ich habe schon ein mittelmäßiges 8-Zoll-Tablet, zu dem ich greife, wenn ich mal Fußball drauf spielen will, etwas auf videos erkennen will, bei Readly Zeitschriften lese, abends auf der Couch gespeicherte Artikel bei Pocket ohne ewiges Scrollen, ebenso E-Books…

  6. mercutio54 sagt:

    @Oliver
    Wirst Du in näherer Zukunft auch einen Testbericht zum Fold3 machen?

  7. Tim sagt:

    Erinnert sehr an einen Gameboy Advance SP ?

Schreibe einen Kommentar    

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Durch das Absenden eines Kommentars stimmst du der Speicherung deiner Angaben gemäß unserer Datenschutzerklärung zu.

Um mobiFlip.de nutzen zu können, müssen Cookies in Deinem Browser aktiviert sein.