Sharp Aquos Crystal Testbericht

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[Gastbeitrag] Sharp hat mit dem Aquos Crystal in Japan und den USA ein Smartphone auf den Markt gebracht, welches sofort die Blicke Neugieriger auf sich zieht

Der Rahmen um das Display ist so dünn, wie man es bisher von kaum einem anderen Smartphone kennt. Zudem hat Sharp Sensoren, Frontkamera und Notification-LED unter das Display platziert – ein ungewohnter Formfaktor. Auf eine Hörmuschel zum Telefonieren wurde gar ganz verzichtet, der Ton wird per „Direct Wave Receiver“ übertragen. Das beste: mit rund 100 Euro ($129,99) im Prepaid-Paket ist das Sharp Aquos Crystal erstaunlich günstig. Doch sieht das Sharp Aquos Crystal nur schön aus, oder kann es auch im Alltag überzeugen? Das könnt ihr in diesem Erfahrungsbericht lesen.

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Highlight: das Display

Betrachtet man das Aquos Crystal von den Seiten und der Rückseite, so fällt nichts Besonderes auf: ein ganz normales Einsteiger-Smartphone, welches mit 10mm nicht mal besonders dünn ist. Schaut man allerdings auf die Front, so ordnet man es eigentlich sofort als High-End Telefon ein: dünnere Rahmen hat wohl kaum ein anderes Smartphone auf dem Markt. Sharp hat hier ein 5 Zoll großes LCD-Panel verbaut, welches mit 720p HD auflöst. Meiner Meinung nach ist es auf jeden Fall eines der besseren Displays, die Blickwinkel sind gut, Farben sehr realistisch und die Darstellung sehr scharf. Ich persönlich sehe nur mit Mühe den Unterschied zu einem 1080p Display.

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Ebenfalls sehr gut ist die Helligkeit, auch bei direkter Sonneneinstrahlung ist das Display gut ablesbar.

Im täglichen Gebrauch macht das Display einfach richtig viel Spaß. Spiele, Twitter, Instragram, YouTube – all diese Anwendungen sehen auf dem fast rahmenlosen Display wirklich großartig aus. Besonders gut finde ich, dass Sharp alle Sensoren, die Frontcam und die Notification LED auf der Unterseite positioniert hat, sodass das Display nicht nur rechts und links fast rahmenlos ist, sondern auch nach oben hin. Insbesondere bei Spielen ist das einfach eine coole Sache und man gewöhnt sich unglaublich schnell daran!

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Das einzige, was mich am Display stört, ist die Glas-Abdeckung. Sharp hat diese zu den Seiten hin leicht „abgeschrägt“, wie ihr auf dem Foto gut sehen könnt. Durch diese Kante gibt es öfter mal Licht-Reflexionen, insbesondere wenn es dunkel ist.

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Mittelklasse-Hardware mit schnellem Android OS

Ich nutze seit einigen Monaten das Samsung Galaxy S4 Black Edition mit originaler Samsung Firmware als Haupt-Smartphone. Was mir beim Sharp Aquos Crystal sofort aufgefallen ist: trotz deutlich schwächerer Hardware (Qualcomm Snapdragon 400 QuadCore mit 1,2 GHz je Kern sowie 1,5 GB RAM) arbeitet das Gerät deutlich flotter als das Galaxy S4. Apps wie etwa die Kamera, Twitter oder Instragram öffnen sich quasi ohne Verzögerung.

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Ganz so schnell wie ein Nexus 5 ist es nicht, aber man merkt auf jeden Fall, dass Sharp hier auf ein nahezu unverändertes Android in Version 4.4.2 setzt. Für ein Einsteiger-Smartphone im Bereich um 100 Euro ist die System-Performance auf jeden Fall beeindruckend! Ebenfalls positiv: das Display kann auf Wunsch durch Streichen eingeschaltet werden, so wie man es zum Beispiel vom HTC One (M8) kennt.

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Insgesamt bin ich mit den Betriebssystem auf der einen Seite wegen der Geschwindigkeit sehr zufrieden, auf der anderen Seite stört aber der recht geringe Funktionsumfang. So kann man zum Beispiel den Akku-Ladezustand nicht in Prozent anzeigen lassen und eine Schnellzugriff-Leiste, wie sie bei Samsung oder Sony Smartphones vorinstalliert ist, fehlt beim Sharp ebenfalls. Auch die bei Android sonst im System integrierte VoIP-Funktion ist nicht auffindbar.

Es sind diverse Kleinigkeiten und die meisten kann man sogar mit entsprechenden Apps aus dem Play-Store „nachrüsten“, aber insgesamt hätte Sharp hier doch gerne noch ein paar Einstellungsmöglichkeiten mehr einbauen dürfen.

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Kamera mit Licht und Schatten

Die Kamera reagiert sehr schnell und eignet sich daher perfekt für Schnappschüsse. Die Bedienung der Kamera-App ist sehr einfach, hier dürfte sich jeder Nutzer schnell zurecht finden. Das große, fast rahmenlose Display eignet sich natürlich perfekt als Sucher für die Kamera und es macht einfach Spaß, mit dem Gerät Fotos zu schießen.

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Die maximale Auflösung im 4:3 Format beträgt 8 Megapixel, im 16:9 Format sind bis zu 6 Megapixel möglich. Videos werden auf Wunsch mit Full-HD Auflösung aufgenommen. Die Bildqualität ist eher durchwachsen, vor Allem bei schlechten Lichtverhältnissen kann die Kamera nicht überzeugen. Auch die kleine Foto-LED kann da nicht viel helfen. Allerdings darf man auch nicht vergessen, dass das Gerät nur rund 100 Euro kostet – andere Hersteller bieten in diesem Segment keine bessere Qualität.

Direct Wave Receiver und sonstige Ausstattung

Die Rückseite des Sharp Aquos Crystal besteht aus wahlweise schwarzem oder weißem Plastik mit Soft-Touch-Oberfläche. Sie fühlt sich nicht nur gut an, sondern lässt sich auch ganz einfach entfernen. Leider ist der 2040 mAh starke Akku nicht wechselbar, aber wenigstens kann man den 8 GB großen, internen Speicher mit MicroSD Karten um bis zu 128 GB erweitern. Als SIM-Karte kommt eine Nano-SIM zum Einsatz, das Sharp Aquos Crystal unterstützt trotz seines günstigen Verkaufspreises neben CDMA- auch den LTE-Standard. Bluetooth, GPS und WLAN sind natürlich auch verbaut, wobei man WLAN leider nur im 2,4 GHz Band nutzen kann.

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Der rückseitige Lautsprecher ist von durchschnittlicher Qualität. Sprache, Töne oder Musik werden auf Wunsch recht laut, aber mit wenig Volumen wiedergegeben. Für die Nutzung mit dem Headset soll harman/kardon eine Verbesserung der Musik-Qualität ermöglichen, ich persönlich merke aber kaum einen Unterschied zwischen angeschalteter und ausgeschalteter Sound-Verbesserung.

Interessanter ist da schon der „Front-Lautsprecher“. Die sonst übliche Hörmuschel sucht man beim Aquos Crystal vergeblich. Stattdessen setzt Sharp (meines Wissens als erster Hersteller) auf einen sogenannten Direct Wave Receiver: das ganze Display vibriert kaum spürbar, um so den Klang des Gesprächspartners zu übertragen.

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Ich finde das sehr faszinierend und kann mir die Funktionsweise noch nicht so wirklich erklären, aber es funktioniert einwandfrei. Egal wo man das Ohr platziert, der Klang ist stets gleich Laut und deutlich. Insgesamt könnte der Klang aber gerne noch ein ganz kleines bisschen lauter sein (wie bei so vielen Smartphones!) und außerdem reagiert der Annäherungssensor im Vergleich zu anderen Smartphones leicht verzögert, vermutlich auf Grund der Positionierung auf der Unterseite des Gerätes.

Sharp Aquos Crystal ausprobiert

Fazit

Hätte Sharp beim Aquos Crystal nicht das fast rahmenlose, 5 Zoll große Display verbaut, so wäre das Gerät ganz sicher in der Masse untergegangen und kaum ein Mensch hätte sich für das Smartphone interessiert. Doch auch abseits vom Display kann das Sharp überzeugen: die Direct Wave Receiver Technologie als Hörmuschel-Ersatz ist innovativ und absolut alltagstauglich und an der System-Geschwindigkeit können sich andere Hersteller in diesem Preissegment ein Beispiel nehmen. Insgesamt ist das Sharp Aquos Crystal ein ausgezeichnetes Einsteiger-Smartphone mit „haben will Faktor“, welches aus der Masse angenehm heraus sticht. Leider scheint Sharp keine Pläne für einen Marktstart außerhalb der USA und Japan zu haben…

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Nur in den USA erhältlich


Zum Schluss noch ein kurzes Wort zur Verfügbarkeit: derzeit ist das Sharp Aquos Crystal nur in Japan (Modellnummer 305SH) und in den USA (Modellnummer 306SH) erhältlich. In den USA ist der Anbieter Sprint exklusiver Vertriebspartner, das Prepaid-Paket mit dem Aquos Crystal kostet bei den meisten Händlern $129,99. Auch einige Discounter im Sprint-Netz bieten es zum gleichen Preis an. Ein Import lohnt aber nicht, denn das 305SH hat einen Netlock und das 306SH unterstützt die in Europa verwendeten Frequenzbänder nicht.

Ich persönlich sehe mein hier vorgestelltes Exemplar als Andenken an ein schönes Auslandssemester und werde es in Deutschland als VoIP-Telefon sowie Multimedia-Device verwenden. :-)

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Max PlankenÜber den Autor: Max Planken betreibt seit 2009 die Website maxwireless.de. Dort berichtet er mit dem Schwerpunkt auf mobile Daten regelmäßig über Surfsticks, Router, Antennen sowie andere Gerätschaften dieser Art.

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