Bedrohliche Netzwerke: Facebook geht gegen Querdenken-Bewegung vor

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Facebook geht in Deutschland nun aktiv gegen Teile der Querdenken-Bewegung vor, indem man unter anderem mehrere Gruppen und Seiten gesperrt hat.

In den letzten Monaten hat Facebook nach eigenen Angaben gemeinsam mit Teams aus allen Unternehmensbereichen daran gearbeitet, Maßnahmen im Kampf gegen „bedrohliche Netzwerke“ auszuweiten. Das Ziel dabei ist es, effektiver gegen Bedrohungen vorgehen zu können, die von koordinierten Gruppen mit authentischen Konten ausgehen. Es geht also nicht darum Bots zu bekämpfen, sondern echte Nutzer, die ein schädigendes Verhalten zeigen.

Im Zuge dessen hat man Maßnahmen gegen ein Netzwerk aus Konten, Seiten und Gruppen vollzogen, die von Personen betrieben werden, die mit der Querdenken-Bewegung in Deutschland in Verbindung stehen.

„Einfach“ so erfolgte das natürlich nicht, sondern das Verhalten der Personen und das Ziel der Seiten und Gruppen musste eindeutig und systematisch gegen die Facebook-Richtlinien verstoßen, man verbietet „Querdenken“ aber nicht grundsätzlich auf der Plattform.

Dieses Netzwerk hat konsequent gegen unsere Gemeinschaftsstandards gegen gesundheitsschädliche Falschinformationen, Aufruf zur Gewalt, Mobbing, Belästigung und Hassrede verstoßen und wir sind wiederholt gegen entsprechende Beiträge vorgegangen.

Wie man dabei vorgegangen ist und welchen Ansatz bzw. welche Protokolle zur Durchsetzung befolgt wurden, erörtert Facebook im Detail wie folgt:

Was bedeutet koordinierte Schädigung der Gesellschaft?

Koordinierte Kampagnen mit dem Ziel der Gesellschaft zu schaden, gehen in der Regel von Netzwerken aus, die hauptsächlich aus authentischen Nutzer*innen bestehen. Diese organisieren sich, um systematisch gegen unsere Richtlinien zu verstoßen und Schaden auf oder außerhalb unserer Plattform zu verursachen. Wir entfernen bereits regelmäßig Inhalte, die gegen unsere Gemeinschaftsstandards verstoßen – so z. B. Anstiftung zur Gewalt, Mobbing und Belästigung oder Falschinformationen, die zu gesundheitlichen Schäden führen können.

Wir sind uns jedoch darüber im Klaren, dass diese Verstöße in manchen Fällen von einer gut organisierten Gruppe begangen werden, die gezielt und koordiniert danach strebt, das unzulässige Verhalten ihrer Mitglieder zu verstärken und wiederholt gegen unsere Gemeinschaftsstandards zu verstoßen. In diesen Fällen übersteigt das Gefahrenpotenzial, das durch die Gesamtheit der Aktivitäten des Netzwerks verursacht wird, die Auswirkungen jedes einzelnen Beitrags bei Weitem. Damit wir diese koordinierten Angriffe und Fehlverhalten besser bekämpfen können, haben wir Protokolle zur Durchsetzung entwickelt, die es uns ermöglichen, direkt gegen das zentrale Netzwerk aus beteiligten Konten, Seiten und Gruppen vorzugehen. Diese Regeln erlauben es uns, diverse Maßnahmen zu ergreifen, einschließlich der Reduzierung der Reichweite von Inhalten und der Deaktivierung von Seiten, Gruppen und Konten.

Maßnahmen gegen ein umfassendes Querdenken-Netzwerk in Deutschland

Wir haben ein Netzwerk von Facebook- und Instagram-Konten, -Seiten und -Gruppen entfernt, deren Mitglieder*innen in koordinierter Weise wiederholt gegen unsere Gemeinschaftsstandards verstoßen haben. Hierzu zählen die Veröffentlichung von gesundheitsbezogenen Falschinformationen, Hassrede und Anstiftung zur Gewalt. Die Inhalte bergen in der vorliegenden Form das Potenzial, in reale Gewalt umzuschlagen und auch in anderer Form gesellschaftlichen Schaden anzurichten. Außerdem haben wir Verlinkungen auf Domains der Querdenken-Bewegung von unserer Plattform entfernt. Dieses Netzwerk wurde von Personen betrieben, die mit der Querdenken-Bewegung in Deutschland in Verbindung stehen. Seit Mai 2021 haben wir eine erhebliche Zunahme der diesbezüglichen Aktivitäten beobachten können.

Die Personen, die hinter diesen Aktivitäten standen, nutzten authentische und teils mehrere Konten, um Inhalte einzustellen und zu verbreiten, die gegen unsere Gemeinschaftsstandards verstoßen. Dabei ging es in erster Linie darum, die Verschwörungstheorie der „Coronadiktatur“ zu verbreiten. Dieses Narrativ stellt die COVID-19-Beschränkungen der deutschen Regierung als Teil eines großangelegten Plans dar, um die Bürger*innen ihrer Freiheiten und Grundrechte zu berauben. Nach unseren Erkenntnissen erstreckten sich diese Aktivitäten über mehrere Internetdienste im gesamten Netz und stellten in der Regel Gewalt als probates Mittel dar, um die Maßnahmen der Regierung zur Einschränkung der persönlichen Freiheitsrechte im Namen der Pandemie zu kippen.

Dieses Netzwerk hat konsequent gegen unsere Gemeinschaftsstandards gegen gesundheitsschädliche Falschinformationen, Aufruf zur Gewalt, Mobbing, Belästigung und Hassrede verstoßen und wir sind wiederholt gegen entsprechende Beiträge vorgegangen. Wie aus den öffentlichen Medien bekannt ist, hat diese Gruppe in Deutschland reale Gewalt gegen Menschen ausgeübt, die im Journalismus, bei der Polizei oder im Gesundheitswesen in arbeiten.

Auch wenn wir Querdenken nicht grundsätzlich auf unserer Plattform verbieten, werden wir die Lage weiter beobachten und Maßnahmen ergreifen, sobald wir weitere Verstöße feststellen. Ziel unserer Maßnahmen ist es, die missbräuchliche Verwendung unserer Plattform zu unterbinden und die Menschen zu schützen, die unsere Dienste nutzen.

Indem wir unsere Erkenntnisse offenlegen, hoffen wir, die breite Öffentlichkeit auf diese Problematik und die damit einhergehende potenzielle Gefahr für die Gesellschaft aufmerksam zu machen. Darüber hinaus haben wir unsere Erkenntnisse anderen Plattformen, wissenschaftlichen Institutionen, Strafverfolgungsbehörden und politischen Akteur*innen zur Verfügung gestellt. Wir freuen uns über Rückmeldungen aus der Forschungs- und Fachwelt und werden weiter in die Arbeit gegen den Missbrauch unserer Plattform investieren und unsere Methoden fortlaufend verfeinern.

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  1. riedenthied

    Mitglieder*innen? Ernsthaft? 🤦‍♀️

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