Google-Alternativen für Android: Die EU ist gescheitert

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Vor ein paar Jahren gab die EU bekannt, dass man die dominante Position von Google schwächen und Alternativen eine Chance geben möchte. Wer ein neues Smartphone mit Android eingerichtet hat, der kennt womöglich bereits die Frage nach dem Suchanbieter und auch die Frage nach dem bevorzugten Browser.

Google baut EU-Marktanteil weiter aus

Diese Regelung gibt es nur ein Europa und die Idee war, dass die Monopolstellung von Google ins Wanken gerät. Doch ironischerweise ist seit dem sogar genau das Gegenteil passiert und Google konnte den Marktanteil bei der Suche in Europa noch steigern. Im Februar 2021 kam Google auf imposante 97,07 Prozent.

Bei TechCrunch hat man die Lage analysiert und festgestellt: Die EU ist mit dem Projekt gescheitert. Und der Grund dafür ist eigentlich simpel. Die Idee, dass man Alternativen bei der Einrichtung sieht, ist gut. Doch die Umsetzung ist leider das Problem, denn Google nutzt einen „Trick“ und dadurch ändert sich nichts.

Google setzt auf eine Auktion

Bei der Suche gibt es vier Anbieter, neben Google werden drei weitere Optionen angezeigt. Diese Plätze werden jedoch versteigert und genau das ist das Problem. Das schließt Anbieter aus, die sich so eine Auktion nicht leisten können und das betrifft eben Anbieter, deren Fokus darauf liegt, keine Nutzerdaten zu sammeln.

Google Suche Design Neu Header

Eine bekannte Option ist DuckDuckGo, die sich im zweiten Quartal aber nur noch in Belgien einen Platz sichern konnten. Die Plätze werden übrigens von Land zu Land versteigert. Die ökologische Suchmaschine Ecosia findet man nur in Slowenien und Qwant konnte sich nicht einmal im Heimatmarkt (Frankreich) einen Platz sichern.

Stattdessen gibt es Alternativen zu Google, die nicht besser sind und ebenfalls mit den Daten der Nutzer ihr Geld verdienen. GMX ist zum Beispiel immer wieder mit dabei. Und wenn man als Nutzer eine schlechtere Suche (meiner Meinung) als Option angeboten bekommt, die aber nicht besser bei den Nutzerdaten ist, wieso sollte man diese dann wählen? Da ist es logisch, dass Google das Rennen macht.

EU ist bei der Umsetzung gescheitert

Ich bin mir sicher, dass sich die EU das so richtig toll ausgemalt hat und damit rechnete, dass die Android-Nutzer dank dieser Änderung jetzt auf einmal alle lokalen Anbieter nutzen. Doch Google konnte die Macht sogar noch ausbauen.

Google Logo Header

Das Problem ist die Umsetzung, denn vier Plätze sind nicht viel, es gibt nur eine kurze Erklärung bei der Einrichtung (Nutzer müssen einfach nur ein Logo wählen) und hinzukommt, dass man nur mit genug Geld an der Auktion teilnehmen kann.

Google hat also nicht nur den Marktanteil in Europa ausgebaut, die Nutzer denken dadurch auch, dass es eigentlich keine guten Alternativen gibt und man verdient dank der Auktion auch noch etwas Geld. Die Idee war nicht schlecht, doch die EU hat es schlecht umgesetzt und das Projekt ist dadurch komplett gescheitert.

Google darf einfach weitermachen

Wenn die EU wirklich etwas ändern möchte, dann muss sie sich spätestens jetzt hinterfragen und das Konzept überarbeiten. Die Kommission hat übrigens auch auf die Kritik von TechCrunch geantwortet und gibt sogar noch an, dass man damit relativ zufrieden sei. Das zeigt, wie wenig Ahnung man vom digitalen Markt hat.

Es gibt Gespräche mit Google und man will auf das Feedback der Nutzer hören, doch es wirkt auf mich nicht so, als wolle man hier wirklich aktiv werden. Die EU hat etwas versucht, es ist gescheitert und jetzt wird das Projekt einfach ignoriert.

Google Icon Header

Margrethe Vestager stellt also lieber alle paar Monate eine Rechnung an Google aus, darin ist sie gut und dafür ist sie bekannt geworden, doch sie konnte die Lage in den letzten Jahren nicht ändern. Und Google zahlt diese Rechnungen eben.

Das Problem ist aber auch nicht, wie sehr man Google mit irgendwelchen Regeln unter Kontrolle bekommt und wie hoch die Strafen am Ende ausfallen. Die EU muss schauen, dass man Google-Alternativen eher mit neuen Konzepten stärkt.

Das passiert jedenfalls nicht, wenn kleine Suchanbieter, deren Fokus nicht nur auf einem möglichst großen Profit mit Nutzerdaten liegt, an einer Auktion teilnehmen lässt, damit sie vielleicht hier und da bei der Android-Einrichtung zu sehen sind.

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