• IWF-Gedankenspiel: Strafgebühr für Bargeld

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    Der Internationale Währungsfonds (IWF) in Washington hat ein Arbeitspapier vorgelegt, welches für Diskussionen sorgen dürfte. In diesem Papier prüfen die Autoren, zu denen auch Katrin Assenmacher, Leiterin der geldpolitischen Strategieabteilung der EZB gehört, die praktische Machbarkeit der Entkopplung von Bargeld und E-Geld, um eine negative Rendite auf Bargeld erzielen zu können.

    Ziel: Wirtschaft ankurbeln

    Im Kern geht es in dem IWF-Arbeitspapier darum, wie man im Fall einer globalen Rezession die Wirtschaft ankurbeln könnte, also die Menschen dazu bringen könnte, ihr Geld auszugeben, statt zu sparen oder nur abzuheben. Die Logik dahinter: Wer eine Entwertung seines Vermögens fürchtet, gibt es schneller aus.

    So wird auf 31 Seiten ausgeführt, dass die Existenz von Bargeld die Zentralbanken daran hindern würde, die Zinssätze weit unter null zu senken. Im Falle einer Wirtschaftskrise gäbe es daher kein geeignetes Mittel, welches die Menschen davon abhält, ihr Geld in bar abzuheben. Da der Leitzins jetzt bereits sehr niedrig ist, könne das in der nächsten Rezessionsphase zum Problem werden.

    Strafzins auf Bargeld

    Würde Bargeld in solchen Fällen, wenn auch nur vorübergehend, sanktioniert werden, wäre dies ein möglicher Weg, um das System zu stabilisieren. In der Praxis würde das bedeuten, das Geldabheben durch eine Art Strafzins in Höhe von drei Prozent zu verteuern. Wer dann beispielsweise 100 Euro in bar abheben möchte, erhält nur 97 Euro ausgezahlt.

    Das klingt alles sehr theoretisch und ist erstmal nicht viel mehr als ein Gedankenspiel des IWF. Die Autoren des Arbeitspapiers sehen die Vorschläge jedenfalls selbst als „enorme kommunikative Herausforderung“.

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