Skoda Enyaq im Test: Mein Fazit in 10 Stichpunkten

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Mit dem Skoda Enyaq habe ich nun das zweite MEB-Elektroauto im Alltag testen dürfen und ich könnte mir vorstellen, dass es das derzeit beste ist.

Vorab: Was bedeutet MEB? Das steht für Modularer Elektrobaukasten und ist die Basis für die aktuellen Elektroautos der Volkswagen AG. Der Enyaq ist das erste MEB-Modell von Skoda, eine Coupé-Version des Enyaq wird dann 2022 folgen.

Welches Modell habe ich getestet? Das war der Skoda Enyaq iV 80 mit einem 77 kWh großen Akku und einer Reichweite von 534 km (WLTP). Diese Version kommt mit der üblichen MEB-Leistung von 150 kW (204 PS) an der Hinterachse daher.

Video: Skoda Enyaq im Test

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Skoda Enyaq: 10 Stichpunkte

  • Über die Optik kann man nicht diskutieren, sowas ist noch subjektiver als andere Dinge. Mir gefällt die Front des Skoda Enyaq, sehr sogar. Nur das Heck mit der Kombi-Optik ist nicht mein Fall, auch wenn das natürlich für sehr viel Platz im Kofferraum sorgt. Ich bin da aber ehrlich gesagt, vielleicht auch privat, auf die Coupé-Version gespannt, die im November vorgestellt wird.
  • Anders ist das bei der Verarbeitung und Qualität und da muss ich sagen, dass ich fast schon erschrocken bin, wie viel hochwertiger sich der Enyaq im Vergleich zum VW ID.3 angefühlt hat. Abgesehen von den Sitzen war alles spürbar hochwertiger und hatte eine schönere Anmutung, das haben auch alle Personen betont, die mitgefahren sind. Der Audi Q4 e-tron und VW ID.4 kommen erst noch, aber hier hat Skoda voll abgeliefert. Es gibt hier und da noch etwas „Hochglanzbilligplastik“, aber das ist zu verschmerzen.

Skoda Enyaq Lenkrad

  • Die Performance ist „okay“. Der Enyaq spurtet ordentlich los und zieht gut an, aber 150 kW sind für über 2 Tonnen mit dieser hohen Bauform (mit Blick auf andere Elektroautos) auch nicht extrem viel. Im Alltag reicht es aber locker aus, nur auf der Autobahn merkt man, dass noch oben doch etwas die Luft raus ist. Der Enyaq macht übrigens bei 160 km/h dicht, was meiner Meinung nach gar nicht nötig wäre, da er sich selbst da noch sehr angenehm fährt.
  • Doch darauf liegt bei dieser Version der Fokus, der Enyaq liegt sehr gut auf der Straße und ist ruhig und entspannt zum Fahren. Sportlich ist er aber nicht unbedingt, da müsste man dann eher zur Sportline und 80x-Version mit 195 kW (265 PS) greifen. Oder direkt das RS-Modell abwarten, welches mit den GTX-typischen 299 PS daher kommen dürfte. Ein Skoda Enyaq Coupé mit einem sportlichen Fahrwerk und Dual-Motor könnte meine persönlich favorisierte Version sein.

Skoda Enyaq Heck

  • Bei der Reichweite wissen wir mittlerweile alle, dass der WLTP-Wert keine gute Angabe ist, aber er dient als Vergleich. 534 km gibt Skoda bei dieser Version an und vermutlich landet diese Version auch bei den meisten Testern, da sie die beste Reichweite von allen Versionen mitbringt. Der kombinierte Verbrauch von 16,1 kWh/100 km ist vielleicht etwas gut gemeint, da landet man im Alltag auch schnell bei 20 kWh/100 km. Zwei Wochen sind noch kein optimaler Zeitraum, aber besser als eine kurze Testfahrt bei Fahrevents. Wie weit kam ich im Schnitt? Um die 400 km schafft man mit einem Skoda Enyaq durchaus.
  • Die maximale Ladeleistung liegt bei 125 kW, aber selbst das ist ein Upgrade, die Basisversion von diesem Modell kommt mit 50 kW daher. Finde ich in beiden Fällen nicht gut, nicht bei Elektroautos für über 40.000 Euro. 100 kW sollten da schon Standard und 150 kW als Upgrade locker möglich sein. Vielleicht sogar noch mehr und auch mit einer besseren Ladekurve, denn ab 50 Prozent war ich nicht bei über 100 kW. Das muss keine Ladekurve wie beim Audi e-tron oder Porsche Taycan sein, aber mit Blick auf Modelle wie einen Hyundai Ioniq 5 erwarte ich von der MEB-Plattform in Zukunft mehr.

Skoda Enyaq Seite

  • Was mir bei einer Elektro-Plattform sehr gut gefällt: Das Platzangebot im Innenraum. Klar, der Enyaq ist ein großes Auto, aber er bietet auch verdammt viel Platz und ich saß sowohl vorne als auch hinten mit 1,90 m Länge und einem nach dem IKEA-Besuch vollgepackten Kofferraum angenehm. Der Enyaq ist etwas mehr als 4,6 Meter lang, nutzt diesen Platz aber optimal im Innenraum.
  • Die Fahrassistenzsysteme der Volkswagen AG sind gut und zuverlässig, aber man muss beim Konfigurator genau schauen, wo man den Haken setzt. Dieser ist weiterhin etwas zu komplex, was auch das pilotierte Fahren im Alltag angeht. Das geht leichter und intuitiver. Ich bin jetzt viele VW-Marken-Modelle gefahren und habe mir gedacht, wie das funktioniert, aber ich habe den Enyaq auch einem potenziellen Käufer gezeigt, der das zu komplex fand (und auch etwas älter ist).

Skoda Enyaq Innen

  • Das Display in der Mitte ist groß, hell und hat gute Farben. Das OS von Skoda ist okay, aber am Ende war es für mich zwei Wochen lang ein perfektes CarPlay-Display. CarPlay funktioniert kabellos und man kann das Smartphone dann vorne kabellos laden, genau so muss das. Und noch ein Bonus: Das Lenkrad besitzt echte Knöpfe und kein Touch, danke Skoda! Was ich dann aber nicht verstehe: Die Knopfreihe in der Mitte unter dem Lenkrad (z.B. für die Klima) startet nur das Menü auf dem Touchdisplay. Warum baut man das nicht so ein, dass es direkt physische gesteuert werden kann, Audi macht das weiterhin sehr gut. Ich mag Touch, muss aber nicht alles damit steuern.
  • Es gibt zwei Optionen für die Rekuperation: Entweder man segelt immer, oder man wird leicht abgebremst. Das One-Pedal-Driving ist aber nur sehr beschränkt möglich, da der Enyaq, wie auch der ID.3 (und andere Autos des VW-Konzerns) keine Rekuperationsstufe besitzen, die einen auch mal in der Stadt zum Stehen bringt. Man ist darauf angewiesen immer die Bremse zu drücken und da hätte ich bei einem Elektroauto gerne die Wahl. Auf der Langstrecke „segle“ ich auch gerne, aber in der Stadt will ich ohne Bremse zum Stehen kommen.

Skoda Enyaq: Mein Fazit

Der Skoda Enyaq ist ein sehr gutes Auto. Er ist bequem, er ist hochwertig, er fährt sich komfortabel und er besitzt eine ordentliche Reichweite für einen SUV. Skoda hat da ein teilweise besseres MEB-Auto als Volkswagen auf die Beine gestellt.

Ein paar Dinge, wie die Ladeleistung oder etwas mehr Power bei so einem Preis, wären noch schön. Das liegt aber vermutlich nicht an Skoda, denn am Ende ist das MEB-Einheitsbrei und auch Audi kann nur das nutzen, was die Plattform bietet.

Bevor wir 2025 eine neue Plattform sehen, wäre es auf jeden Fall noch nötig, dass die MEB-Plattform aktualisiert wird, aber das ist ein anderes Thema. Mit Blick auf die ersten MEB-Modelle ist der Enyaq für mich das beste Familienauto geworden.

Skoda Enyaq Front

Von meiner Seite kann ich den Skoda Enyaq empfehlen und wie gesagt, als Coupé mit ein paar aktualisierten Funktionen (die Ladeleistung soll ja bald besser werden) könnte ich mir den Enyaq vielleicht sogar selbst als Auto für die Familie vorstellen.

Das P/L-Verhältnis ist gut, aber die Konkurrenz mit dem Hyundai Ioniq 5 und Tesla Model Y bereits da und attraktiv. Ich werde in den nächsten Wochen auch noch die anderen Elektro-SUVs testen, auch die der anderen VW-Marken. Ich habe aber so das Gefühl, dass Skoda bei der ersten MEB-Generation ab besten abgeliefert hat.

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Fehler melden9 Kommentare

Bitte bleibe freundlich.

  1. iZerf

    Meine Wahl fiele derzeit ebenfalls auf einen Enyaq. Aber ich habe noch Zeit und lasse diese für mich arbeiten.

  2. Falk

    Ich hab den Enyaq 60 jetzt seit 6 Wochen und das Ding ist auch nach inzwischen 3.700 km einfach eine gute Wahl.

    Den kann man auch mal 10 Stunden über knapp 1.000 km durchs Land jagen. 😊

    1. iZerf

      freut mich, dass du mit dem Auto zufrieden bist.
      Schade, ein Elektroauto ist bei mir noch Zukunftsmusik.
      Meinen Vollhybrid fahre ich super gerne im EV-Modus.
      Mal sehen, ob das nächste Auto dann ein BEV wird.

  3. carman

    Ist der nicht eher das Pendant zum ID.4?

    Der ID.3 ist doch deutlich kleiner.

    1. Christian

      Jup, so ist es. Ist dem Oliver aber anscheinend egal. Würde sonst keinen Aufhänger bringen.

      1. Hans Dülm

        Haha. Top Schreiberlinge hier bei der Arbeit.

    2. René H.

      Er hat ihn mit dem ID.3 verglichen, weil er den schon gefahren ist, den ID.4 noch nicht. Steht im Text.

      1. Ferdi

        Bitte nicht die Trolle mit dem Beitrag und Fakten stören.

  4. carman

    Ist der nicht eher das Pendant zum ID.4?

    Der ID.3 ist doch deutlich kleiner.

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