Telefónica-Deutschland-CEO im Interview: „Die Welt wird digital“

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Die Rheinische Post interviewte Thorsten Dirks zu den Auswirkungen der Übernahme, den Vorteilen für die Kunden und die Zukunft der Mitarbeiter.

Thorsten Dirks, neuer CEO von Telefónica Deutschland, versicherte in einem Interview, dass sich durch die Fusion praktisch kaum Änderungen im Endkundenbereich ergeben werden. Die ehemalige Zentrale der E-Plus-Gruppe in Düsseldorf soll ebenfalls weiterhin als Standort bestehen bleiben. Zentrale für den neuen Konzern bleibt aber München. Auf die Frage ob sich privat Änderungen ergeben hätten, antwortete Dirks, dass ein Umzug seiner Familie sich nicht lohnen würde, da meist per Videokonferenzen, Telefonaten oder Mails kommuniziert wird.

Kaum Betriebsbedingte Kündigungen

Telefónica Deutschland schließt Erwerb der E-Plus-Gruppe ab1. Oktober 2014

Deutlicher werden die Folgen der Übernahme im Personalbereich. Von den 9.100 Stellen, die zurzeit bei der E-Plus-Gruppe besetzt sind, werden innerhalb der nächsten drei Jahre 1.600 wegfallen. Laut Dirks fallen bei der Zusammenlegung von zwei Unternehmen überdurchschnittlich viele zentrale Verwaltungsaufgaben, wie z.B. in der Verwaltung und im Bereich Finanzen, weg. Die genaue Aufteilung der Stellenreduzierung ist noch unklar. Bereits im Februar einigten sich das Unternehmen und der Betriebsrat auf einen Sozialplan, um so viele betriebsbedingte Kündigungen wie möglich zu vermeiden.

„Die Marke E-Plus wird verschwinden.“

Dirks ist sich sicher, dass die Marke „E-Plus“, ähnlich wie im Fall Vodafone und Kabel Deutschland, langsam aber sicher verschwinden wird. Dies sei aber kein neuer Weg, zumal seit längerer Zeit bereits keine Produkte mehr unter der Marke „E-Plus“ vertrieben werden. Auf Dauer ist die Marke aber wohl nicht zu retten. Auch die Anzahl der Shops vor Ort soll entsprechend angepasst werden. So verhandelt Telefónica zurzeit mit dem Unternehmen Drillisch zwecks einer Übernahme mehrerer hundert Shops. Dirks gab an, dass nicht die Masse eine Rolle spielen wird, sondern die Qualität vor Ort.

Netz der Zukunft

„Die Welt wird digital – wir sind vorne dabei.“

Zur Frage mit welchen Vorteilen Kunden rechnen können, gab Dirks an die vorhandenen Basisstationen weiter ausbauen zu wollen. Durch die Masse an Stationen ist eine bessere Netzabdeckung möglich und somit sei man nun den steigenden Kundenerwartungen gewachsen. Auch auf das Geschäftskunden-Segment möchte man vermehrt das Augenmerk legen, da zur Zeit nur etwa 12 Prozent Marktanteil im Business-Bereich vorhanden sind. Laut Dirks werden zur Unterstützung sogar speziell geschulte Mitarbeiter eingestellt, um konkret den Mittelstand stärker anzusprechen.

„Wir werden wettbewerbsfähiger und können darum bessere Angebote machen.“

Die Problematik des stagnierenden Aktienkurses der Aktiengesellschaft seit der Fusion mit der E-Plus-Gruppe begründete Dirks im Interview mit makroökonomischen Effekten, die im Hintergrund laufen und mit Angebot und Nachfrage zusammenhängen. Es sei völlig normal, das eine derartig massive Marktentwicklung großen Schwankungen unterliegt. Dirks ist aber optimistisch, da sich seit Abschluss der Transaktion der Aktienkurs wieder normalisiert hat und sogar als positiv gewertet werden kann.

Welche Vor- und Nachteile seht ihr durch die Übernahme?

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