Telekom: Bald keine Festnetzanschlüse mehr in Land- und Randgebieten?

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Nachdem die Telekom zuletzt erst Kritik einstecken musste, da man Festnetzanschlüsse spätestens ab 2016 bei zu hohem Datenaufkommen drosseln will, geht es nun weiter. Künftig will die Telekom bei Neubaugebieten und Schließungen von Baulücken prüfen, ob diese Gebiete wirtschaftlich profitabel genug für die Anbindung ans Telekom-Festnetz sind. Wäre dies nicht der Fall, soll in diesen betroffenen Gebieten keine Kupferkabel mehr verlegt werden.

Als Alternative will die Telekom in diesen Gebieten Mobilfunkanschlüsse anbieten, da es wirtschaftlich günstiger sei. Von der Bundesnetzagentur bekommt die Telekom aktuell noch Gegenwind, da die Telekom noch nachweisen müsse, dass Mobilfunk-Angebote qualitativ gleichwertig mit Festnetzanschlüssen seien, was derzeit von Seiten der Bundesnetzagentur bezweifelt wird.

Gemäß dem Telekommunikationsgesetz ist die Telekom darüber hinaus dazu verpflichtet, eine Mindestversorgung der Bevölkerung mit Festnetzanschlüssen zu fairen Preisen zu bieten. Inwieweit das mit dem Vorhaben der Telekom vereinbar ist, ist stretibar, denn ein echter Festnetzanschluss wäre bei einer Versorgung via Mobilfunk natürlich nicht gegeben.

Am 24. Juni soll die Telekom gegenüber der Bundesnetzagentur die geplante Vorgehensweise genau vorgelegt werden. Ein Pilotprojekt in einigen Neubaugebieten soll darüber hinaus Aufschlüsse darüber geben, wie es um die Qualität funkbasierter Teilnehmeranschlüsse bestellt ist. Die Grünen geben bis dahin bereits warnende Signale in Richtung der Telekom ab und sagen, dass Kunden nicht für weniger Qualität höhere Preise zahlen dürfen.

Wohin die Richtung geht, wird spätestens jetzt klar: Die Telekom will Geld sparen, wo sie kann und experimentiert teilweise auch mit „exotisch“ anmutenden Ideen herum. Inwieweit sich das dann auf die Zufriedenheit der Kundschaft auswirken wird, ist natürlich fraglich. Ich persönlich kann mir sehr gut vorstellen, dass beispielsweise Kabelanbieter über kurz oder lang vom Vorgehen der Telekom profitieren werden – sei es nun bezogen auf die Image-Frage (sofern die Kabelanbieter sich hier richtig positionieren) oder schlichtweg auf die Anzahl abspringender Telekom-Kunden, die dann bei UnityMedia, Kabel Deutschland und Co. landen werden. Was meint ihr dazu?

via Wall Street Journal Saarbrücker Zeitung @Netz4ktivisten

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