Testbericht: Android-Smartphone Base lutea

Was leistet ein Android-Smartphone für unter 100 Euro? Diese Frage habe ich bereits im Juli dieses Jahres beim Testbericht zum Vodafone 845 gestellt. Damals ging es um ein Gerät, welches ohne weitere Vorgaben zu einem Preis von 139 Euro und später dann für 99 Euro zu haben war.

Die rasche Entwicklung bei Android schlägt sich natürlich auch in der Einsteiger-Klasse nieder, so, dass Base (aka E-Plus) derzeit in der Lage ist, das Base lutea für einen rechnerischen Gerätepreis von 96 Euro zu der mobilen Internetflatrate zu packen. Einen Haken gibt es allerdings. Ohne 2 Jahre Internetflatrate, die im Monat 10 Euro kostet, ist das lutea nicht zu haben. Das heißt, man muss 24 Monate lang je 14 Euro für Smartphone und Internet zahlen.

Das Angebot klingt nicht schlecht, würde sich aber nur lohnen, wenn man kein Problem damit hat im E-Plus-Netz zu funken und das Gerät auch was her macht. Zumindest Letzterem will ich versuchen, etwas auf den Grund zu gehen.

Erster Eindruck

Der erste Eindruck vom Base lutea war gemischt. Das Gerät ist kompakt und liegt gut in der Hand, aber was auf den hochauflösenden Fotos noch gut ausschaut ist in der Praxis oftmals etwas nervig. Das Gerät glänzt an jeder Ecke und Kante. Diese Beschichtung hat es mir nicht nur schwer gemacht, Fotos vom Gerät zu schießen, sondern es schaut auch immer etwas schmuddelig aus, sobald man es ein paar Minuten in der Hand hatte.

Fingerabdrücke gehören heutzutage zu jedem Gerät dazu, da ich aber durch andere günstige Geräte weiß, dass matte Oberflächen auch preiswert herstellbar sind, wären solche für das lutea die bessere Wahl gewesen. Im Großen und Ganzen ist es dennoch eine nette Erscheinung und dieser Punkt eh Geschmackssache.

Zum Lieferumfang gehören das BASE lutea, der Standard-Akku, das Stereo-Headset, ein Datenkabel, ein Netzladegerät, eine Kurzanleitung und die Security Guidelines.

Technische Daten

Technisch ist das lutea nicht ganz auf der Höhe der Zeit, aber die Daten sind durchaus annehmbar. Der wirklich krank niedrige Preis muss ja irgendwo herkommen.

  • 600MHz Qualcomm MSM7227-Prozessor
  • Android-Betriebssystem 2.1
  • 3,5 Zoll Display (LCD) mit 65.000 Farben (480 x 800 Pixel)
  • 5 Megapixel Kamera mit Autofokus
  • GPS-Empfänger, Bewegungs- & Helligkeitssensor
  • 512MB RAM, 300 MB interner Speicher, davon ca. 130 MB für Apps
  • MP3-Player / UKW-Radio
  • 3,5-mm-Audioanschluss
  • 2 GB micro SD-Karte, erweiterbar bis 32 GB
  • 1250 mAh Akku
  • 114 x 56 x 11,9 mm bei 130 Gramm

Display und Tasten

Wie Ihr aus den technischen Daten rauslesen könnt, hat das Display nur 65.000 Farben. Dies stört in der Regel nicht weiter, macht sich aber bemerkbar, wenn Farbverläufe dargestellt werden sollen. Hier mal ein Testbild und entsprechende Screenshots, welches ich jeweils auf dem Base lutea und auf dem Motorola Milestone 2 aufgenommen habe. Das ist gleichzeitig ein Wink an die Jungs von der Connect, die dem lutea in Ihrem Test „ein brillantes Display“ bescheinigen. Ohne Worte, denn ich denke der Unterschied ist sichtbar. :|

(Links: Original, Mitte: Milestone 2, Rechts: Base lutea, Klicken zum Vergrößern)

Ich will damit nicht sagen, dass man mit dem Display keinen Spaß haben wird und sicherlich gibt es diverse Anwendungen, bei denen das nicht im Geringsten auffällt. Dennoch sollte man es erwähnen, denn es ist mit bloßem Auge sichtbar.

Das lutea hat nur drei beleuchtete Hardwaretasten. Auf eine Suchen-Taste muss man also verzichten. Diese lassen sich gut bedienen, erfordern allerdings etwas mehr Druck. Hinter der Zurück-Taste ganz rechts befinden sich LEDs, welche beim Laden, oder beim Datenabgleich mit einem Computer leuchten.

Android und Anpassungen

Auf dem Base lutea läuft Android in Version 2.1 (Update 1). Ich werde jetzt hier nicht grundlegend Android erklären, da das System mittlerweile so bekannt ist, dass sich jeder Honk den Grundschleim ergoogeln kann. Ich möchte etwas auf die Anpassungen eingehen, die zwar nicht sehr umfangreich sind, aber dennoch erwähnenswert. Sollten noch genauere Fragen bestehen, lasst eurer Unwissenheit in den Kommentaren freien Lauf. ;)

Das Gerät wird von ZTE gebaut und nur für den Vertrieb mit dem Base-Logo versehen, daher stammen auch die Apps bzw. Anpassungen von ZTE. Nur falls sich jemand wundert, warum ich das so beschreibe.

Was Ihr auf folgendem Screen seht, ist nicht der vorinstallierte Launcher, denn ich habe mir gleich den ADW.Launcher installiert. Dieser bietet nicht nur mehr Optionen und Einstellungsmöglichkeiten, sondern lässt sich auch beliebig optisch anpassen. Zudem läuft er um einiges flüssiger als der Stock-Launcher. Man beachte auch bei diesem Screen den o.g. Farbverlauf.

ZTE hat dem lutea eine alternative Tastatur verpasst. In diesem Fall kommt TouchPal zum Einsatz. Optional kann man allerdings auch die normale Android-Tastatur nutzen.

Um auch Office-Dokumente auf dem Gerät anzuzeigen, ist das recht bekannte Programm Documents To Go vorinstalliert. Mit diesem Programm könnt Ihr allerdings keine Dateien erstellen, ohne die Vollversion zu erwerben. Zum Anzeigen von Dokumenten aber durchaus okay.

Für einige sicher nicht unwichtig ist das integrierte FM-Radio. Ich persönlich benötige das zwar nicht, aber es findet sicher seine Fans. Funktioniert wie immer nur in Verbindung mit einem Headset. Zudem lässt es sich nicht auf den Außenlautsprecher schalten.

Ehrlich gesagt, weiß ich gerade nicht, wie der Dialer im Stock-Android ausschaut, aber ich war der Meinung, etwas anders als dieser hier. Im Grunde genommen auch egal, denn funktionieren muss er und das macht er auch.

Auch ein Diktiergerät darf nicht fehlen. Es ist schlicht und macht was es soll.

Da hat jemand mitgedacht. ZTE spendiert dem lutea von Haus aus einen Taskmanager, mit dem man Programme nach Belieben abschießen kann. Zudem kann er die CPU-Auslastung und den Speicherverbrauch anzeigen.

Unterm Strich sind die Anpassungen also geringer Natur und beschränken sich fast nur auf zusätzliche Apps. Den Ideen der Nutzer sind natürlich keine Grenzen gesetzten, denn der Android Market mit seinen über 100.000 Apps bietet für jeden etwas Brauchbares.

Leistung

Zocken mit dem lutea? Ja, aber nur eingeschränkt. Leistungstechnisch kann das Gerät nicht überzeugen. Das System läuft zwar immer flüssig, anspruchsvolle Apps zwingen das Smartpone aber immer mal wieder in die Knie. Durchaus vertretbar bei dem Preis, sollte man aber bedenken, wenn man gerne mobil spielt.

Der Benchmark-Test schaut allerdings schlimmer aus, als sich die Leistung anfühlt. Zum Glück. :D

Telefonie

Auch die Telefonie ist für viele sicher nicht ganz unwichtig. Auch wenn man sich heutzutage mit dem Smartphone viel im Internet bewegt, so will man dennoch ab und an zum Hörer greifen.

In Sachen Gesprächsqualität lockt das lutea keinen hinterm Ofen vor. Ein leichtes Grundrauschen und ein etwas blecherner Klang gehören zum Telefonalltag. Das könnte auch am E-Plus-Netz liegen, in dem ich das lutea ausschließlich getestet habe. Nicht weil ich es so sehr mag, sondern weil man es ja eh mit Zwangsvertrag kaufen muss.

Kamera

Die Kamera bietet 5 Megapixel und einen Autofokus. Auf einen LED-Blitz muss man allerdings verzichten. Die Bilder sind durschnittliche Handy-Schnappschüsse, aber auch nicht mehr.

Und sonst noch?

  • Das GPS findet flink den Standort und die Google Maps Navigation läuft astrein
  • Der Lautsprecher ist etwas blechern, aber ausreichend laut
  • Es gibt keinen Punkt für Systemupdates (oder ich hab ihn nicht gefunden)
  • Der Akku hält bei (meiner) intensiven Nutzung ca. 1 Tag und ist von der Ausdauer in etwa mit dem HTC Magic vergleichbar
  • Sprachsuche funktioniert problemlos
  • Eure Fragen in den Kommentaren…

Fazit

Es ist sicher jedem klar, dass man für einen rechnerischen Gerätepreis von unter 100 Euro keine Wunder erwarten kann. Dennoch wird man, wenn man es so betrachtet eines Besseren belehrt. Denn was man an anderen billigen Androiden noch zu kritisieren hatte, macht das lutea einfach besser. Kapazitives WVGA-Display, kompakte Bauart, Android 2.1 und eine flottes System sprechen für das Gerät. Eingeschränkte Farbwiedergabe, kein LED-Blitz und etwas zu wenig Rechenpower dagegen.

Unter Strich kann man sagen, wer bei Base ist, oder zu Base wechseln möchte und sich auf ein günstiges Android-Gerät eingeschossen hat, kann das Base lutea bedenkenlos kaufen. Gerade weil ein Android-Smartphone ohne Internetflatrate eh keinen Sinn macht, ist das Angebot recht verlockend.

Würde Base das Gerät auch ohne Vertag verkaufen, wäre es sicher auch bei anderen Kunden ein Renner, denn die Community hat bereits beim Schwestermodell ZTE Blade gezeigt, was man so alles aus dem Teil rausholen kann.

Base lueta im Base Online-Shop

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