Was leistet ein Android-Smartphone für unter 100 Euro? – Vodafone 845 im Test

Es gibt zwar derzeit jede Menge Android-Smartphones auf dem deutschen Markt, so richtig günstige Einsteigergeräte findet man allerdings nicht so oft. Vodafone will mit dem von Huawei produzierten Vodafone 845 genau in die Lücke und stellt das Gerät als direkte Konkurrenz zum HTC Wildfire auf.

Ich konnte das Smartphone, welches aktuell für unter 100Euro im Vodafone-Shop zu haben ist, einem ausführlichen Test unterziehen.

Neuankömmling

Das Vodafone 845 kommt inklusive Ladegerät, USB-Kabel und Headset zu euch und kann sich von der Verarbeitung her durchaus sehen lassen. Die Materialien der Frontseite wirken keinesfalls billig, die Rückseite ist hingegen nur aus einfachem schwarzen Kunststoff. Das Gerät weist keine unüblichen Spaltmaße auf und liegt durch seine kompakte Größe sehr gut in der Hand.

Pixeliges Android

Auf dem Gerät ist Android in Version 2.1 installiert, welches zwar jede Menge Funktionen mit sich bringt, aber die Hardaware auch merklich an Ihr Grenzen befördert. Live-Wallpaper sind zwar aktivierbar, laufen aber nicht immer flüssig. Auch ist das resistive QVGA-Display nicht immer schön anzusehen. Die Auflösung ist recht gering, aber irgendwo muss der günstige Preis ja herkommen.

Überzeugende Bauteile

Kleiner Höhepunkt der Hardware ist der sehr gut reagierende optische Joystick, gerade bei dem kleinen Display nutzt man diesen öfter als gedacht und kann damit wirklich präzise durchs Gerät steuern.

Lautstärketasten, 3,5mm Klinke-Anschluss, Micro-USB-Buchse und Lautsprecher machen einen guten Eindruck. Letzterer bietet für solch ein kleines Gerät auch einen angenehmen Klang.

Hier eine umfangreiche Fotoserie der Hardware des kleinen Androiden.

Armselige Linse

Leider ist die Qualität der Kamera ehr bescheiden, da kann das HTC Wildfire auf jeden Fall mehr Punkte einfahren. Die Fotos gehen für den Gerätepreis gerade noch in Ordnung, aber die Videos im 3GP-Format, haben nicht nur eine miese Auflösung, sondern ließen sich weder am Gerät flüssig wiedergeben, noch auf meinem Computer direkt abspielen.

Gerade das ruckelige abspielen auf dem Gerät hat mich gewundert, nach eingen Versuchen, bin ich zu dem Schluss gekommen, dass dies mit dem Ladezustand des Akkus zusammenhängt. Klartext: Hat der Akku zu wenig Saft, ruckeln die Videos.

Beispielfotos (Direktlink):

Beispielvideo:

Geschmeidige Software

Begeben wir uns auf eine kleine Tour durch die angepasste Oberfläche und die Funktionen vom Vodafone 845. Da die Displayauflösung des Gerätes nur 240×320 Pixel (QVGA) beträgt, sind die Screenshots leider auch recht klein, erkennen sollte man aber alles.

Der Lock- und Homescreen kommt androidtypisch daher, nur die zusätzlichen Vodafone-Symbole verraten das Software-Branding des Gerätes.

Die Telefon-App wurde etwas umgestaltet und lässt sich sehr gut bedienen. Die Optik orientiert sich, wie in vielen Teilen der Oberfläche, an dem Vodafone-Rot. Im Grunde genommen hat Huawei bzw. Vodafone genau das gleiche gemacht, wie HTC, nämlich alle gelben Android Elemente eingefärbt.

Was mir persönlich besonders gut gefällt, ist das Homescreen-Konzept, dieses habe ich bereits damals beim T-Mobile Pulse gelobt, welches ja auch von Huawei produziert wird. Man kann beliebig viele Homescreens anlegen, indem man einfach ein Icon an einen der vier Ränder des aktuellen Homescreens schiebt. So entsteht ein beliebig großes Raster, welches man zum Beispiel mit Hilfe des optischen Joysticks durchsteuern oder in „Vogelperspektive“ ansehen kann.

Der vorinstallierte Android Market macht was er soll, zeigt allerdings nicht alle verfügbaren Apps an. Das ist kein Fehler, sondern der niedrigen Auflösung geschuldet, denn Apps, welche nicht kompatibel zu dieser sind, werden einfach ausgeblendet. Hier ist es gut möglich, dass in Zukunft noch diverse günstige QVGA-Geräte auf den Markt kommen und die Entwickler gezielt auch auf diese niedrige Auflösung achten müssen.

Der Download einer gewünschten App, funktioniert problemlos.

Die aktivierte  Tastatur ist nicht die normale Android-Tastatur, sondern eine alternative Lösung namens TouchPal. Man kann in den Optionen allerdings zur Standard-Tastatur wechseln.

Vodafone hat neben den normalen Android-Widgets auch weitere hauseigene Widgets namens Emotion Widgets auf das 845 aufgespielt. Diese funktionieren ohne Probleme und sind recht nützlich.

Wie bereits erwähnt, kann man auch Live Wallpaper auswählen, diese drücken die Systemleistung allerdings etwas nach unten. Ich persönlich würde darauf verzichten.

Der Webbrowser ist in bekannter Ausführung vorinstalliert, das Surfvergnügen hält sich aber, dank des niedrig aufgelösten Displays, in Grenzen. Für Zwischendurch sicher okay, ein ausgiebiger Internetbummel macht aber weniger Spaß.

Die Kamera-App ist bereits von diversen Android-Smartphones bekannt und macht was sie soll. Das Ergebnis lässt aber, wie bereits weiter oben gezeigt, zu wünschen übrig.

Datenabgleich leicht gemacht

Recht praktisch und wirklich nützlich ist die mitglieferte PC Suite, diese befindet sich direkt auf dem Telefon. Schließt man das Gerät zum ersten mal an einen Computer an, erhält man folgendes Auswahl-Fenster.

Jetzt kann man problemlos Treiber und PC-Software installieren. Das hat auf meinem Computer mit Windows 7 64 Bit alle problemlos und einfach geklappt. Die PC Suite ist recht simpel aufgebaut und lässt einen die wichtigsten Nachrichten-Elemente und die Kontakte des Smartphones verwalten.

Und sonst noch?

Nicht zu vergessen sind folgende Punkte:

  • Die Gesprächsqualität ist vollkommen in Ordnung. Man hört den Gegenüber nicht glasklar, aber dennoch immer gut verständlich
  • Der GPS-Fix erfolgt recht schnell, aber etwas langsamer als beim HTC Desire
  • Wie Ihr sicher bereits auf den Fotos gesehen habt, hat das Gerät keinen LED-Blitz.
  • Das mitgelieferte Headset hat einen Knopf für die Rufannahme, kann aber vom Klang her (gerade bei Musik) nicht überzeugen
  • Das Headset wird unten angeschlossen, was für mich etwas ungewohnt ist
  • Das Display lässt sich auch im Sonnenlicht gut ablesen
  • Es gibt einen Vodafone Musik-Shop und einen vorinstallierten Sound-Rekorder, sowie Dateimanager
  • Das Gerät verfügt über ein UKW-Radio, welches in Kombination mit dem Headset auch ganz gut funktioniert
  • YouTube-Videos werden bei niedrigem Akkustand nicht flüssig abgespielt
  • Die Google Maps Navigation funktioniert ohne Probleme
  • Launcher Pro Beta läuft super flüssig, inklusive Animationseffekt

Fazit

Klare Ansage, wer ein Zweit- oder Einsteigergerät benötigt, kann das Vodafone 845 sofort kaufen. Sicher hat das Gerät enige Schwachpunkte, aber die Vorteile vom Android-Betriebssystem in solch einem kleinen Smartphone für unter 100Euro vereint, ist ein klares Kaufargument.

Abstriche bei Kamera und Display trüben zwar etwas den Gesamteindruck, dennoch kann man die wichtigsten Dinge und Apps im Alltag gut nutzen. Wer auf genannte Minuspunkte viel Wert legt, sollte natürlich lieber Abstand nehmen. Für Dauernutzer, Technik-Freaks und Fanboys ist das Gerät definitiv nichts, für die ersten Schritte in die Android-Welt taugt es allerdings um so mehr, denn selbst normale Handys sind meist nicht günstiger zu bekommen. Wann genau es zu kaufen ist, erfahrt Ihr in Kürze hier im Blog.

Da es gut sein kann, dass ich auf den ein oder anderen Punkt nicht eingegangen bin, hinterlasst eure Fragen einfach in den Kommentaren. Was haltet Ihr vom Vodafone 845?

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