Testbericht: Nokia 701 mit Symbian Belle und Nokia BH-505

Seit ein paar Tagen habe ich das Nokia 701 mit dem neuen Symbian Belle im täglichen Gebrauch um es ausgiebig zu testen. Nokia war so freundlich und hat das Bluetooth Headset BH-505 mit NFC gleich mit ins Paket gepackt.

Auf beide Geräte werde ich im folgenden Test etwas genauer eingehen.

Lieferumfang Nokia 701

  • Nokia 701
  • BL-5K 1300 mAh Akku
  • AC-15E Schnellladegerät
  • WH-207 Stereo Headset
  • CA-179 Micro-USB-Datenkabel
  • div. Anleitungen

Lieferumfang Nokia BH-505

  • BH-505
  • Schnellladegerät
  • Anleitungen
  • div. Abdeckungen in verschiedenen Größen für die Ohrstöpsel

Die wichtigsten technischen Details des Nokia 701

  • Maße: 117,2 x 56,8 x 11 mm bei 131g
  • Speicher: 8GB intern per MicroSD erweiterbar
  • Display: 8,9cm / 3.5 Zoll
  • Auflösung: 640×360 Pixel mit 16.7 Mio. Farben
  • Display-Technik: Kapazitiver Touchscreen mit CleackBlack-AMOLED Technik
  • W-Lan: b/g/n
  • Bluetooth: 3.0
  • Sonstiges: NFC, UKW-Radio

Die kompletten technischen Details findet ihr auf der orig. Nokia Seite zum 701.

Die wichtigsten technischen Details des Nokia BH-505

  • Near Field Communication (NFC) für das einfache Verbinden von kompatiblen Geräten
  • Stereo
  • A2DP
  • Freisprechprofil: Headset (HSP) 1.0 , Handsfree (HFP) 1.5 , Advanced Audio Distribution (A2DP) 1.2 , Audio/Video Remote Control (AVRCP) 1.0
  • LED Anzeige
  • Gewicht: inkl. fest verbautem Akku 36g

Hands-On Video der NokiaHomebase zum Nokia 701

Erster Eindruck

Das Nokia 701 ähnelt auf den ersten Blick extrem dem Nokia C7 und ist im Grunde dessen Nachfolger. Lässt man die Optik mal außen vor, finden sich unter der Hülle die entscheidenden Unterschiede.

Das Nokia 701 besitzt dank der ClearBlack-Technik sehr satte Farben. Nokia wirbt damit, dass das 701 auch extrem hell sei – genau dies ist es in meinen Augen teilweise etwas übertrieben. So wirken helle Farben ein wenig kontrastlos. Das Display ist aber gerade wegen der CBD-Technik auch bei starkem Sonnenschein sehr gut ablesbar. Alles in allem ist das 701 wirklich sehr gut verarbeitet und wirkt sehr hochwertig.

Leider wurde auch beim Nokia 701, wie in letzter Zeit Nokia-typisch, „nur“ eine EDoF Kamera verbaut und somit hat das Nokia 701 auch wieder keinen Autofokus und keinen Makro-Modus. Bei der verwendeten EDoF-Technik wird im Grunde alles ab ca. 50cm scharfgestellt.

Der Doppel-LED-Blitz des 701 verrichtet seine Arbeit bei Bildern in der Dunkelheit recht gut. Bei schlechten Lichtverhältnissen müssen die meisten Handy-Cameras passen – Handys mit Xenon-Blitz mal außen vorgelassen.

Das Nokia 701 ist von Haus aus mit Symbian Belle ausgerüstet und läuft unter anderem dank des verbauten 1 GHz-Prozessor ruckelfrei und lässt durch die diversen neuen Features das Arbeiten auf dem Gerät wirklich locker von der Hand gehen. Davon aber später mehr. Zuerst möchte ich auf das Thema Nokia & NFC etwas genauer eingehen.

NFC & Nokia 701 & BH-505

Das Nokia 701 hat als technische Finesse einen NFC-Chip verbaut. Hier muss Nokia hoch angerechnet werden, dass Nokia einer der ersten Hersteller ist, der NFC auch tatsächlich nutzt und aktiv bewirbt.

Dem Nexus S wurde beispielsweise auch ein NFC-Chip verpasst – allerdings gibt es seitens Google bisher kaum Initiativen wofür NFC genutzt werden soll.

Nokia wirbt dagegen mit extra Spiele-Leveln in Angry Birds die mit einem NFC-Chip freigeschaltet werden oder auch mit speziellen Ständen auf Messen oder Events bei denen man sich per Berührung mit dem Handy in Facebook einchecken kann o. ä.

Ein weitere Möglichkeit von Nokia, um den NFC-Chip sinnvoll zu nutzen, ist die einfache Kopplung zweiter Bluetooth-Geräte. Sage ich meiner Frau z. B. „Nimm das BH-505 Headset und koppel das per Bluetooth an dein Handy.“ so schaut sie mich nur ungläubig an :)

Im Falle von Nokia ist dieser Vorgang aber denkbar einfach! Das BH-505 muss praktisch nur eingeschaltet und in den Kopplungsmodus geschaltet werden. Dies geschieht durch ein langes drücken auf den Power-Knopf. Dabei wechselt die Bereitschaftsanzeige von normalen Blinken in ein schnelles blauen Blinken.

Jetzt noch das BH-505 für eine Gedenksekunde an das obere Ende des Nokia 701 halten und schon wird sofern BT eingschaltet ist das Headset mti dem Handy verbunden. Ist BT ausgeschaltet erscheint die im Bild ersichtliche Abfrage, ob man BT einschalten möchte – wird diese mit ja bestätigt, findet auch schon die automatische Kopplung mit dem Headset statt. Entfernen der BT-Verbindung funktioniert ebenso einfach. Dazu wird einfach das Headset wieder ans obere Ende des 701 gehalten und schon wird die Verbindung getrennt.

Ich meine, dass dieser Vorgang fast nicht einfacher sein kann, was meint ihr?

Zum BH-505 selbst bleibt nicht viel zu sagen. Die Ton-Qualität ist sehr gut, sobald man die passenden Aufsätze für die Ohrstöpsel gewählt hat. Die Led zeigt jederzeit unauffällig den Betriebszustand des Headsets an.

Einmal aufgeladen (ca. 2 Stunden) versorgt einen das Headset mit guten 10 Stunden Beschallung. Mit seinen 36 Gramm trägt das Gerät zudem nicht auf und kann problemlos auch längere Zeit getragen werden.

Kamera des Nokia 701

Die Kamera des 701 habe ich eingangs ja schon erwähnt. Das Nokia 701 nimmt Fotos in 8 Megapixeln auf und kann auch Filme in 720p aufnehmen. Ein paar Fotos habe ich in die folgenden Flickr-Galerie für euch gepackt.

[lightbutton link=“http://www.flickr.com/photos/mmeidl78/sets/72157628058167336/“]Flickr-Galerie mit ein paar Beispiel-Fotos[/lightbutton]

Ein kleines aber nicht zu vergessendes Schmankerl zum Thema Kamera wäre gerade zu dieser dunklen Jahreszeit noch zu erwähnen. Die Tastensperre an der Seite des Nokia701 schaltet, sofern sie etwas länger gedrückt gehalten wird, die LEDs der Kamera als Taschenlampe ein und auch wieder aus.

Akku

Das Nokia 701 lässt sich über den MicroUSB-Stecker, wie auch dem vorhandenen Strom-Anschluss aufladen. Der Akku scheint aber etwas launisch zu sein. Über MicroUSB habe ich das Handy teilweise einen halben Tag aufgeladen und es dennoch nicht geschafft eine vollständige Ladung zu erhalten.

An sonsten hielt das Handy in meinem Fall gute zwei Tage mit einer Akkuladung bei stündlichem Abrufen der Mails, einigen SMS, ein bis zwei 5-10 Minuten-Anrufen, ein wenig Musik hören, Apps installieren/testen und ein paar Fotos aus.

Sonstige Eindrücke zum Finnen

Die Lautsprecher des 701 sind verglichen mit anderen Handys sehr laut. Natürlich fehlt hier der Bass – aber dennoch möchte ich diesen Punkt hervorheben.

Auch das Telefonieren ging problemlos von statten und man konnte den Gegenüber sehr gut ohne irgendwelche Nebengeräusche verstehen. Hier konnte Nokia eigentlich schon immer punkten.

Dem 701 wurde von Nokia auch USB-OTG eingepflanzt, um mit dem Handy auf einen externen USB-Speicher zugreifen zu können. Leider wurde aber dem Nokia 701 kein passender Adapter in den Lieferumfang gepackt.

Wer nicht wie eingangs erwähnt seine Musik per Bluetooth genießen möchte, hat mit dem Nokia 701 auch den typischen FM-Transmitter als Ausweichmöglichkeit. Einfach eine UKW-Frequenz einstellen und das Handy in die Nähe der Stereo-Anlage bzw. Antenne legen und schon genießt man die Musik über die eigene Radio-Station.

Software

Abgesehen von der verbesserten Hardware wartet das Nokia 701 mit dem neuen Symbian Belle auf. Verglichen mit Symbian^3 ist Symbian Anna ein kleiner und Symbian Belle gar ein großer Schritt in die richtige Richtung.

Das komplette Erscheinungsbild wurde modernisiert. So gibt es am unteren Bildschirmrand keine Text-Buttons mehr, sondern Symbole.

Ein wenig in den anderen Teller geschaut, wird in jedem Entwickler-Team. So fand in Belle ebenso wie in iOS5 die Energie- und Benachrichtungsleiste Einzug, die durch ein runterwischen des oberen Bildschirm-Rands erscheint.

Auf diesem Wege ist in nur wenigen Sekunden der schnelle und einfache Zugriff auf Schalter für Bluetooth, W-Lan, Lautlos-Profil und Datennetz verfügbar. In der Liste werden aber zugleich auch Informationen wie vergangene Termine, Anrufe o. ä. angezeigt.

Symbian Belle wartet auch mit der QWERTZ-Tastatur im Hochformat auf. Die Tastatur selbst wirkt auf dem Display etwas unförmig bzw. die einzelnen Tasten sehen etwas schmal aus, allerdings steckt hinter der Tastatur ein ausgeklügerter Mechanismus, der die gewünschten Tasten meist richtig auswählt.

Sollte die werksseitig installierte Tastatur nicht zusagen, bleibt die Option SWYPE auf das Handy zu installieren.

Weiterhin ist natürlich der verbesserte Homescreen zu erwähnen, der nun mit bis zu sechs einzelnen Bildschirmen aufwartet. Die Widgets sind nun etwas flexibler in verschiedenen Größen vorhanden. Selbst definiert werden kann die Größe aber nicht. Verglichen mit dem Symbian^3 Homescreen ist dies schon einiges fortschrittlicher.

In Symbian Belle kann die Reihenfolge installierter Anwendungen im Menü durch langes drücken eines Icons verändert werden. Selbstverständlich bleibt auch die Option Ordner zu erstellen weiterhin gegeben.

Den Musik-Player kennen wir größtenteils schon von Symbian^3. Eine schöne 3D Album-Ansicht im Querformat etc.

Auch der Browser erhielt mit Belle ein Update und funktioniert verglichen mit S60V5 oder ^3 um einiges flüssiger und schneller. Hier hakt es auf dem Nokia 701 aber immer noch teilweise beim nachladen vorher nicht angezeigter Elemente o.ä. Das trübt aber das Surf-Vergnügen insgesamt aber nur wenig sofern es einen nicht stört, ob eine Website in 2 oder in 2.5 Sekunden geöffnet wird.

Dem Nokia 701 wurde vom Werk aus schon Angry Birds, Asphalt 5, Quickoffice und Whatsapp installiert. Für weitere Anforderungen ist der ebenfalls optisch aufgehübschte Nokia Store (ehem. OVI Store) die richtige Anlaufstelle.

Hier findet man zwar nicht ganz so viele Apps, wie es der Auswahl für Android oder iOS entspricht, aber auch die Ausstattung des Nokia Stores dürfte fast jedem genügen.

Auch in Symbian Belle bleibt die kostenlose Navigation ein Alleinstellungsmerkmal. Wer möchte kann bequem mit dem Map-Loader die Kartendaten auf den Handy-Speicher transferieren und somit kostenlos über die halbe Welt navigieren.

Fazit:

Dem Nokia 701 wurde mit Symbian Belle eine dringend nötige Auffrischungskur der Software verpasst. Ein wenig vom einen oder anderen Handy-Hersteller abgeschaut – aber wer macht das nicht? Eine bessere Kamera wäre noch wünschenswert gewesen – aber man kann ja nicht alles haben? Zusammenfassend würde ich sagen, dass das Nokia 701 ein würdiger Nachfolger für das Nokia C7 ist.

Das BH-505 mit seiner NFC-Technik und seinem guten Tragekomfort ist definitiv eine Empfehlung wert. Die Sound-Qualität ist für ein Headset dieser Preisklasse durchaus angemessen, es ist sehr leicht und der Akku hält gute 10 Stunden.

Das Nokia 701 wie auch das Nokia BH-505 halten was sie versprechen. Beide Geräte sind gut verarbeitet und voller aktueller Technik. Bei einem aktuellen Preis von ca. 300,- EUR für das Nokia 701 gibt es die eine oder andere Android-Alternative auf dem Markt. Die Entscheidung welches OS aber letztendlich besser zu einem passt fällt aber der jeweilige Käufer.

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