Testbericht: Sony Ericsson Xperia Arc mit Android 2.3

Als Sony Ericsson das Xperia Arc damals präsentierte, war meine Meinung gespalten, auf der einen Seite konnte das Unternehmen mal wieder mit einem unglaublich tollen Design und der neusten Version von Android punkten, auf der anderen Seite spielte sich in meinem Kopf das Szenario des Xperia X10 ab. Ebenfalls ein tolles Gerät, welches Sony Ericsson dank seiner Firmenpolitik zu einem Flop werden lies.

Jetzt ist jedoch der Nachfolger da und Sony Ericsson kündigte im Vorfeld ja schon oft an, dass man aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt hat. Es gibt beim Arc jedoch einen weiteren Punkt, den viele potentielle Käufer kritisieren: Wieso hat Sony Ericsson keinen Dual-Core-Prozessor eingebaut? Ein Nachteil gegenüber Konkurrenten wie dem LG Optimus Speed oder Samsung Galaxy S2?

Daten zum Sony Ericsson Xperia Arc

  • Hersteller: Sony Ericsson
  • Modellbezeichnung: Xperia Arc
  • Preis: ~ 450,- €
  • Verfügbar: Seit April 2011 in Deutschland
  • Farben: Midnight Blue und Misty Silver
  • Betriebssystem: Android Gingerbread (aktuelle Version: 2.3.3)
  • Akku: 1500 mAh
  • Display: 4,2’’ TFT-Display mit einer Auflösung von 854×480 Pixel
  • Kamera: 8,1 Megapixel / Keine Frontkamera für Videotelefonie
  • Interner Speicher: 1 GB (bis zu 320 MB frei)
  • Speicherkarten: microSD bis zu 32 GB
  • CPU: 1 GHz SnapDragon-CPU
  • RAM: 512 MB
  • Anschlüsse: microUSB / HDMI / 3,5 mm Eingang für Kopfhörer

Das sind nur ein paar Auszüge, mehr Spezifikationen des Sony Ericsson Xperia Arc gibt es auf deren Homepage.

Video: Sony Ericsson Xperia Arc Produktvideo

Lieferumfang

  • Sony Ericsson Xperia Arc Smartphone
  • Headset mit InEar-Kopfhörern
  • Ladekabel
  • microUSB-Kabel für den PC
  • HDMI-Kabel
  • Übliche Bedienungsanleitungen

Wertigkeit, Design und Haptik

Das Sony Ericsson Xperia Arc liegt sehr gut in der Hand und fühlt sich für ein Smartphone mit Plastik durchaus gut an. Bei der Materialwahl hat Sony Ericsson jedoch fast ausschließlich zu Plastik gegriffen, was den gleichen Effekt wie beim Nexus S hat, es ist sehr leicht, aber in natura wirkt es auch billiger, als auf den Bildern.

Ansonten eine gute Verarbeitung, einen Nachteil musste ich jedoch feststellen, der Akkudeckel sitzt nicht fest und dadurch knirscht er etwas. Die Tasten haben einen angenehmen Druckpunkt (mit einer Ausnahme, mehr dazu beim Punkt Kamera), was mich persönlich jedoch gestört hat: Der Eingang für Kopfhörer ist auf der linken Seite und der microUSB-Anschluss auf der rechten Seite. HDMI hat es wiederum nach oben geschafft.

Für mich ist das eine unlogische Anordnung, denn gerade wenn man das Gerät in der Hosentasche hat stört der Eingang für die Kopfhörer an der Seite, bei HDMI wäre es mir wiederum egal, auf welcher Seite der Ausgang ist. Wer jedoch mit den mitgelieferten Kopfhörern (angeknickt) auskommt oder gar Bluetooth-Kopfhörer besitzt, dem dürfe das egal sein.

Hardware

Ich habe es damals beim Nexus S gesagt und ich wiederhole es gerne beim Xperia Arc, zum aktuellen Zeitpunkt benötige ich keinen Dual-Core-Prozessor in einem Smartphone. Würde ich mir jedoch ein Gerät auf lange Sicht kaufen, wäre das ein Entscheidungsgrund. Mal davon abgesehen, dass Dual-Core bis Weihnachten vielleicht schon von Quad-Core abgelöst wird.

Das Xperia Arc ist schnell und ich konnte keine störenden Punkte feststellen, die mit einem LG Optimus Speed oder Galaxy S2 nicht auch so wären. Mal von der Leistung bei Games abgesehen, doch für diesen Punkt fehlt mir ein Gerät zum direkten Vergleich und das habe ich momentan nicht.

Besonders gut gefallen hat mir der Touchscreen, er ist zwar sehr länglich, wirkt dadurch aber nicht so globig wie zum Beispiel der des Desire HD. Dazu kommt die gute Auflösung und Sonys „Bravia Technologie“, nach dem Nexus S und Galaxy S2 vielleicht der beste Touchscreen auf dem Android-Markt. Persönliche Meinung, gerade beim Touchscreen sind die Geschmäcker durchaus unterschiedlich.

Kamera

Als Nutzer eines iPhone 4 und Nokia N8, ist mein Anspruch an eine Kamera in einem Smartphone durchaus hoch, das Xperia Arc kann in dieser Disziplin jedoch voll punkten. Neben dem Nexus S besitzt es aktuell einer der besten Kameras in einem Android-Smartphone.

Dazu kommt beim Arc noch ein Pluspunkt, denn sehr wenige Androiden haben: Eine eigene Kamerataste mit Fokus-Funktion. Diese hat vielleicht nicht den besten Druckpunkt, ist etwas klein und ist ein bisschen zu weit an der Ecke platziert, doch sie erfüllt ihren Zweck.

[lightbutton link=“http://www.flickr.com/photos/oliv2r/sets/72157626666050914/“]Testbilder bei Flickr 1[/lightbutton]

[lightbutton link=“http://www.flickr.com/photos/hellmichael/sets/72157626668369416/with/5696289871/“]Testbilder bei Flickr 2[/lightbutton]

Ich bin zwar niemand, der täglich Videos aufnimmt, war mit der Qualität des Arc bei den 2-3 Testfilmchen jedoch sehr zufrieden.

Video: Xperia Arc Exmor R

Android 2.3 und Timescape

Zu Android 2.3 muss ich glaube ich nicht mehr viel sagen, daher lege ich meinen Schwerpunkt auf Timescape. Ich bin ja selbst kein Fan von den Oberflächen der zahlreichen Hersteller. Damals, zu Zeiten des Desire, war Sense oder TouchWiz ein Mehrwert für mich, der einen Hersteller von den anderen abhob.

Das hat sich jedoch geändert und die Vergangenheit hat gezeigt, dass ich lieber Stock Android auf dem Gerät habe, die Auswahl an Personalisierungsmöglichkeiten im Android Market ist groß genug und Updates von Google sind mir wichtiger, als die ein oder andere Uhr oder ein gelungenes Wetter-Widget.

Timescape ist okay, mir gefällt zwar die Optik der Icons nicht (wirken sehr altbacken), aber das Menu gefällt mir besser, als bei Stock Android und es gibt auch ein paar schicke Widgets für den Homescreen. Alles in allem hat sich die Oberfläche seit dem X10 spürbar verbessert und läuft jetzt vor allem flüssig, ich brauche sie aber einfach nicht, die Alternativen im Android Market sind zum größten Teil sogar besser.

Pro & Contra

Pro

  • Gutes Display
  • Kamera
  • Ansprechendes Design mit guter Haptik
  • HDMI-Ausgang inklusive Kabel im Lieferumfang
  • Von Haus aus offener Bootloader für Modder

Neutral

  • Viel Plastik, dadurch aber auch angenehm leicht
  • Timescape

Contra

  • Kein Dual-Core-Prozessor, im Hinblick auf die Zukunft ein Nachteil
  • Kopfhörereingang an der Seite
  • Keine Frontkamera
  • Helligkeitssensor taucht nicht in den Einstellungen auf

Fazit

Ihr seid auf der Suche nach einem Android-Smartphone mit gutem Design, welches nicht zu schwer ist, ein großes und gutes Display hat und macht öfter Bilder unterwegs? Schaut euch das Xperia Arc an, wer nicht immer das neuste und teuerste haben muss, der wird mit dem Arc zufrieden sein.

Ihr wollt die neuste Hardware in einem Gerät haben und eine Garantie, dass ihr die neusten Android-Updates bekommt? Überlegt euch das gut, denn neben dem fehlenden Dual-Core-Prozessor muss Sony Ericsson erst noch beweisen, dass sie ständig an Android arbeiten und das Arc in ein paar Wochen nicht wieder fallen lassen.

Zum jetzigen Zeitpunkt kann ich das Arc durchaus empfehlen, es wird zum Beispiel das nächste Smartphone meiner Freundin, die Wert auf eine gute Kamera und ein tolles Design legt, der Android 2.4 oder 3.1 (oder wie die nächste große Version auch heißen wird) aber egal ist.

Sony Ericsson Xperia Arc bei Amazon

Teilen

Hinterlasse deine Meinung
Du kannst auch als Gast kommentieren (Anleitung). DISQUS respektiert „Do Not Track“ und bietet einen Datenschutz-Modus an. Informationen zum Datenschutz auf mobiFlip.de findest du hier.