Twitter und die Drittanbieter-Apps

Twitter Fail Whale
Symbolbild: Der Twitter Fail Whale

Twitter und die Drittanbieter-Apps, ein leidiges Thema. Als langjähriger Twitter-Nutzer habe ich zugeschaut, wie das Netzwerk nach und nach schlechter wurde.

Was macht man, wenn man die Nutzer zur eigenen App locken möchte? Genau, man macht das Erlebnis mit Apps von Drittanbietern schlechter. Zum Beispiel, in dem man ihnen weniger Schnittstellen zur Verfügung stellt. Warum sollte man das tun? Damit die Nutzer zum Beispiel die Werbung in der eigenen App sehen.

Das Verhältnis der Entwickler und Twitter hat sich in den letzten Jahren verschlechtert und wird im August einen neuen Höhepunkt erreichen. Dann wird Twitter den Apps nämlich nicht mehr erlauben live auf den Stream zuzugreifen. Nutzern müssen dann manuell aktualisieren und diese Anzahl wird dann beschränkt sein.

Ein Punkt, den man verkraften kann und den viele Nutzer sowieso nicht nutzen. Doch der zweite Punkt schränkt die Apps deutlich mehr ein: Eine Verzögerung der Push-Benachrichtigungen. Ob das auf DMs zutrifft ist unklar, aber damit ist bei Apps (z.B. Twitterrific) das Geschäftsmodell (In-App-Kauf für Benachrichtigungen) gefährdet.

Twitter wird eine Option anbieten, mit der die Entwickler die alten Features behalten, doch die ist begrenzt (250 Nutzer) und sehr teuer (11,60 Dollar pro Monat pro Nutzer).

Twitter: Nutzer zur eigenen App locken

Twitter und die Drittanbieter-Apps, für mich als Nutzer ehrlich gesagt nur eins: Absolut beschissen. Und da bin ich ganz ehrlich, denn ich hasse die Original-App von Twitter und nutze sie nur, wenn ich muss. Aus Sicht des Unternehmens kann ich es durchaus verstehen, aber man entwickelt sich in den eigenen Apps in Richtung Facebook und Instagram und als großer Fan von Twitter ist das keine gute Entwicklung.

Wie gesagt, ich kann es verstehen und die Änderungen werden einige vielleicht auch nicht bemerken (das mit der Live-Timeline ist den meisten vermutlich egal), aber ich bin gespannt wie es sich danach mit den Benachrichtigungen verhält. Das ist ein Punkt, der mir als Nutzer sehr wichtig ist. Also zur Original-App wechseln?

Ich befürchte früher oder später wird das passieren, denn wenn diese Änderungen die Nutzer nicht zum Wechsel bewegen, dann werden bald weitere kommen. Nach und nach schränkt Twitter die anderen Apps ein, bis die Nutzung von diesen unattraktiv wird. Dabei haben diese Apps geholfen das Netzwerk groß zu machen.

Naja, es wird passieren, meckern hilft nicht. Apps wie TweetBot zeigen keine Werbung und Twitter verdient an mir nichts. Ich glaube aber auch, dass das der falsche Weg ist. Man hätte sich durchaus überlegen können mit den Entwickler zusammenzuarbeiten und nach einer Lösung (z.B. Werbung in TweetBot) zu suchen.

Ich habe schon vor ein paar Wochen die Original-App installiert, um sie parallel auf dem iPhone zu testen. Sie bleibt für mich erschreckend schlecht, aber ich befürchte, dass ich sie langfristig sowieso irgendwann nutzen muss, wenn ich alle Features von Twitter haben möchte. Eigentlich ist das schon jetzt der Fall, denn die API für Votings hat Twitter leider nie für die Entwickler veröffentlicht. Und das ist nun einige Jahre her.

Die Entwickler freuen sich über diese Änderungen verständlicherweise nicht, doch in diesem Beitrag von The Verge klingen sie auch nicht besonders verzweifelt. An ihrer Stelle wäre ich es, denn man merkt, dass Twitter kein Interesse an ihren Apps hat und langfristig werden Drittanbieter-Twitter-Apps größtenteils verschwinden.

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