Twitter vs. Seesmic – Die neuen iPhone Twitter-Clients im Test

Die Welt der Twitter iPhone Apps wird in den letzten beiden Tagen schwer durcheinander gebracht. Erst wurde Tweetie nach dem Kauf von Twitter in Twitter (App-Store-Link) umbenannt und als offizieller Client veröffentlicht, nun folgt heute Seesmic (App-Store-Link), ein weiterer Dienst, der auch andere Accounts verwalten kann. Ein kleiner Blick auf beide Neuerscheinungen ist durchaus sinnvoll.

Twitter, die offizielle App

Um den Namen Twitter auch zu verdienen, muss das Unternehmen schon einiges bieten, um die bisherigen Platzhirsche in Bedrängnis zu bringen. In der Tat liefert die App einen guten Eindruck ab. Sie startet schnell und ist frei von Werbung. Die grundlegende Navigation zwischen den einzelnen Listen, ist sehr einfach. Aufgrund der vielen Möglichkeiten die Einstellungen zu ändern, sind diese natürlich ein wenig verschachtelter. Doch von vorn.

Hat man ein Konto, so loggt man sich einfach ein. Hat man kein Konto, kann man direkt einen neuen Twitter-Channel eröffnen. Interessant ist, dass das Programm immer an der Stelle öffnet, wie man es verlassen hat. Also nicht immer mit der Timeline, sondern auch mit den Einstellungen. Das Interface ist sehr aufgeräumt und klar ersichtlich. Hat man neue Tweets in einem der Bereiche Timeline, Mentions oder Direktnachrichten, so erscheint unter dem jeweiligen Symbol ein kleiner blaues Kreis. Wie auch aus anderen Apps bekannt, läd das Programm nicht alle Tweets, die man seit dem letzten einloggen erhalten hat. Dafür sieht man einen kleinen Bereich, der die fehlenden Nachrichten andeutet. Ein Klick auf diesen Bereich und die fehlenden Tweets werden geladen. Um nach den neusten Tweets zu suchen muss man die Timeline, wie in anderen Programmen auch, einfach nach unten ziehen zum nachladen. Nachrichten, die den eigenen Namen beinhalten, werden durch ein dezentes blau in der Timeline angezeigt. Die eigenen Tweets erhalten das Foto auf der rechten, anstatt der linken Seite.

Sehr interessant sind die vielfältigen Einstellungsmöglichkeiten. Man kann wählen, ob man den richtigen Namen, oder den Nick sehen will, und wie das Datumsformat aussehen soll: Entweder in Relation (1 Hour ago) oder mit der richtigen Zeit (Datum, Uhrzeit). Auch die Schriftgröße ist von 13 pt bis 20 pt variabel. Zur direkten Einbindung von Medien stehen verschiedene Services zur Verfügung, die man ebenfalls auswählen kann. Diese kann man für Bilder und Video Dienst und einen URL-Shortening aus der Liste bestimmen

Für Tweets andere User gibt es die gängigen Aktionen. Antworten, retweet, als Favorit kennzeichnen, aber auch Links speichern zum später lesen ist möglich. Besonders hervorheben möchte ich die Möglichkeit, Tweets direkt zu übersetzen. Ich habe es bisher nur mit englischen versucht. Hier klappt das ganze überraschend gut. Natürlich wird nicht alles perfekt übersetzt, aber zumindest so, dass man es versteht.

Kommen wir zum wichtigsten. Dem Tweets posten. Dies kann man sowohl im Hoch- und Querformat.  Ein kleiner Tipp auf die Fläche mit dem Buchstabenzähler, und die Tastatur verschwindet und gibt die Möglichkeit auf weitere Aktionen frei. So kann man direkt die Kamera öffnen und ein Bild aufnehmen, oder mit einem Klick auf die Bibliothek ein Bild auswählen. Außerdem kann man seinen aktuellen Ort, einen Usernamen aus seiner Followerliste, oder einen Hashtag einfügen. Hat man einen Link im Tweet und ist der Meinung, dieser ist zu lang, hilft ein Klick auf Shrink URL und schon wird er kürzer. Die Eingaben reagieren sehr schnell und präzise. Fragen kommen hierbei nicht auf. Sollte man eine Nachricht nicht direkt absetzen wollen, fragt das Programm vor dem Verlassen des Tweets, ob man diesen speichern will.

Alles in allem macht Twitter einen sehr guten Eindruck. Nicht zuletzt durch die Vorarbeit, auf die man zurückgreifen konnte, wurde ein sehr guter Client geschaffen. Wie er sich im Praxistest schlägt, werde ich noch berichten.

Seesmic, der Herausforderer

Kurz nach Twitter, kam nun Seesmic, welches bereits für Android verfügbar ist, in den Apfel geflogen. Kein reiner Twitterclient, kann er auch mit Facebook umgehen und dort die neusten Nachrichten laden. Die Startübersicht ist hier ein wenig an Safari angelehnt. Man sieht alle installieren Konten und klickt auf das, in welches man schauen möchte. Ein langes drücken führt zu einem ähnlichen Effekt, wie bei den App Icons auf dem Homescreen. Sie wackeln und man kann sie verschieben, oder direkt diesen Zugang löschen.

Die vielen Einstellungsmöglichkeiten, wie man sie bei Twitter sieht, gibt es nicht. Grundsätzlich kann man nichts weiter verändern, Schrift und dergleichen. Ebenfalls wird in der Übersicht nicht angezeigt, wer genau einen Tweet retweetet hat, nur dass es gemacht wurde. Auch fehlt eine Anzeige, dass in der Timeline, oder einem anderen Bereich neue Tweets vorhanden sind. Nichts desto trotz, ist die App sehr schnell, und werbefrei. Wie auch Twitter verfügt es über keinen Push. Dies ist bei fast minütlich eintreffenden Nachrichten auch nicht sinnvoll. Auch beim schreiben muss man sich auf Bilder anhängen, einen Geo-Tag einfügen und Links verkürzen beschränken. Natürlich geht auch hier schreiben in Landscape.

Besonders fällt bei Seesmic auf, dass immer nur die offene Line geladen wird. Bei Programmstart wird also nicht automatisch alles geladen. Die wichtigsten Funktionen, retweet, Reply und per Mail senden, sind vorhanden. Im Vergleich mit Twitter ist Seemic doch recht rudimentär.

Auf dem ersten Blick bevorzuge ich eindeutig Twitter, aufgrund der vielfältigen Einstellungsmöglichkeiten und der besseren Übersicht über neue Nachrichten. Die Anbindung von Facebook-Neuigkeiten macht da auch keine Punkte mehr gut. Zumal Twitter die von der Webseite bekannten Suchfunktionen und Trending-Topics Möglichkeiten liefert.

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