Ulefone Power 3: Dauerläufer aus China im Test

Ulefone Power 3 Header

Mit dem Ulefone Power 3 brachte der chinesische Hersteller Ulefone vor einiger Zeit ein neues Mittelklasse-Smartphone mit einem riesigen 6.080 mAh großen Akku auf den Markt – wir haben es für euch getestet!

Wie lange das Ulefone Power 3 wirklich im Alltag durchhält und was es ansonsten noch so drauf hat klären wir in unserem nachfolgenden Testbericht.

Technische Daten des Ulefone Power 3

  • 5,99 Zoll IPS-Display im 18:9-Format mit 2.160 x 1.080 Pixeln
  • MediaTek Helio P23 Octa-Core-SoC
  • 6 GB Arbeitsspeicher
  • 64 GB interner Speicher, erweiterbar per microSD-Karte
  • Dual-Kamera mit 16- und 5-Megapixel-Sensor sowie f/2.0
  • Dual-Frontkamera mit 13- und 5-Megapixel-Sensor sowie f/2.2
  • 6.080 mAh Akku mit Fast Charge 4.0-Schnellladetechnologie
  • Android 7.1.1 Nougat
  • WLAN b/g/n, Bluetooth 4.1, LTE Band 1/3/7/8/20
  • 159,2 x 75,9 x 9,85 mm
  • 210 Gramm

Ulefone Power 3: Design und Verarbeitung

Ulefone Power 3 Kamera 2

Groß und dick – so sehen Smartphones mit einem starken Akku meist aus. Auch auf das Ulefone Power 3 treffen diese beiden Eigenschaften in abgeschwächter Form zu, denn mit 9,85 mm und 210 Gramm ist es nicht sonderlich dünn, geschweige denn leicht. Dennoch liegt das Mittelklasse-Smartphone aus China bequem in der Hand, was gleichermaßen den angenehm abgerundeten Kanten der Rückseite, als auch dem verwendeten Gehäuse-Material zuzuschreiben ist.

Denn während viele andere Hersteller heutzutage auf Glas oder zumindest Metall setzen, ist das Ulefone Power 3 aus Polycarbonat gefertigt. Was auf den ersten Blick vielleicht minderwertig klingt, macht sich im Alltag dann aber doch ganz gut. So verleiht das Material dem Smartphone einen angenehmen Grip, sieht nicht schlecht aus und fasst sich auch nicht sonderlich schlecht an. Klar, andere Smartphones wirken vielleicht etwas hochwertiger, dafür ist das Ulefone Power 3 ziemlich robust und vermutlich leichter als es mit einem Metall-Gehäuse wäre.

Ulefone Power 3 Design

Auch beim Design sticht das Ulefone Power 3 nicht sonderlich aus der Masse heraus. Mein in mattem Gold gehaltenes Modell schaut prinzipiell recht hübsch aus, ein Design-Wunderwerk ist es allerdings nicht. So gibt es abgesehen von der Dual-Kamera auf der Rückseite mit dem darunter angebrachten, bequem zu erreichenden Fingerabdrucksensor keine wirklichen Besonderheiten. Die zur Zier aufgezeichneten „Antennenlinien“ sollen das Aussehen zwar noch etwas aufpeppen – so wirklich gelingt das jedoch nicht.

Dennoch ist das Ulefone Power 3 meiner Meinung nach kein hässliches Smartphone. Aufgrund seines großen Akkus ist es zwar etwas wuchtig, dafür aber auch robust und gut verarbeitet. Allein aufgrund des Designs wird man jedoch sicherlich nicht zu diesem Modell greifen.

Ulefone Power 3: Display

Ulefone Power 3 Display 2

Mit seinem 5,99 Zoll großen Display im 18:9-Format liegt das Ulefone Power 3 derzeit im Trend. Das verwendete IPS-Panel löst mit 2.160 x 1.080 Pixeln scharf auf und lässt in dieser Hinsicht keinen Grund für Beanstandungen. Die Helligkeit geht im Alltag in Ordnung und reicht auch aus, um im Freien problemlos Inhalte ablesen zu können.

Etwas besser könnte allerdings die Farbdarstellung sein. So wirken Farben bei Standardeinstellungen recht blass und auch ein leichter Gelbstich ist zu sehen. Zwar erlauben die umfangreichen MiraVision-Einstellungen hier ein gewisses Gegenregeln, ganz optimal lässt sich das Panel dann aber doch nicht konfigurieren.

Angesichts des relativ günstigen Preises geht das ziemlich unspektakuläre Display des Ulefone Power 3 allerdings vollkommen in Ordnung.

Ulefone Power 3: Performance

Ulefone Power 3 Back

Ein MediaTek Helio P23 Octa-Core-Prozessor und 6 GB Arbeitsspeicher sorgen unter der Haube des Ulefone Power 3 für eine gute Performance. Im Alltag laden Apps und Webseiten ausreichend schnell und Wartezeiten sowie Ruckler sind kaum zu sehen. Klar, aktuelle Topmodelle mit einem Snapdragon-SoC fühlen sich noch etwas flüssiger an, das fällt aber fast nur im Vergleich auf.

Auch beim Gaming schlägt sich das Ulefone Power 3 ziemlich gut. Selbst aktuelle Spiele können ohne Ruckler wiedergegeben werden und der Akku hält auch hier besonders lange aus – darauf kommen wir aber später noch einmal zu sprechen. Alles in allem ist die Performance angesichts des Preises somit sehr gut und ähnlich teuren Smartphones westlicher Hersteller sogar überlegen.

Ulefone Power 3: Kamera

Ulefone Power 3 Kamera

Häufig ist die Kamera einer der größten Schwachpunkte chinesischer Smartphones – so leider auch beim Ulefone Power 3. Zwar lassen sich mit ihr bei guten Lichtbedingungen teilweise annehmbare Fotos schießen, meist gehört da aber etwas Glück dazu. So zerreißt es besonders im HDR-Modus gelegentlich die Farbdarstellung, sodass es kaum möglich ist, Bilder mit einem guten Dynamikumfang zu knipsen. Wird es dunkel, sinkt die Qualität dann zudem sehr schnell noch einmal weiter ab und ist nach Dämmerung schon bald kaum mehr zu gebrauchen.

Dabei würde man eigentlich mehr erwarten, wenn man liest, dass das Ulefone Power 3 über eine Dual-Kamera mit einem 16- und einem 5-Megapixel-Sensor verfügt. Wie bei vielen Herstellern wird der zweite Sensor allerdings nicht wirklich genutzt – auch nicht für den vorhandenen Bokeh-Modus. Wie den Testbildern entnommen werden kann, legt dieser lediglich einen statischen Blur-Effekt auf das Bild, eine Kantenerkennung wird hier nicht genutzt.

Da auch die Dual-Frontkamera des Ulefone Power 3 maximal mittelmäßig ist, muss die Kamera-Qualität leider als unterdurchschnittlich bewertet werden. Klar, auch mit diesem Smartphone können je nach Situation und Geduld annehmbare Bilder geschossen werden, andere erledigen diese Aufgabe, auch in dieser Preisklasse, allerdings besser.

Ulefone Power 3: Software

Ulefone Power 3 Software

Als Betriebssystem kommt auf dem Ulefone Power 3 noch Android 7.1.1 Nougat zum Einsatz, wobei bereits ein Update auf Android 8.1 Oreo angekündigt wurde. Da der Hersteller hier optisch keine Anpassungen vornimmt, kann man Vanilla-Android in Reinform genießen, was viele freuen dürfte. Zwar sind einige von Ulefone implementierte Funktionen wie ein Einhand-Modus vorhanden, gefallen diese einem nicht, bleiben sie aber einfach deaktiviert.

Als praktisch empfand ich über einige Zeit hinweg die Möglichkeit, den auf der Rückseite positionierten Fingerabdrucksensor mit Gesten zu verwenden. So kann er beispielsweise die Systembefehle ZurückHome und Multitasking auslösen oder aber auch die aktuelle Video-Wiedergabe stoppen und dann auch wieder starten.

Wie bei vielen Herstellern momentan sollte man auch beim Ulefone Power 3 allerdings nicht die Face Unlock-Option verwenden. Da hier auf keine besonderen Sensoren zurückgegriffen wird, ist diese eher unsicher und kann beispielsweise mit einem Foto überlistet werden. Legt man Wert auf die eigenen Daten, bleibt man lieber beim Fingerabdrucksensor oder einem Code.

Zu guter Letzt ist ein Update auf Android 8.1 Oreo zwar bereits angekündigt, wann dieses final erscheinen wird, wurde von Ulefone aber noch nicht verkündet. Zwar bin ich mir sehr sicher, dass man das Versprechen halten wird, bis es so weit ist, könnte es allerdings vielleicht noch bis in den Sommer dauern.

Ulefone Power 3: Akku

Ulefone Power 3 Akku

Nicht zu viel versprochen hat Ulefone beim Akku, der mit einer Kapazität von 6.080 mAh deutlich größer als bei vielen anderen Smartphones am Markt ausfällt. Damit erzielt das Mittelklasse-Modell aus China im Alltag selbstverständlich sehr gute Laufzeiten und hielt bei meiner doch recht intensiven Nutzung stets 2-3 Tage durch. Würde man versuchen, das Smartphone an einem Tag leer zu bekommen, müsste man wohl 7-9 Stunden am Stück daran verbringen – in diesem Bereich lag zumindest die von mir gemessene Screen-On-Time.

Bis das Ulefone Power 3 dann wieder aufgeladen ist, dauert es trotz der vorhandenen Fast Charge-4.0-Schnellladetechnologie dann natürlich doch etwas länger. Dennoch sind 2,5 bis 3 Stunden für 0 auf 100 Prozent ziemlich zügig, wenn man die hohe Akkukapazität bedenkt. In 30 Minuten kann man daher locker ausreichend Saft auftanken, um den restlichen Tag durchzustehen.

Und sonst noch?

Ulefone Power 3 Kamera 3

  • Obwohl das Ulefone Power 3 mit 9,85 mm für heutige Verhältnisse ziemlich dick ist, gibt es leider keinen Kopfhöreranschluss. Ein entsprechender USB-C-Adapter liegt dem Smartphone immerhin bei.
  • Der Fingerabdrucksensor auf der Rückseite des Ulefone Power 3 funktioniert im Alltag ziemlich zuverlässig. Allerdings dauert es mit ca. 1 Sekunde verhältnismäßig lange, bis das Gerät nach dem Auflegen des Fingers entsperrt ist.
  • Der auf der Unterseite des Ulefone Power 3 verbaute Mono-Lautsprecher klingt ziemlich flach und ist maximal durchschnittlich. Für das ein oder andere Video reicht er aber dennoch aus.
  • Verzichtet man beim Ulefone Power 3 auf das Dual-SIM-Feature, kann der mit 64 GB sowieso bereits große interne Speicher noch einmal per microSD-Karte erweitert werden.
  • Das Ulefone Power 3 ist mit allen in Deutschland verwendeten LTE-Frequenzen kompatibel, unterstützt also auch LTE Band 20. Im Test war der Empfang jedoch nicht ganz zufriedenstellend: An einigen Stellen, an denen ich mit sämtlichen anderen Smartphones stets LTE nutzen konnte, ging es mit dem Power 3 nur per 3G ins Netz.

Fazit zum UIefone Power 3

Ulefone Power 3 Display

Im Test schlug sich das Ulefone Power 3 durch die Bank weg recht gut, nur die Kamera enttäuschte. Ihr gegenüber stehen eine grandiose Akkulaufzeit, eine starke Performance und reines Android mit einer Update-Garantie auf Android 8.1 Oreo.

Empfehlen kann man das Ulefone Power 3 somit all denjenigen, die ein besonders ausdauerndes Smartphone suchen und nicht allzu viel Geld dafür ausgeben wollen. Kann man von der eher enttäuschenden Kamera-Qualität absehen und sich mit der Dicke sowie dem Gewicht anfreunden, erhält man mit dem China-Smartphone ein gutes Gesamtpaket zu einem sehr fairen Preis.

Vielen Dank an Gearbest für die Bereitstellung des Ulefone Power 3. Das Smartphone kann in diesem Online-Shop für ca. 200 Euro erworben werden. Ebenfalls ist noch das leicht schlechter ausgestattete Ulefone Power 3S mit weniger RAM für ca. 160 Euro erhältlich.

Wertung des Autors

Niklas Jutzler bewertet Ulefone Power 3 mit 4.2 von 5 Punkten.

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